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Gemeinde Tegel der Berliner Stadtmission

Impulse

Von der Freyheyt eyniß Christen menschen

Gedanken aus einer Reformationsjahr-Predigt zum Thema Freiheit

Berlin hat im April eine Werbekampagne gestartet, in der Berlin als „Hauptstadt der Freiheit“ vermarktet wird. Man kann unter #FreiheitBerlin das eigene Verständnis von Freiheit beschreiben. Was macht Berlin zur „Hauptstadt der Freiheit“? Erinnert dieser Slogan an Freiheitsmomente in der Geschichte, wie den Fall der Mauer? Oder will er sagen: Hier kannst Du tun und lassen, was du willst…. Berlin ist unkompliziert, hier kannst Du vieles ausprobieren. Ich bin dann mal so frei… Und viele Touristen kommen nach Berlin, weil man hier bestimmte Freiheiten hat, für die man anderswo kritisch beäugt wird.

Vermutlich würde den wenigsten Berlinern bei Freiheit Kirche oder Glauben einfallen. Denn das wird immer noch assoziiert mit Regeln und Geboten. Und die schränken die Entscheidungsfreiheit des modernen Menschen doch ziemlich ein, oder?

Freiheit-Kirche , das klingt doch für viele wie ein Gegensatzpaar.

Dabei ist Freiheit in der Bibel immer wieder ein Thema. So schreibt Paulus in Galater 5,1: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Paulus schreibt an eine Gemeinde, die offenbar die echte Freiheit noch nicht für sich entdeckt hatte oder sie wieder vergessen hatte. Er schreibt den Brief an die Galater, die Einwohner einer Region in Kleinasien, der heutigen Türkei. In ihrer Gemeinde waren offenbar Leute mit einem sehr gesetzlichen Hintergrund aufgetaucht. Sie haben für die Beschneidung geworben, das unverkennbare Zeichen, dass jemand im alten Bund zum Gottesvolk gehört. Sie wollten die jungen Christen auf dieses Zeichen verpflichten. Offenbar gab es eine ganze Menge Leute in der Gemeinde in Galatien, die das verlockend fanden. Man hält sich an das, was man hat, man hat klare Regeln und Werte, dafür stand die althergebrachte Beschneidung. Da waren Leute, die der Gemeinde in Galatien klare Ansagen machten. „Lebt nach den Gesetzen des Alten Testaments und ihr seid auf der sicheren Seite“. Die Galater haben sich von ihrem Wunsch nach Sicherheit verführen lassen. Von ihrem Bedürfnis, Regeln zu haben, die das Leben ganz klar strukturieren. Sich an etwas festhalten zu können, was ihnen Halt gibt.

Das Bedürfnis ist verständlich, nur dabei war ihnen offenbar aus dem Blick geraten, dass es da jemanden gibt, der an ihnen festhält. Sie hatten es doch offenbar schon mal gehört, erfahren, dass sie gehalten sind, begnadet, geliebt, unabhängig von dem, was sie taten oder getan hatten.

Aber die Freiheit, daraus zu leben, hatten sie wohl nicht. Deshalb will Paulus sie an die Freiheit eines Christenmenschen erinnern: „In Jesus Christus gilt weder die Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“

Also zwei Dinge: Du hast einen Glauben, Du stehst in einem Vertrauen, in einer Beziehung, die Dich ganz tief im Innern hält und stark macht.

Und das können andere daran merken, dass bei den Christen Liebe spürbar wird, keine Liebe, die das ihre sucht oder auf Gegenleistung hofft. Sondern eine Liebe, die einfach Resultat der Dankbarkeit ist: Für geschenktes Leben und erfahrene Gnade. Diese Freiheit aus Liebe, die Paulus meint, macht Dich großzügig und unabhängig davon, was Du von anderen bekommst, was sie Dir tun oder antun.

Und so ähnlich hat es dann Luther formuliert in seiner Schrift: 

Von der Freiheit eines Christenmenschen

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan.

Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht in allen Dingen und jedermann untertan.“

Das klingt paradox, aber im Grunde will Luther damit sagen: Im Glauben gibt es eine innere Freiheit, die Dich im Blick auf andere ganz selbstlos und großzügig werden lässt.

„Denn der innerliche Mensch ist mit Gott eins, fröhlich und lustig, um Christus willen, der so viel für ihn getan hat. Und es besteht seine ganze Lust darin, dass er wiederum Gott auch umsonst aus freier Liebe dienen möchte….

Aus dem allen ergibt sich der Schluss: Ein Christ lebt nicht für sich selber, sondern in Christus und für seinen Nächsten; in Christus durch den Glauben, für den Nächsten durch die Liebe. Durch den Glauben erhebt er sich zu Gott, von Gott aus wendet er sich wieder seinem Nächsten zu durch die Liebe und bleibt doch immer in Gott und in der göttlichen Liebe,….“

Da ist die innere Freiheit, die der Glaube schenkt. Da ist die äußere Freiheit, anderen liebevoll zu begegnen. Zwei Seiten einer Freiheit, die wir als Christen auch in unserer „Hauptstadt der Freiheit“ ganz selbstbewusst ausleben können.

Lorenz Bührmann - Juni 2017

 

 

Luther-Bibel als App kostenlos

Nichts was es nicht als App gibt

2017 steht ja stark unter dem Eindruck des Reformationsjubiläums, dazu wurde auch eine Überarbeitung der Lutherbibel herausgegeben.

Die EKD schenkt bis zum Reformationsjubiläum allen Bibelliebhabern eine kostenlose Ausgabe für Handys, Computer und Tablets, ein zeitlich befristetes Angebot nur für die nächsten Monate und ein kleines Geschenk für die, die gerne ihre Bibel auch elektronisch dabei haben. Einfach in den entsprechenden Appshops nach Lutherbibel 2017 suchen oder unter https://www.die-bibel.de/ueber-uns/unsere-uebersetzungen/lutherbibel-2017/die-lutherbibel-2017-als-app/

Lasst Euch doch zu Beginn des Jahres mit dieser Bibel beschenken....

 

 

Das Reformationsjubiläum zieht seine Kreise

Das Reformationsjubiläum zieht seine Kreise. Dutzende Bücher beleuchten alle möglichen und unmöglichen Aspekte des Reformators und die Folgen auf Kultur, Gesellschaft und Religion. Wenn Luther geahnt hätte, was seine unruhiger Geist alles angestoßen hat ...

"Konzentrische Kreise gehen auf die Reise ..." Der Liedtext von Sarah Kaiser beschreibt eine existenzielle Ausgangssituation, die sich wellenartig ausbreitet. Es ist die Bitte aus der Mitte: "Verändere Du mein Leben, berühre Du mich". Habe ich eine Erwartung an Gott? Worum bitte ich ihn? Sehne ich mich nach einer Begegnung mit dem Auferstandenen? Dazu muss ich mich aufmachen und Jesus entgegenlaufen. Erforderlich sind Demut, Entschlossenheit und die Bereitschaft loszulassen: "Ich gebe Dir mein Herz".

Eine unabdingbare Voraussetzung für das Hören auf Gottes Wegweisung ist die Stille. Das bedeutet die Aktivität zu drosseln, den Mund zu halten, die Sinnes- und Medienkanäle zu schließen und die Aufmerksamkeit nach innen und nach oben zu richten; "Sprich nur ein Wort". Angekommen in der Gegenwart Gottes, im ewigen Jetzt, beginnt alles von vorne. Der unnütze Ballast an Sorgen, Gedanken und Zweifeln hat keinen Platz mehr und geht über Bord. Die gerade begonnene Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit für den inneren Frühjahrsputz, verbunden mit der Chance auf eine persönliche Reformation.

Michael U. - März 2017 

 

 

Was uns bewegt hat im Sommer 2016: Leben mit den Anschlägen im Juli

Es wurde Sommer. Endlich trat bei vielen eine zunehmende Entspannung ein, viele freuten sich über gutes Wetter und die Aussichten, bald in den Urlaub zu fahren, darauf, einen erholsamen, entspannten Sommer zu genießen.

In die Sehnsucht nach Ruhe kam dann aber im Juli ein erschreckendes Ereignis nach dem anderen: Der schlimme Anschlag mit vielen Toten am französischen Nationalfeiertag in Nizza, das Axtattentat in einem Regionalzug bei Würzburg, der Amoklauf in einem Einkaufszentrum in München, die Bombenexplosion auf ein Musikfest in Ansbach und ein paar Tage später der Anschlag auf eine kleine katholische Gemeinde in Frankreich.

Wir haben uns nach einem ruhigen Sommer gesehnt und wurden doch immer aufgeschreckt von den Nachrichten im Fernsehen.  Wir erschrecken, weil wir merken: So weit von uns ist das gar nicht weg. Es passierte, wo Menschen feierten, einkauften oder reisten. Wir merken, es kann ganz schnell gehen. Leben ist durch eine unberechenbare Form des Terrors bedroht. Das macht uns Angst.

Am liebsten wäre ich weggefahren, irgendwo auf eine einsame Insel, weit weg von all diesen Dingen. Abschalten im Urlaub würde dann auch heißen, diese Nachrichten und Bilder hinter mir zu lassen. Da gab es viele Möglichkeiten mit den Ereignissen umzugehen: Mitgefühl und Trauer. Wut und Empörung. Schuldzuweisungen an die Politiker und die Gesellschaft. Und vielleicht sogar Zynismus.

Ich bekam eine große Sehnsucht nach Glauben. Danach, in meinem Glauben etwas zu finden, was mich auch durch solche schweren Momente hindurch trägt. Meinen Glauben gerade jetzt lebendig werden zu lassen, wo fehlgeleitete Menschen andere mit dem Tod bedrohen. Ich will nicht, dass die Angst mein Leben bestimmt. Ich will, dass der lebendige Herr, Jesus Christus mit seiner Macht hineinkommt, wo Attentäter mit einem kranken Glauben Schrecken verbreiten.

Ich suche in der Bibel, in Gottes Wort, im Gebet. Und ich finde die Psalmen.

„Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich und er erhört mich…“ so beginnt etwa Psalm 77. Vielleicht ist das erste, was ich empfinde, neben dem Schrecken und Schock, die Trauer, die Hilflosigkeit, die Verzweiflung. Ich kann das Gott klagen. Ich kann meine Wut und mein Unverständnis raus lassen vor Gott, im Gebet vor ihn bringen. Manchmal kann ich mich im Gebet auch tragen lassen von den anderen Geschwistern. Als im März 2015 ein Pilot ein Flugzeug in den Alpen zum Absturz brachte, suchten die Angehörigen der Opfer Trost bei einer Trauerfeier im Kölner Dom. Kardinal Woelki lud auch die, die nicht beten konnten, ein, sich tragen zu lassen von den Gebeten der anderen. Die erste Möglichkeit in Schock und Angst ist die, im Gebet vor Gott zu kommen und darin vielleicht auch wieder die kleine Kraft zu erleben, dass es uns gut tut.

In den Klagepsalmen ringen Menschen mit Gott, mit erfahrenem Leid und Schicksal, damit, dass das Leben anders geworden ist. Und wenn man sich diese Klagepsalmen anschaut, stellt man oft auch einen Umschwung fest. Oft beginnt es damit, dass der Beter seine Gedanken in frühere Zeiten schweifen lässt: „Ich denke an die Taten des Herrn, ja ich denke an deine früheren Wunder…“ (Ps. 77, 12) Der Psalmbeter denkt nach über das, was ihm Kraft und Hoffnung gibt, über erfahrenes Gutes, über die Werte, die sein Leben bisher getragen haben. Im  Sommer 2016 kam mir wieder ein Bibelvers sehr zu Bewusstsein, der mir in anderen Zeiten meines Lebens einmal wichtig geworden ist: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7). Diesen Vers habe ich immer wieder vor Augen gehabt und mich dadurch unterbrechen lassen. Aber das gilt nicht nur für Situationen, in denen wir Angst haben: Kraft, Liebe und Besonnenheit sind auch sonst auf dem Lebensweg sehr gute Ratgeber.

In den Psalmen finden die Beter oft zum Vertrauen an Gottes Stärke zurück. Am Ende steht gerade in den Klagepsalmen oft ein Bekenntnis zu Gottes Hilfe und Möglichkeiten. In Psalm 77,15 heißt es: „Gott, Dein Weg ist heilig. Wo ist so ein mächtiger Gott, wie du, Gott bist?“ Die Erfahrung des Volkes Israel war es immer wieder, dass ihr Gott sie aus Todesgefahr rettete, dass er stärker war als die Angst und die Bedrohung.

Am 15.11.2015 sagte der Pariser Kardinal Vingt-Trois anlässlich eines Trauergottesdienstes in der Kathedrale Notre Dame: „Gott klopft an die Tür… und erinnert uns an das Leben.“

Ich möchte dieses Klopfen Gottes hören und wieder an das Leben glauben, das in den letzten Tagen und Wochen immer wieder auch bedroht worden ist. Und ich will in guten und in schlechten Zeiten in der Gewissheit leben, dass Gott die maßgebliche Kraft in meinem Leben ist und nicht die Angst.

Lorenz Bührmann

 

 

Stolpern über Flüchtlinge und die Bibel

Manchmal lässt Gott uns über etwas stolpern. Stolpern in dem Sinne, dass er mich aus dem Tritt bringt. Nach manchem Stolpern muss ich erst mal einen Standpunkt finden, bevor ich weitergehe.
Die Herausforderung, die mit dem Flüchtlingsstrom, der im letzten Jahr in unser Land kam, verbunden ist, ist solch ein Stolpern. Ein Stolperstein, sogar Stein des Anstoßes für viele Menschen. Und manch eine Behörde oder ein Verantwortlicher in unserer Stadt kam auch ganz schön in Stolpern, als es darum ging, einen Umgang damit zu finden. Manchmal bringen konkrete Situationen ein ganzes Land ins Stolpern. Gott lässt mich aber auch manchmal über sein Wort stolpern. Bei mir ganz konkret über einen Bibelvers, der mir immer wieder begegnet ist. Letztes Jahr im November kurz vor der Adventszeit war es der vorgeschlagene Predigttext. Ich bin auf diesen Vers gestoßen in einer Weihnachtsgeschichte von Leo Tolstoi. Im Januar war er Thema in einem Gottesdienst, den die Generalsuperintendentin im Dom für ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit gehalten hat. Am 19. Februar war er die Tageslosung, die ich bei der Andacht im Berliner Dom auszulegen hatte:  Jesus Christus spricht: Wahrlich, ich sage euch: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt. 25,40).

Stolpersteine

Ich stolperte über eine Situation und gleichzeitig immer wieder über einen konkreten Bibelvers als eine Art Handlungsanweisung für diese Situation. Gottes Wort und Situation kommen zusammen. Und irgendwie merke ich, wie in diesem Zusammentreffen Gottes Wort erst richtig seine Wirkung entfalten will. Gehandelt werden muss, wir müssen mit der Situation umgehen, mit der uns da die Wogen der Weltgeschichte eine ganze Menge Stolpersteine ins Land gespült hat. Es gibt Parteien, für die es ganz einfach ist: Zieht eine Sperre hoch, damit wir nicht noch mehr von diesen Stolpersteinen bekommen. Werdet sie einfach und schnell wieder los, diese Stolpersteine. Aber da fängt schon das Problem an: Es geht ja nicht um Steine oder Probleme, sondern um Menschen.

Menschen auf der Flucht

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Anruf von der Wohnungsbaugesellschaft, der ein Großteil der Mietwohnungen in Tegel Süd gehört. Da soll an der Bernauer Straße 139 eine Gemeinschaftsunterkunft für 225 Flüchtlinge als neunstöckiges Haus gebaut werden. Ob ich nicht die „Position der Kirche“ auf einer Mieterversammlung darstellen könnte. Offenbar wird die Kirche als eine gesellschaftliche Kraft gesehen, die dazu einen klaren Standpunkt hat. Ich denke nach, was ich sagen könnte. Mir kommen Bilder in den Sinn von Flüchtlingen, die mir begegnet sind, in unserer Stadtmissionsflüchtlingsunterkunft in der Mertensstraße. Mir kommt der Bibelvers in den Sinn. Ich muss an Ängste denken, die vielleicht auch auf der Mieterversammlung hoch kommen werden. Sind da Anfeindungen zu erwarten? Was soll ich sagen? Nach und nach kann ich meine Gedanken ordnen. Ich werde von Begegnungen mit Menschen erzählen, von den Kindern, für die ich einen Luftballon in der alten Fabrikhalle aufgepustet habe und die dann inmitten dieser tristen Atmosphäre anfingen, damit zu spielen und fröhlich zu sein. Von der Gruppe junger Männer, mit denen ich mich am Tag nach ihrer Registrierung unterhielt, denen ich keine Antwort auf ihre Fragen nach der Zukunft geben konnte, und die trotzdem sagten: „Wir sind dankbar für das, was ihr für uns tut. Bitte sage das allen Deutschen weiter: Danke, Deutschland, danke für das, was ihr für uns tut.“ Von dem Dolmetscher in der Halle, dem fast die Tränen kamen, als eine Flüchtlingsfamilie ihn als Zeichen der Dankbarkeit und Gastfreundschaft an einem der Tische mit Essen versorgte. Es sind ja in erster Linie Menschen, die uns da begegnen. Natürlich weiß ich, dass wo Menschen sind, auch Probleme und Aggressionen entstehen. Gerade auch in dieser Halle in der Mertensstraße, wo es in den ersten Monaten kaum Privatsphäre gab, und die Menschen zu Dutzenden in Doppelstockbetten nebeneinander leben mussten Aber das ist kaum verwunderlich: Ich selbst bin ja schon genervt, wenn ich auf einer Jugendfreizeit nur für ein paar Tage in einem Mehrbettzimmer schlafen muss…..
Ich werde nicht über die politischen Entscheidungen philosophieren. Ich beneide unsere Politiker nicht, die Entscheidungen treffen müssen. Ich weiß auch nicht, welches die beste innen- oder außenpolitische Lösung ist, falls es überhaupt eine Lösung gibt.
Die Menschen sind jetzt einfach da und damit eine konkrete Herausforderung: Sie brauchen jetzt einen Raum zum Leben, das Nötigste, Zukunftsperspektiven. Eigentlich gibt es hier und jetzt nur eine Möglichkeit für mich, wenn ich die Situation und das Wort aus der Bibel wahrnehme: Im Hier und Jetzt in Gottes Sinne das Beste aus der Situation zu machen.
Man kann sich über Probleme aufregen, man kann Ängste groß werden lassen, negativen Stimmungen Raum geben. Man kann aber auch fragen: Was hilft uns, gut in die Zukunft zu gehen? Was haben wir für Ressourcen, die wir nutzen können? Was können wir selbst dazu beitragen, damit unsere Befürchtungen sich nicht erfüllen, sondern dass Integration wirklich gelingt? Wo kann ich konkret etwas für Menschen tun. Jesus hat zumindest nicht gesagt: Schafft mir diese geringsten Brüder aus dem Weg. Sondern: Was ihr einem von denen getan habt, das habt ihr mir getan.