Spenden-Button
Button Mission
Button Gästehäuser
Mit Link unterlegter Newsletter-Button

Aktuelles

16.07.2019

In Gemeinschaft und Geborgenheit altern

Ich habe keine Angst vorm Alter und finde, jede Falte in meinem Gesicht ist eine Erzählung aus meinem Leben. - Peter Maffay

Das Seniorenheim Müggelschlößchenweg zählt als allgemeines altersbedingtes Pflegeheim und befindet sich unter der Trägerschaft der Berliner Stadtmission. In der täglichen Arbeit stellt die Einrichtung ganz klar den einzelnen Menschen samt seines Wohlbefindens in den Mittelpunkt und strebt in ihrem Denken und Handeln nach dem Grundsatz der Menschenwürde und des Wertes jedes und jeder Einzelnen, unabhängig der körperlichen Konstitution, der psychischen Verfassung oder altersbedingten Einschränkungen. Somit sollte jedem Menschen auch – oder gerade - im Alter das Recht auf eine adäquate Betreuung und Pflege zu Teil werden, und das in einer Umgebung, welche von Vertrauen und Wertschätzung geprägt ist.

Im Müggelschlößchenweg steht den Bewohnern und Bewohnerinnen hierfür ein multiprofessionelles Team aus Pflege- und Hauswirtschaftskräften, Betreuungsassistenten, Verwaltungsangestellten, fleißigen Küchenfeen, einer Ergotherapeutin, einer Sozialarbeiterin, einem Seelsorger sowie engagierten Ehrenamtlichen zur Verfügung, welche sich in ihren Fähigkeiten und Kenntnissen ergänzen. Für dieses Team werden regelmäßig Schulungen sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten und durchgeführt, um ein bestmögliches, professionelles und sicheres Arbeiten für alle Seiten zu fördern. Hinzu kommen Besuche und Visiten von externen Fachärzten sowie Physiotherapeuten, als auch das Einsetzen von Fachkräften aus den Bereichen Kosmetik und Fußpflege.

150 Plätze stellt das Seniorenheim Müggelschlößchenweg für die Älteren in unserer Gesellschaft zur Verfügung. Diese erstrecken sich in Form von Einzelzimmern über sechs Etagen, von denen jede für sich einen Wohnbereich darstellt. Zur besseren Orientierung wird in den Fluren mit unterschiedlichen Farben gearbeitet. Die Zimmer selbst dürfen ganz individuell eingerichtet und gestaltet werden, um den Bewohnern und Bewohnerinnen zu ermöglichen, sich zuhause, aber wenigstens geborgen und wohlfühlen zu können.
Jede Etage beinhaltet darüber hinaus zwei Tagesräume für Aktivitäten, gemeinschaftliche Runden oder Veranstaltungen sowie eine kleine Küche zur Zwischenbewahrung von Speisen und für den kleinen Hunger zwischendurch, während jegliche große Mahlzeiten vom hausinternen Küchenteam im Erdgeschoss bereitgestellt werden. Hier befindet sich auch die geräumige Cafeteria, welche auch gerne von Nachbarn und Anwohnenden gegen einen Aufpreis genutzt wird. Jeden Tag stehen der Bewohner- und Mitarbeiterschaft sowie allen weiteren Gästen und Besuchern zwei Gerichte zur Auswahl, welche selbstverständlich stets die individuellen Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen berücksichtigen.

Generell versteht sich das Seniorenheim als ‚offenes Haus‘, während die Lage der Einrichtung nahe dem Wald und dem Müggelsee wunderbare und abwechslungsreiche Möglichkeiten zum Spazierengehen sowie für Naturerlebnisse bereit hält.

Auch im Alltag des Hauses wird auf ein abwechslungsreiches und buntes Programmangebot geachtet. Ob Sitzgymnastik, Singkreis, Gleichgewichtstraining, Erzählrunden, Kaffeenachmittage, Festlichkeiten, Diavorträge, Morgenandachten, Gottesdienste, Bibelgespräche, Ausflüge oder Spielrunden, es findet sich für jeden und jede der Bewohner etwas Passendes. Darüber hinaus bieten Ehrenamtliche Projekte an, wie beispielsweise das gemeinschaftliche Stricken von Mützen für die Neugeborenen des nahe liegenden Krankenhaus Köpenick oder einem organisierten Bingo-Nachmittag jeden Freitag. Dabei wird nach jedem Bewohner und jeder Bewohnerin geschaut, dass allen ein adäquates und individuelles Angebot zu Gute kommt.

Natur außerhalb des Heimes

Dies wird auch durch das Qualitätsmanagement im Haus gewährleistet, welches sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter-, als auch Bewohnerschaft kümmert. Beispielsweise wird mit jedem sowie jeder Neueingezogenen nach etwa sechs bis acht Wochen ein ausgiebiges Gespräch geführt über dessen oder deren Befindlichkeit und die Möglichkeit zum Äußern von Kritik und Veränderungswünschen geboten. Dadurch werden jedem Menschen ein Mitspracherecht und die Beteiligung an den innerhäuslichen Prozessen eingeräumt, sodass Vertrauen, Sicherheit und Zufriedenheit auf allen Seiten gefördert und gewährleistet werden kann, was wiederum zu einer entspannten Arbeits- und Wohnatmosphäre für alle beiträgt.

Um ein Zimmer im Seniorenheim Müggelschlößchenweg beziehen zu können, sind zunächst bürokratische Schritte notwendig. Es bedarf eines ärztlichen Gutachtens, welches die Pflegestufe einschätzt und festlegt; außerdem einer Empfehlung der Pflegekasse zur stationären Pflege, sowie bestenfalls dem letzten Rentenbescheid. Auch einkommensschwächeren Menschen ist es genauso möglich einen Platz zu erhalten. Hier läuft die Kostenübernahme über das zuständige Sozialamt. Momentan besteht jedoch, wie in vielen Seniorenheimen in und um Berlin, auch im Müggelschlößchenweg bereits eine Warteliste.

Selbstverständlich, erzählt mir eine Krankenpflegerin zum Abschluss meines Besuchs, bedeute Pflege sowohl körperliche, als auch seelische Belastung. Es bedeute die Arbeit am Menschen zuzüglich verwaltungstechnischer Aufgaben wie dem Dokumentieren und Berichterstatten. Und dennoch könne sie sich keine bessere und sinnvollere Arbeit vorstellen. Denn den Wert der kleinen Momente, welche sie hier erleben darf, wie Dankesworte, berührende Gesten, Lachen, Scherzen, Vertrauen und Menschlichkeit könne ihr keine finanzielle oder materielle Bezahlung ersetzen.


Lissy Kraft