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Aktuelles

31.10.2019

Start Kältehilfe: Ambulanz-Bus rollt durch Berlin

In der Nacht vom Freitag auf den Samstag rollen sie wieder über die Straßen der Hauptstadt: Die drei Kältebusse der Berliner Stadtmission. Ihr Auftrag: Bei Alarm Menschen ohne Obdach und Wohnung in eine Notübernachtung zu bringen und sie so vor dem Kältetod zu bewahren.

Erster Winter für Ambulanzbus

Blick in die Straßenambulanz

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr in den Winternächten der neue Ambulanzbus der Berliner Stadtmission als Kältebus unterwegs sein. Das mit 87.000 Euro von der Conrad-Stiftung gesponserte Gefährt ist viel größer als sein kleiner Bruder. "Außerdem ist der Ambulanz-Kältebus barrierefrei zugänglich und wir können Rollstuhlfahrende erstmals per Rampe in den Bus fahren, dort versorgen oder transportieren", erklärt Ulrich Neugebauer. Er leitet die niedrigschwellige Hilfe bei der Berliner Stadtmission und weiß: "Früher konnten wir wohnungslose Menschen im Rollstuhl nicht in die Notübernachtung bringen."

Einmal pro Woche funktioniert der Ambulanz-Kältebus wie ein normales Sprechzimmer: Im inneren ist es ruhig und hell, mit einer Sitzgelegenheit für Patienten neben einem Schrank voller Medikamente, Geräte und Verbandsmaterial, dazu ein kleines Waschbecken mit fließend heißem Wasser.

Straßenambulanz Sprechzimmer

"Wir sind sehr froh über dieses Fahrzeug, weil es unsere Arbeit auf der Straße enorm erleichtert”, sagt Svetlana Krasovski-Nikiforovs. Sie leitet die Ambulanz der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße. Dort werden Menschen ohne Krankenversicherung medizinisch versorgt. Früher mussten sich Krankenschwester, Dolmetscher, Ärzte und Fahrer in ein kleines Auto quetschen, um zu den obdachlosen Patienten zu gelangen. „Mit der neuen Straßen-Ambulanz können wir unsere Patienten endlich menschenwürdige Bedingungen bieten“, ergänzt Svetlana Krasovski-Nikiforovs.

Menschen durch den Winter bringen

Nachts drehen die Kältehilfe-Fahrer immer von 21 Uhr bis 3 Uhr morgens ihre Runden. Wer nicht einsteigen möchte, um in eine der Notübernachtungen der Berliner Stadtmission mit insgesamt 327 Schlafplatze zu fahren, bekommt heißen Tee oder Kaffee und bei Bedarf auch einen Schlafsack. Menschen, die einsteigen möchten, werden in eine der Notübernachtungen gebracht. Dort gibt es warmes Essen und einen Schlafplatz für die Nacht. In der Lehrter Straße am Hauptbahnhof stehen in dieser Kältehilfesaison 60 neue, spendenfinanzierte Betten zur Verfügung. Früher mussten die Menschen dort teilweise auf Isomatten in Schlafsäcken nächtigen.

Die Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg, Barbara Eschen, resümiert: „Diesen Winter haben wir zwar 1.157 Plätze in der Berliner Kältehilfe, aber die Wohnraumsituation ist ähnlich katastrophal wie vor 30 Jahren, als die Kältehilfe begann.“

Wenn Sie nachts Menschen auf der Straße schlafen sehen, sprechen Sie diese Person an, bieten Sie Hilfe an und rufen den Kältebus an, wenn die Person ins Warme will.

Kältebus-Nummer

Informationen zu den weiteren Kältehilfe-Angeboten der Berliner Stadtmission unter www.kaeltehilfe.de.