Der Paar- oder Eheabend

"Wir haben uns einfach auseinandergelebt". Kennen Sie diesen Satz? Mit ihm erklären Paare oft eine Trennung oder eine bevorstehende Scheidung.

Es geht laut Erfahrungsberichten von Paartherapeuten rasant schnell, dass sich ein Paar auseinanderlebt. Besonders groß ist die Gefahr des einander Fremdwerdens, wenn das Paar Kinder hat. Kinder sind ein großes Geschenk, aber sie fordern auch viel Kraft und Anstrengung. Nach der Geburt des ersten Kindes beispielsweise vergessen viele Mütter, dass sie auch noch die Geliebte eines Mannes sind. Dieses kleine Wesen, das ihr Kind ist, fordert ihre gesamte Aufmerksamkeit.

Kinder haben in der Familie einen hohen Stellenwert. Ob Sie es glauben, oder nicht: Kindern geht es in einer Familie am Besten, wenn die Paarbeziehung der Eltern lebendig und harmonisch ist.

Daher halten es viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Stadtmission so, dass sie regelmäßig einen Eheabend feiern. Dabei sind zwei Dinge besonders auffällig:

  1. Der Eheabend steht fest im Terminkalender - entweder wöchentlich oder aber mindestens alle 14 Tage. Ein Termin im Kalender? Ist das nicht ein wenig viel Bürokratie für so eine schöne, private Sache? Nein. Aus Erfahrung wird sonst der Termin gern vergessen, wenn andere Anfragen kommen. Wird er aber im Kalender festgehalten, so hat er mindestens einen so hohen Stellenwert wie andere Termine, die auch geplant werden im Kalender. Sollte es einmal unvermeidbar sein und der Eheabend kann nicht am geplanten Termin stattfinden, so fällt der Abend nicht aus, sondern wird auf einen anderen, wiederum fest geplanten Termin verlegt.
  2. Störungen werden vermieden. Das Telefon und das Handy werden leise gestellt, der PC ist aus, und die Kinder werden anderweitig versorgt (z.B. durch einen Babysitter oder die Großeltern). Wenn die Kinder älter sind, kann mit ihnen abgesprochen werden, dass Mutter und Vater heute ihren Abend zu Zweit haben und nicht gestört werden dürfen - außer in Notfällen. Optiische Signale können da hilfreich sein, wie zum Beispiel ein rotes Schild an der Wohnzimmertür.

Was machen die Paare am gemeinsamen Abend? Hauptsächlich einander zuhören und miteinander reden. Auch dies kann ritualisiert werden. Ein Ehe- und Familientherapeut der Berliner Stadtmission rät zu Folgendem: Der eine Partner hat 10 Minuten Zeit, zu erzählen, wie es ihm so ergangen ist in der vergangenen Woche und was er denkt, fühlt, und was ihn bewegt. Der andere Partner darf nicht kommentieren, sondern er hat die wichtige Aufgabe, aufmerksam zuzuhören. Nach den ersten 10 Minuten werden die Rollen getauscht. Dies ist besonders hilfreich in konfliktreichen Beziehungen, wenn sich sonst die Worte überschlagen und der Streit nicht mehr weit ist.

Manche Paare gehen auch gern Spazieren beim Reden, oder sie verlegen den Eheabend dorthin, wo es gerade passt (bei schlechtem Wetter in ein Restaurant an einem ruhigen Tisch, oder bei gutem in den Park auf die Picknick-Decke bei einem schönen Glas Rotwein).

Übrigens, auch das gemeinsame Schweigen und der körperliche Kontakt hat seine Zeit an diesen Abenden.

Text: (c) S. C. Jaeckel-Engler, Foto: Wikimedia Commons, zeigt ein Paar mit Schneeschuhen in Ontario, Kanada, vor 1949.

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„Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal. “
1.Könige 19,18

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. “
Epheser 3,14-15

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