Die Wohnungslosenhilfen im Haus Lehrter Str. 69

Die „Wohnungslosenhilfen im Haus Lehrter Str. 69“ befinden sich im Stadtbezirk Berlin Mitte, unmittelbar am Berliner Hauptbahnhof.

Das Konzept ist einfach und erfolgreich. Auf dem Gelände des Zentrums am Hauptbahnhof befinden sich zwei genau aufeinander abgestimmte Projekte: die niedrigschwelligste Notübernachtung Berlins und das Übergangshaus. Menschen, die in unsere Notübernachtung kommen, können in unserem Übergangshaus unkompliziert aufgenommen werden.

Wohnungslosigkeit hat viele Ursachen und die Lebensgeschichten und Charaktere der Betroffenen sind so verschieden, wie die Menschen selbst. Das erleben die Mitarbeitenden des Übergangshauses im Zentrum am Hauptbahnhof täglich in ihrer Arbeit. Das besondere Konzept dieser Einrichtung der Wohnungslosenhilfe ist es, Menschen ein vorübergehendes (zwischen drei und neun Monate) Zuhause anzubieten und ihnen nach individueller Problemlage Auswege zu zeigen. Hilfe zur Selbsthilfe, Stabilisierung und Neuorientierung sind hier die Stichworte. Der eine muss zunächst sein Alkoholproblem in den Griff bekommen, ein anderer wird erst wieder handlungsfähig, wenn psychische Probleme wie schwere Depressionen erkannt und behandelt werden.

Wer jahrelang auf der Straße gelebt hat, braucht die Zeit in einer geschützten Umgebung, um wieder Vertrauen zu fassen, zu sich selbst zu kommen und das häusliche Leben neu zu lernen. Was uns meist selbstverständlich ist, bedeutet für sie oft eine große Hürde. Für all dies bietet das Übergangshaus Raum und professionelle Begleitung.

Wo bekomme ich einen Ausweis? Wie funktioniert das mit Behördengängen und Anträgen? Wie führt man einen Haushalt? Kann ich zum Arzt oder Zahnarzt gehen? All diese Fragen und vieles mehr gehen die sechs hauptamtlichen SozialarbeiterInnen an.

Sandra Manthey und Michael Widmann betonen, wie wichtig auch die emotionale Basis für die Bewohner ist – ein Fundament, das entscheidend für Erfolg oder Scheitern sein kann. Daher gehört es zum Konzept, dass 24 Stunden Ansprechpartner und Betreuer für die bis zu 40 BewohnerInnen da sind. Nachtdienste werden häufig auch von Ehrenamtlichen übernommen, ohne die eine solche Begleitung gar nicht zu leisten wäre. Feste wie Weihnachten und Silvester werden gemeinsam gefeiert. „Manchmal kommen bei diesen Gelegenheiten Erinnerungen an alte Zeiten hoch, als das Leben noch in Ordnung war. Das kann sehr belastend sein, sogar zu Krisen führen“, weiß Sandra Manthey.

Menschlicher Beistand und Verständnis sind dann unverzichtbar. Die SozialarbeiterInnen erleben den Erfolg ihrer Arbeit hautnah, wenn BewohnerInnen Vertrauen fassen und erste Schritte aus der Obdachlosigkeit gehen können. Viele halten auch nach dem Auszug den Kontakt, einer betreut inzwischen ehrenamtlich ehemaligen Schicksalsgenossen. Kurzen Wegen und guter Vernetzung im Zentrum am Hauptbahnhof ist es zu verdanken, dass immer wieder auch Gäste aus der Notübernachtung im Übergangshaus einziehen und von hier aus mit Hilfe nachhaltig einen Weg aus der Wohnungslosigkeit finden.

Die „Wohnungslosenhilfen im Haus Lehrter Str. 69“ sind auf drei Etagen verteilt. Dabei ist die erste Etage vorwiegend für trockene alkoholkranke Bewohner vorbehalten, die dritte Etage hingegen für Strafentlassene.

Termine

Es liegen keine aktuellen Termine vor.

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