Advent – roter Teppich fürs Leben!
Advent ist die Zeit des Wartens. Christ:innen warten auf die Ankunft Jesu, die sie zu Weihnachten feiern.
Die Adventszeit wird schon seit Jahrhunderten begangen – traditionell als Fastenzeit. Wo bei uns heute Lebkuchen, Dominosteine und Spekulatius kaum wegzudenken sind, wurde früher auf Leckereien verzichtet. So wandeln sich Fest- und Fastenzeiten durch die Jahrhunderte.
Eine besondere Rolle im Advent spielt aber durch alle Zeiten das Licht. Johann Hinrich Wichern erfand im 19. Jh. für die Kinder, die er in seinen Heimen in Hamburg aufnahm, den Adventskranz. Das war ein ganzes Wagenrad damals, auf dem an jedem Tag eine Kerze angezündet wurde. Das machte den Kindern das Warten auf Weihnachten leichter und half ihnen zu verstehen, wann Heiligabend da war. Das Licht symbolisiert zugleich die Hoffnung, die der Glaube an Gott in die Welt bringt und das mit Jesus selbst das Licht in die Welt kommt. Das Rad wiederum symbolisiert die Ewigkeit, in der dieses Licht leuchten wird.
Später kam dann noch Tannengrün dazu, als Zeichen des Lebens und der Zuversicht, weil es auch dann grünt, wenn alle Laubbäume kahl stehen. Außerdem wurde die Anzahl der Kerzen auf vier reduziert – für jeden Adventssonntag einen. Damit wurde der Adventskranz zugleich so klein, dass er ins Wohnzimmer passte und seinen Siegeszug in unzählige Wohnungen antrat.
Die Idee der Ankunft des Lichts in der dunklen Jahreszeit spricht bis heute viele Menschen an, egal ob religiös oder nicht. Fenster und Türen werden vielerorts mit Lichterketten geschmückt.
Man könnte sagen, dass damit ein roter Teppich ausgerollt wird für die Ankunft von Jesus, für den Einzug von Hoffnung und Frieden in die Welt. So lädt die Adventszeit bis heute Menschen ein, innezuhalten und zu überlegen, für welche Personen, Stimmen von außen und Gedanken sie einen roten Teppich ausrollen möchten. Was ist heilsam, entspringt der Dankbarkeit und baut Menschen auf? Worin zeigt sich Gott mitten in unserer Welt?
Ich wünsche Ihnen und euch allen, dass die Adventszeit nicht nur eine Zeit der Hektik ist, sondern einer solchen Fokussierung auf das Wesentliche und das Gute. Dafür haben wir auch allen Grund. Immerhin ist es ja auch so, dass Gott in Jesus uns den roten Teppich ausrollt, uns einlädt und bei sich willkommen heißt.
Einen gesegneten Advent!
Andrea Völkner