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Aktuelles

07.10.2021

Abschied von Martin Zwick

Porträt Martin Zwick

Im April nächsten Jahres hätte er sein 30-jähriges Dienstjubiläum bei der Berliner Stadtmission gefeiert. Doch statt sich lautstark zuprosten zu lassen, beendet Martin Zwick bereits Ende des Jahres auf eigenen Wunsch seinen aktiven Dienst. Seinen Platz als hauptamtlicher Vorstand der Berliner Stadtmission wird ab dem 1. Januar 2022 die diplomierte Ökonomin Dragana Duric einnehmen. „Unsere sehr geschätzte Kollegin ist bereits seit 2014 in verschiedenen Positionen in unserem Werk tätig und aktuell die Geschäftsführerin einer Tochtergesellschaft. Dieser nahtlose Übergang macht es möglich, dass ich meine Erfahrungen bestmöglich an Dragana Duric weitergeben kann“, erklärt Martin Zwick.

Der 62-Jährige wird ihr einen evangelischen Verein übergeben, in dem unter seiner Regie statt der anfänglich 300 ehrenamtlich Tätigen inzwischen rund 1.700 Menschen freiwillig zupacken. Auch die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeitenden ist in den vergangenen 30 Jahren von 150 auf mehr als 1.000 gestiegen. „Beeindruckt hat mich dabei immer die hohe Kompetenz unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden“, sagt Martin Zwick.

Die Anfänge

Als er in den 1990er Jahren seine Arbeit als Finanzvorstand begann, wussten nur wenige Hauptstädter:innen, was die Berliner Stadtmission überhaupt macht. Heute ist das anders: Viele der mehr als 80 Projekte wie die Seniorenwohnheime, der Kältebus, das Theologische Studienzentrum Berlin, die Straffälligenhilfe, die Kindergärten, die Einrichtungen zur Familienerholung, die Bahnhofsmissionen oder die missionarisch-kirchlichen Angebote sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. „Ich bin stolz darauf, was aus der Stadtmission geworden ist“, erklärt Martin Zwick. Zusammen mit anderen führte er nach der Wiedervereinigung die Stadtmissionen in Ost- und Westberlin zusammen: „Statt besserwisserisch voranzugehen, haben wir damals vor allem versucht, die Potenziale aller Kolleg:innen zu entdecken und sie bestmöglich zu fördern“, erinnert er sich.

Zentrum am Hauptbahnhof von obenSchon allein das Zentrum am Hauptbahnhof ist in den letzten Jahren gewachsen


Und auch als 2015 innerhalb weniger Monate hunderttausende Geflüchtete das sichere Berlin ansteuerten, blieb Martin Zwick mutig und gelassen. Als Christ war es für ihn keine Frage, diesen Menschen einen sicheren Zufluchtsort zu gewähren. Doch bevor die Berliner Stadtmission Unterkünfte für geflüchtete Menschen betreiben konnte, standen ihre Mitarbeitenden schon auf dem Gelände des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), um die erschöpften Neuankömmlinge mit einem Tee, Kaffee und Spielzeug zu begrüßen. Denn obwohl der Verein inzwischen ein großes evangelisches Werk ist, können seine Mitarbeitenden weiterhin schnell handeln und helfen. Martin Zwick kennt das Geheimnis: „Mitarbeitenden, die eine Idee haben, zu vertrauen und sie machen zu lassen – auch ohne vorher Konzepte einzufordern.“ Nur durch gegenseitiges Vertrauen und mutiges Handeln könne Neues entstehen, weiß Martin Zwick. Er hatte gemäß dem christlichen Leitbild der Berliner Stadtmission immer den Anspruch, Beziehungen zu gestalten und die Not anderer zu lindern.

Dazu gehört es, anderen Menschen, Institutionen, der Politik und Geldgebern zu glauben. „Auch ohne vertragliche Absicherung nur auf ein Wort zu vertrauen und Dinge trotzdem anzuschieben, macht die Berliner Stadtmission aus.“ Denn wer gute Arbeit leiste, werde auch immer jemanden finden, der sie finanziert, ist Martin Zwick überzeugt. Neben den Mitarbeitenden der Stadtmission dankt er vor allem den Berliner:innen für ihre Treue: „Sie waren und sind in schweren Zeiten Mutmacher für viele Bedürftige in dieser Stadt und damit auch der Rettungsschirm der Berliner Stadtmission.“

Quarantäne-StationAuch mit der Quarantäne-Station wurde auf aktuelle Bedürfnisse reagiert.


Wenn Martin Zwick mal nicht hauptamtlich arbeitet, engagiert er sich ehrenamtlich in seiner Stadtmissionsgemeinde in Britz, wo er seit 20 Jahren einen Männerkreis leitet. Und auch privat tankt er auf, um seine Arbeit gut machen zu können: Er reserviert Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit seiner Frau und regelmäßig freut sich sein Enkel auf den Opa-Nachmittag. Einmal pro Woche lässt Martin Zwick sogar die Arbeit und den Rechner ruhen – für 24 Stunden bleibt das Gerät dann aus. Ab dem 1. Januar 2022 vielleicht noch häufiger. Denn Martin Zwick freut sich darauf, seinen Alltag selbstbestimmt gestalten zu können – ohne vorherigen Blick in den Terminkalender.

Für die Zukunft der Berliner Stadtmission wünscht sich der scheidende Vorstand, „dass der Verein auch weiterhin so nah bei den Menschen bleibt und junge Menschen fördert. Denn wir sind Kirche und Diakonie in einem und das unterscheidet uns von vielen anderen in dieser Stadt.“   

Martin Zwick und Christian CeconiZusammen mit dem Theologischen Vorstand Christian Ceconi in der 2020 pandemiebedingten eröffneten Nothilfe.