Das wöchentliche Familienessen

Die gemeinsame Mahlzeit einer Familie ist wichtig, für viele aber nicht täglich realisierbar (auch wenn die heutigen Familien nicht so groß sind, wie die des Sonnenkönigs Louis XIV. - siehe Bild unten).

Jüdische Familien treffen sich wöchentlich am Freitagabend, um den Sabbat (Ruhetag) mit einer Zeremonie zu begrüßen. In biblischer Anlehnung daran treffen sich christliche Familien am Samstagabend, um den Sonntag als Ruhetag einzuläuten.

Die Begrüßung des Sonntags bedeutet: Es ist Wochenende; Sonntag ist Feiertag. Er ist deshalb ein ganz besonderer Tag, weil für den gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes, für Gemeinschaft mit anderen und mit Gott reserviert ist. In der Bibel steht, dass Arbeit wichtig ist, aber der Sonntag als Feiertag ernst zu nehmen ist (2. Gebot).

Christliche Familien begrüßen diesen Feiertag gemeinsam. Die Familie eines Mitarbeiters der Berliner Stadtmission, dessen Kinder zum Teil schon erwachsen sind und nicht mehr im Haus leben, gestaltet das "Sonntagsbegrüßungsfest" wie folgt:

Weder Eltern noch Kinder nehmen am Samstagabend andere Einladungen an - dieser Termin ist fest für die Familie reserviert. Der Abend beginnt damit, dass alle gemeinsam Kochen - jeder trägt nach seinen Möglichkeiten zum Festmahl bei. Vor dem Essen wird das Tischgebet gebetet, aus Dankbarkeit gegenüber Gott für die wunderbare Versorgung. Beim Essen selbst darf jedes Familienmitglied drei Dinge erzählen, die in der vergangenen Woche gut waren. Warum nur das Gute? "Meckern geht immer", sagt der Mitarbeiter, "Das Gute muss herausgekitzelt werden!"

Dieser gemeinsame Abend hat in der Familie eine so hohe Attraktivität, dass die bereits erwachsenen Kinder noch immer häufig dazu kommen - dann mit der Freundin oder dem Freund. Geht es nicht, dann kommt eine Absage - und das ganz ohne Druck oder Vorgabe durch die Eltern.

Apropos Freundin oder Freund - auch die noch im Hause lebenden Kinder bringen ihre Kumpel mit und diese werden in das Ritual eingebunden. Kürzlich sagte zum Beispiel der Sohn zum mitgebrachten Freund beim gemeinsamen Kochen, "Na, du kannst dir jetzt schon mal drei Dinge überlegen, die letzte Woche gute gelaufen sind, denn nachher beim Essen wollen wir davon hören."

Text: (c) S. C. Jaeckel-Engler, Foto: Wikimedia Commons, zeigt die Familie von Louis XIV. (Sonnenkönig) von Frankreich

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Tel.: 030-690 33-3
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Tageslosung

„Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal. “
1.Könige 19,18

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. “
Epheser 3,14-15

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