Lasst uns aufbrechen
Liebe Freunde der Berliner Stadtmission,
eine Oma, die mit dem Enkelkind betet, eine Tante, die es mit in den Kindergottesdienst nimmt, Religionsunterricht in der Schule, Jugendfreizeiten, vielleicht auch Bibellektüre ... Dass uns das Rüstzeug des christlichen Glaubens heute so zugänglich ist, verdanken wir Martin Luther, dem großen Reformator, an dessen weltbewegendes Handeln im Jahr 1517 evangelische Christen am 31. Oktober erinnern. Luther war der Erste, der die Bibel in die Sprache des Volkes übersetzte und damit auch weniger gebildeten Schichten das Wort Gottes zugänglich machte. Er scheute nicht das hohe persönliche Risiko, als er – entgegen der herrschenden Lehrmeinung – seine tiefe Glaubensüberzeugung kund tat: Wir müssen uns Gottes Liebe nicht verdienen oder erkaufen! Allein der Glaube zählt.
„Sie haben es gut, Sie haben einen Glauben. Das habe ich leider nie erfahren“, bekomme ich manchmal gesagt. Daraus spricht Sehnsucht nach einem festen Fundament, nach Orientierung jenseits säkularer Regeln und Werte. Immer wieder erleben wir in unserer missionarischen und diakonischen Arbeit, wie Menschen – durchaus auch bei gebrochenen Lebensläufen – dankbar sind, wenn sie an Glaubenserfahrungen aus ihrer Kindheit und Jugend anknüpfen konnten.
Wie gut, wenn ich mich daran erinnern kann, dass mein Leben nicht nur dann wertvoll ist, wenn ich Erfolg habe. Wenn ich noch im Ohr habe „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, wenn mir das Vaterunser-Gebet vertraut ist.
In der Stadtmission weisen wir deutlich auf Gott hin. Wir schämen uns dessen nicht, weil wir wissen, es ist das Beste, was einem Menschen passieren kann, wenn er Jesus Christus begegnet.
Darum unterstützen wir die Initiative "Pro Reli", weil wir glauben, dass es jeder Mensch verdient, ein gutes Fundament für sein Leben zu bekommen. Das kommt nicht von allein, das muss man kennenlernen. Wer einen festen Halt hat und eine begründete Überzeugung, dem fällt es leichter zuzuhören, tolerant zu sein, auf andere zuzugehen. Diese Chancen bietet guter Religionsunterricht, der Kindern und Jugendlichen in Berlin bislang nur begrenzt zuteil wird und der weiter an den Rand gedrängt wird. Das muss das Volk nicht hinnehmen, dagegen kann es aufbegehren. Schließlich ist es die Sprache des Wählers, die jeder Politiker versteht. Protestanten protestieren konstruktiv – das ist gewiss auch im Sinne Martin Luthers!
In diesem Sinne Gott befohlen
Ihr
Pfarrer Hans-Georg Filker
Direktor der Berliner Stadtmission
Diese Andacht stammt aus dem Informationsheft der Berliner Stadtmission, SM Panorama, Ausgabe 05/2008. Bestellen können Sie unser regelmäßig erscheinendes Panorama durch das Ausfüllen und Zusenden dieses Formulares oder unter der Telefonnummer 030-690 33-3.
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Berliner Stadtmission
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Tel.: 030-690 33-3
Mail: info [ät] berliner-stadtmission.de
Tageslosung
„Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal.
“
1.Könige 19,18
„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.
“
Epheser 3,14-15


