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Wir beten

Gebet ist der Motor unserer Arbeit. In unserem Gebetskalender beten wir deswegen jede Woche für eine Einrichtung aus unserem Werk.

aktuelle Gebetsanliegen

Aktuelles

04.01.2021

Gesegnetes neues Jahr

„Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!", so lautet die diesjährige Jahreslosung aus Lukas 6, 36.

Es ist das Jahr 2021 und als Feministin finde ich es ziemlich großartig, dass aktuell 37% der Väter ihren Anspruch auf Elternzeit geltend machen. 72% der Väter nehmen zwar „nur“ zwei Monate Elternzeit, dies ist das Minimum, welches beantragt werden muss. Aber hey, es ist ein Anfang. Ich vermute (oder hoffe), dass diese Männer die Pflege von einem Säugling intensiver erfahren als in den Jahrzehnten ohne Elternzeit und all die Gefühle, die ein Kind hervorruft erleben und Barmherzigkeit neu entdecken. Ich vermute, dass ein Säugling einen Menschen verletzlich macht und man sich über das Wesentliche bewusst wird. Wesentliches im Bezug auf die eigene Spiritualität und die eigene Biographie.

Jahreslosungskarte 2021

Die Jahreslosung wird durch die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen gewählt. Jedes Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft darf zwei Vorschläge einreichen. Diese Bibelverse werden in Arbeitsgruppen diskutiert. Am Ende werden zwei Bibelverse, welche im jährlichen Bibelleseplan auftauchen müssen, zur Wahl gestellt. Der Bibelvers mit den meisten Stimmen wird zur Jahreslosung ausgewählt und bekannt gemacht.

Ob Elternzeit oder der Feminismus bei der Wahl eine Rolle gespielt haben, kann ich nicht sagen. Sicherlich ging es bei den Diskussionen zu diesem Bibelvers auch um die Bedeutung von Barmherzigkeit, um die Beziehung von Gott zu uns und wie Jesus von seinem Vater spricht. Es gibt bestimmt auch Menschen, die den Bibelvers als Provokation lesen und sagen: ich hatte nie einen barmherzigen Vater. Dass der Bibelvers bei manchen ungute Gefühle auslöst, tut mir leid. Ich wünsche uns als Kirche, dass wir auf diese Gefühle eingehen können und miteinander sprechen und diese unguten Gefühle ernst nehmen können. Denn nur weil jetzt Männer Elternzeit in Anspruch nehmen können, heißt es nicht automatisch, dass alle Eltern barmherzig sind.

Dennoch dürfen wir annehmen, dass Jesus uns zuspricht, dass der Vater im Himmel zu uns barmherzig ist. Barmherzigkeit heißt, einer fremden Person unser Herz öffnen und mildtätig sein. Gott öffnet sein Herz für uns und will liebevoll mit uns umgehen. Wir dürfen das annehmen, als Menschen und als Kirche und dies im Umgang miteinander nutzen, begreifen, diskutieren und demnach handeln.

Ihre Anna-Sofie Gerth
Leiterin der City-Station für obdachlose
und von Armut betroffene Menschen

Unsere diesjährige Jahreslosungskarte ist das Wandbild "Der barmherzige Samariter" der Künstlergruppe IRREGULAR ART, das auf der Fassade eines Gebäudes im Zentrum am Hauptbahnof der Berliner Stadtmission zu sehen ist.