Spenden-Button
Button Mission
Button Gästehäuser
Mit Link unterlegter Newsletter-Button

Aktuelles

20.12.2018

Alle Jahre wieder

Tischdeko bei der Weihnachtsfeier

Berlin im Dezember lässt keine Zweifel offen, dass wir uns auf Weihnachten zubewegen. Längst wurden kilometerweise Lichterketten durch die ganze Stadt gezogen, Tannenbaumverkäufe, Glühweinbuden und Kettenkarussels säumen Freiflächen und sonst offene Plätze, Einkaufsläden und Shoppingmalls werfen mit Prozenten und verkaufsoffenen Adventssonntagen um sich, während Weihnachtsmann, Rentier und Co. KG vorbeieilenden Passanten an jeder Ecke entgegen winken und strahlen. Nein, es sind wahrlich nicht nur die Herzen der Kleinen, welche in Vorfreude auf das große Fest – oder die Bescherung - schneller schlagen. Denn auf den Großteil von Klein und Groß übt diese funkelnde Weihnachtszeit doch eben jenen besonderen Reiz aus. Sei es aus Freude über die Geburt Christi, über das Zusammensein und Zeit mit den Liebsten, über das Beschenken und Geschenkeerhalten oder aus anderen Gründen.

Doch was, wenn Mensch keine Familie hat, die Liebsten bereits verstorben oder weitergezogen sind, wenn da niemand zum Beschenken ist oder schlicht keine Mittel und Ressourcen dazu vorhanden sind? Was, wenn da nicht einmal mehr ein Zuhause existiert, keine Wohnung, kein Dach über dem Kopf, um Heiligabend im Warmen zu verbringen, geschweige denn um ans „Feiern“ zu denken wenn der einzige Baum, den Mensch schmücken könnte, nicht im Wohnzimmer, sondern im Park nebst des verregneten Zeltes steht?

Was dann?

Dann bedarf es aufmerksamen Mitmenschen, entgegenkommenden Nachbarn, Nächstenliebe, menschlicher Wärme, engagierten Herzen sowie gemeinschaftlichen Konzepten, um den Geist eines besinnlichen Weihnachtsfestes im Trockenen und Warmen, sowie in Gesellschaft, auch denen entgegen zu hauchen, welche sonst nicht erreicht oder übersehen werden, welchen keine Chance dazu zu Teil wird.

Menschen stehen Schlange vor dem Empfang der Berliner Stadtmission

Genau dieser Frage hat sich auch die Berliner Stadtmission bereits vor Jahren gewidmet und als Antwort, mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen, begonnen alljährlich am 24. Dezember eine große Weihnachtsfeier für wohnungslose, bedürftige und sozial ausgegrenzte Menschen zu organisieren.

Mann mit Kind auf dem Arm vor Geschenkeberg

Gesehen und herzlich willkommen geheißen werden. Sich der Last von Gepäck, Witterung oder Einsamkeit für einen Tag an der Garderobe entledigen. Platz nehmen an langen Tafeln, an denen andere neugierige Gesichter warten, sowie zahlreiche Leckereien zum Naschen und Schlürfen.

Zusammen Weihnachtsgans mit Rotkohl und Knödeln verspeisen, sich mit Kuchen, Plätzchen und Kaffee den Bauch vollschlagen. Beschenkt werden mit Gemeinschaft, Begegnungen, musikalischen und kulturellen Programmpunkten sowie einem bunt gepackten Schuhkarton voller Überraschungen. Gemeinsam singen, laut, leise, schräg, womöglich dazu tanzen, weil dem Herzen danach ist. Vielleicht aber auch nur zuhören, zusehen, sich im Stillen an Trubel und Heiterkeit erfreuen. Der Weihnachtsgeschichte lauschen, beten, auf den unterschiedlichsten Sprachen. Den geschmückten Christbaum bestaunen, nicht in der Kälte durch die Fenster hell erleuchteter Wohnungen, sondern dort, im selben Raum. Dem Raum, in dem es warm und trocken ist, dessen Luft erfüllt ist von summender Sprachenvielfalt, unterschiedlichstem Lachen, und weihnachtlichen Gerüchen.

Denn darum geht es.

Menschen für das Weihnachtsfest ein Zuhause zu bieten, einen sicheren und warmen Ort zu erschaffen, an dem sich auf Augenhöhe und in Nächstenliebe begegnet und das Fest der Liebe und Hoffnung gemeinsam gefeiert werden kann.

Auch dieses Jahr soll dieser Gedanke erneut realisiert werden und die Festhalle auf dem Gelände der Berliner Stadtmission, im Herzen der Stadt und unweit des Hauptbahnhofs, mit Leben und dem weihnachtlichen Geist gefüllt werden.

Während es für die rund 230 Gäste ab 16 Uhr losgeht, werden ehrenamtliche Helfer und Helferinnen bereits wieder seit den Vortagen bzw. während der frühen Mittagstunden am Werkeln, Herrichten, Organisieren, Aufbauen und Dekorieren sein.

In diesem Sinne: Auf dass ein wunderbares Weihnachtsfest ermöglicht werden kann, von dem wir gewiss‘ im Nachhinein nochmals berichten werden.

Lissy Kraft

Wir danken allen Helfern und Helferinnen sowie unterstützenden Firmen und Spendern, die dieses Fest möglich machen.