Tagebucheintrag März/April

FSJlerin

Hallo liebe Leser,

schleichend langsam trifft der Frühling in Berlin ein und dementsprechend ändert sich auch unser Alltag, besonders im Vergleich zum eiskalten Februar.  Unser doch recht entspannter März ist geprägt von Mini-Picknicken, Flohmärkten, Spaziergängen und Ausstellungen, egal was, die Hauptsache ist es passiert im Freien und in der „schönen“ Natur Berlins.

Ist auch egal was, Hauptsache in diesem Monat unternehmen wir mal wieder coole Sachen gemeinsam, anscheinend haben wir das in den letzten zwei Monaten schleifen gelassen. Wir haben diesen Monat auch ordentlich Besuch von Freunden aus unseren Städten bekommen, weswegen der Monat März ein bisschen trubeliger wurde als gedacht.

Was ist also noch alles passiert?
Mir wurde eine persönliche Ei-Haarkur angefertigt und eigens mit sehr viel Liebe auf das Haar aufgetragen (Jakob hat mir einfach so ein Ei auf dem Kopf zerschlagen, danke dafür an der Stelle), der Textilhafen wurde durch einen Instapost einer Influencer: in berühmt und somit wurde unser Geheimspot auf einmal überrannt (für den Textilhafen freut es mich, wir leiden unter dem Ansturm), ein FSJler ist zum Union Berlin Fan geworden (nicht freiwillig, er wurde gezwungen, hat dafür aber auch schon den passenden Merch in Form von einem Union Berlin Pyjama) und vor dem Frühjahrsempfang wurde mit dem Namen einer Berliner Bezirksrätin gekämpft.

Eins meiner persönlichen Stadtmissions-Highlights diesen Monat muss ich aber noch einmal besonders erwähnen, nämlich die Wrestling-Show im Festsaal der Geschäftsstelle. Für einen guten Zweck wurde zu einer kostenlosen Wrestling-Show mit mehreren Kämpfen eingeladen und Groß und Klein, Alt und Jung, sowie Menschen mit oder ohne Obdach haben sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Besonders die Kinder waren begeistert von den Wrestlern und konnten nur schwer von ihren neuen Idolen abgehalten werden! Auf der anderen Seite war es sehr lustig anzusehen, wie große, starke Männer in einem Meer von Kinderhänden untergegangen sind!

Ansonsten haben wir den März gemeinsam mit Pizza-Abenden, Wine and Gossip Nights, Barbesuchen und Billiardrunden gut überstanden! Sogar das erste Berlin Tattoo wurde gestochen, womit der Bucketlist-Eintrag von Anfang September erfüllt wurde (ist unter Steckbriefen nachzulesen)!

Streichen

Doch auch das Vergnügen geht Hand in Hand mit der Arbeit. Die Seydlitz-WG hatte eine neue Aufgabe im März: das Wohnzimmer streichen! Mit viel Enthusiasmus, grandioser Unterstützung von Seiten Ulis und viel Fachwissen (ich hoffe man erkennt die Ironie) haben wir das Wohnzimmer wieder auf Vordermann gebracht. Die Brötchen die Uli uns als Lohn nicht vorbeigebracht hat, haben uns besonders geschmeckt (merkt man, dass da noch ein kleiner Groll gehegt wird? Ich denke nicht)! Kleiner Spaß, wir haben Uli alle sehr lieb! Also darf sich die neue Seydlitz-WG auf eine aufgehübschte Wohnung freuen, denn auch wenn Eigenlob stinkt würde ich sagen wir haben einen guten Job gemacht!

So ging der Monat März mit einem frisch gestrichenen Wohnzimmer zu Ende und der April startet schon mit dem nächsten Seminar!
Während dem Politischen Seminar werden eine Woche lang thematische Ausflüge zur deutschen Geschichte und Aufarbeitung dieser gemacht. Zum einem wurde uns etwas zum Umgang mit Konflikten von Katharina Schridde, unserer internen Seelsorgerin und zu Politik im Allgemeinem vom Matthias Hamann beigebracht. Zum anderen wurde uns die deutsche Geschichte konkret mit Ausflügen näher gelegt. Für die deutschen FSJler: innen war dies sicher nichts Neues, aber da sich in unserem FSJ-Jahrgang mal wieder FSJler: innen aus aller Welt befanden, war auch das sehr spannend.

Gruppenfoto

Mit einem Ausflug zum Europäischem Parlament wurde gleich am Montag die EU abgearbeitet. Weiter ging es dann in die Vergangenheit zur Bernauer Straße und der dortigen Gedenkstätte zur Berliner Mauer, wo uns Zeitzeuge Gerhard Witte ein bisschen was zu seinem Leben und Ausbruchserfahrungen in der DDR erzählt hat. Dann ging es weiter zurück in die Vergangenheit mit Ausflügen zum Haus der Wannseekonferenz und Gleis 17, zur Topographie des Terros oder zu den Denkmälern für die ermordeten Sinti und Roma, der ermordeten Juden und der ermordeten Homosexuellen durch die Nationalsozialisten. Wir durften uns aussuchen wo wir hin wollten. Als großer Teil der Woche ging es für uns in das KZ Sachsenhausen, wo wir von anderen FSJler: innen der Gedenkstätte dort eine Führung bekommen haben. Nach einer kleinen Abschlussrunde und einem weiteren sehr interessanten Zeitzeugengespräch ging diese gewinnbringende und spannende Seminarwoche zu Ende. Es war wirklich schön!

Kinderschminken

Zur Feier dessen musste eine weitere WG-Party her! Gleich am Freitagabend luden wir von der Seydlitz-WG alle die kommen wollten, ob neue oder alte FSJler: innen oder einfach irgendwen den wir während unserer Zeit hier kennen gelernt haben, durften kommen. Mit viel Spaß und nur wenig und kurze Beschwerden von den Nachbarn war die Party ein voller Erfolg würde ich aus meiner bescheidenen Perspektive sagen.

Mitte April geht für die meisten von uns die Kältehilfezeit und somit eine wohl prägende Ära in unserem Leben zu Ende (das ganze FSJ ist prägend, machen wir uns mal nichts vor). Während die letzten Stunden in den Notübernachtungen zur Überbrückung der kalten Nächte verziehen, wird am Tag das immer besser werdende Wetter ausgenutzt. Wir setzen unsere Alltagsbeschäftigungen fort – egal was, Hauptsache draußen!

Dann stand auch schon Ostern vor der Tür und auch wir in der Seydlitz-WG haben gefeiert! Dank der Größe der WG und dem Gerümpel überall konnte man hier gut auf Osterhasensuche gehen. Bald kamen bei manchen Mitbewohnern die wettbewerbsfähige Ader durch – Es war Krieg.

Danach ging es zur Bahnhofsmission Zoo für den Tag der Bahnhofsmissionen, wo zwei zum Kinderschminken eingesetzt wurden. Meistens kamen aber Obdachlose vorbei, sind wir ehrlich.  Ich habe noch nie so viele Joker, Füchse, Einhörner und Mike Tysons auf einem Haufen gesehen

Den April haben wir dann mit einem weiteren Mini-WG-Urlaub nach Hamburg inklusive Konzert und einer kleinen Reise für zwei von uns zum Kirchentag beendet! Es war also ein sehr erfolgreicher Monat! Mal schauen was die Nächsten noch so bringen werden.