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Aktuelles

22.08.2019

Nachhaltigkeit in der Stadt mitgestalten

Jede Woche landen zehn Tonnen an Kleiderspenden in der Sortierungsstelle von „Komm & Sieh“, einem Integrationsunternehmen der Berliner Stadtmission, welches unter anderem mehrere Second-Hand-Kiezläden in Berlin betreibt, Haushaltsauflösungen anbietet. Außerdem erhalten hier Menschen eine Chance auf Arbeit, die ihnen auf dem ersten Arbeitsmarkt verwehrt bleibt. An erster Stelle sollen die Spenden der Kleiderkammer wohnungslosen Menschen in der Lehrter Straße zu Gute kommen. „Ein Mensch soll die Kleiderkammer so verlassen können, dass nicht mehr zu erkennen ist, ob er obdachlos ist“, erklärt Mario Weindl, Mitarbeitender des Textilhafens, den Anwesenden der Eröffnungsfeier. Doch während sich unter den Spenden vor allem Frauenbekleidung befindet, sind es 80-90 Prozent Männer, die die Kleiderkammer aufsuchen. Das heißt, es besteht ein Überangebot an Kleidung und Textilien, welche nicht für die Wohnungslosenhilfe verwendet werden können. Doch was passiert mit diesem Überfluss?

Dieser Thematik nimmt sich die Berliner Stadtmission hinsichtlich der Gesichtspunkte Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung inzwischen seit zwanzig Jahren an, indem sie stetig nach Möglichkeiten sucht und Ideen kreiert, so viele Textilien wie möglich weiter- bzw. wiederverwerten zu können. Das heißt beispielsweise, dass Spenden, welche für die Kleiderkammer ungeeignet sind, wie beispielsweise Kinderbekleidung, anderen sozialen Einrichtungen der Stadt bereitgestellt werden. 

Oder dass Kleidung, welche zwar zerrissen und untragbar ist, aber immer noch aus hochwertigen Materialien besteht, dem Upcycling-Projekt "Water to Wine" zukommt, welche daraus neue Stücke designen. Darüber hinaus werden die Kiezläden, die Second-Hand-Läden von "Komm & Sieh", mit dem Überhang an Spenden aufgefüllt. Und während die Kleidung dort bedürftigen Menschen zu Gute kommt, fließt der Erlös zurück in soziale Projekte der Stadtmission. Doch trotz aller dieser Maßnahmen und Prozesse, bleiben letztlich immer noch Berge von Kleidung übrig. Um auch dieser Problematik entgegentreten zu können, und kilo- bzw. tonnenweise Textilien vor dem Müllschlucker zu retten, gibt es nun den "Textilhafen". 

 

 

Kleiderhaufen Spenden
  • Durch den Verkauf von Kleidungs- und Haushaltstextilien für 1-3 Euro.
  • Durch das Sammeln von Textilien nach Material auf Bestellung.
  • Durch eine transparente Sortierung der Spenden und den Aufruf zum Mitmachen.
  • Durch den Kreativbereich vor Ort inklusive Webstuhl, Nähmaschinen und dem Raum bzw. der Plattform gemeinsam Ideen zur Wiederverwertung und zum Upcycling der Textilien zu entwickeln und umzusetzen.

Momentan werden beispielsweise alte T-Shirts genutzt, um aus den Stoffen Unterhosen zu nähen, welche wiederum in der Kleiderkammer für Wohnungslose genutzt werden können. Außerdem entstehen große Teppiche aus T-Shirt-Garn.

Unterhose aus T-Shirt genäht

Der „Textilhafen“ hat donnerstags und freitags von 16-20 Uhr sowie samstags von 12-20 Uhr geöffnet und ist in der Storkower Straße 139D zu finden. Jeder und jede ist hier herzlich willkommen. Zum Second-Hand-Stöbern, zum Informieren, zum Sortieren, zum Anbieten oder Nutzen von Textilworkshops, zum Austauschen und Mitmachen!

Lissy Kraft