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Aktuelles

07.02.2019

Tanz Dich stark! Kinder- und Jugendarbeit im Wedding

„Geh in den Kiez, lerne den Wedding kennen, schau' was da für Menschen leben, wie sie durch den Alltag gehen, erkenne, wo und wie du in Beziehung treten kannst.“

Rebecca Aßmann liest etwas vor

Mit diesem Auftrag wurde Rebecca Aßmann, die Ende 2017 als neue Stadtmissionarin in der Gemeinde Wedding anfing, damals begrüßt. Die ersten sechs Monate verbrachte die 25-Jährige aus der Kreisstadt Lörrach also unter anderem damit, durch einen der Hauptstadtkieze zu wandern, die dort ansässigen Menschen und ihre unterschiedlichen Formen von Leben und Glauben kennenzulernen und die umliegenden Kitas und Schulen zu besuchen – denn Herzstück ihrer Arbeit sollte der Aufbau von Kinder-und Jugendarbeit im Kiez darstellen.

Dass Rebecca Aßmann hierfür eine wunderbare Wahl darstellen würde, zeichnet sich bereits an ihrem Lebenslauf ab. Schon in ihrer Kindheit erachtete sie es als wertvoll, wenn sie Theater spielen oder tanzen durfte. Für sie boten diese außerschulischen Aktivitäten die Möglichkeit zu entdecken und zu erfahren, was für Potenziale darüber hinaus in ihr zu finden waren. Eine Chance und Erfahrung, welche sie heute wiederum an die Kinder im Kiez weitergeben möchte. Bereits vor ihrem Theologiestudium in Marburg belegte die junge Frau für ein halbes Jahr eine kurze Intensivschule für Tanz, Bewegung und Schauspiel. Und auch während ihres Studiums absolvierte sie nebenher noch eine Ausbildung zur Spiel-und Theaterpädagogin, welche ihr den notwendigen Antrieb lieferte, die Studienzeit mit aufgeladenen Energiereserven durchzuziehen.

Es war schließlich die Überlegung den Master in Theaterpädagogik zu machen, welche sie nach Berlin und damit letztlich in die Stadtmissionsgemeinde brachte. Denn in Berlin angekommen, wichen die weiteren Studienpläne doch dem Drang, erst einmal etwas Praktisches zu tun und dadurch Erfahrungen zu sammeln. Und so bildete die Initiativbewerbung bei der Stadtmission den Grundbaustein für ihre heutige Arbeit und ihr Herzensengagement im Wedding.

Kinder auf Klettergerüst

Dabei ging es nie darum eine vorgefertigte klare Vorstellung von Kirche in den Raum zu integrieren, betonte Rebecca Aßmann im Gespräch. Sondern gemeinsam mit den Bewohnern und Bewohnerinnen im Wedding eine eigene kontextbezogene Form von Kirche zu entwickeln. Somit sah sich die junge Stadtmissionarin mit wenigen Vorgaben, aber umso mehr Freiheiten konfrontiert, welche es ihr ermöglichten und immer noch erlauben, ihre künstlerische Ader und eigene Ideen einfließen zu lassen.

Kinder malen mit Kreide auf Asphalt

Seit nun einem Jahr leitet Rebecca Aßmann den Winterspielplatz im Wedding, der bereits seit über zwanzig Jahren Kinder bis zum Schuleintritt und ihre Eltern, sowie Großeltern, jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag zum Toben und Spielen einlädt. Darüber hinaus koordiniert sie deutschlandweit die Winterspielplatzarbeit und organisiert Netzwerktreffen zur Weiterentwicklung und zum Austausch zwischen den Projekten. Neben dem Winterspielplatz gibt es seit Anfang November außerdem ein neu konzipiertes Parallelangebot für die „Älteren“ ab der ersten Klasse. Unter dem Übergangsnamen „sChOOLkids“ bieten Rebecca Aßmann und zwei tatkräftige Freiwillige zwei Mal die Woche Hausaufgabenbetreuung mit einer jeweils anschließenden Gemeinschaftsaktion an. Ob Ausflüge, Backnachmittage, Bastelstunden oder eben:  Tanz-und Theaterworkshops.

Kinder machen Gymnastik im Winterspielplatz

Diese sind vor allem nach den Herbstferien sehr beliebt und gefragt bei den Kindern, nachdem in einer kompletten Ferienprogrammwoche ein „Mitmachmusical“ auf die Beine gestellt wurde. Dabei konnten die Kinder musizieren, tanzen, schauspielern und beim Erstellen von Requisiten und Bühnenbild mitwirken. Von Montag bis Freitag durften die Sechs- bis Sechzehnjährigen zwischen den verschiedenen Workshops wählen, sich gegenseitig bei Spiel und Spaß besser kennenlernen, sich austesten und herausgefordert werden, um schließlich ihren Familien und Interessierten aus Gemeinde und Kiez Anfang November ihr Musical „Der selbstsüchtige Riese“, nach einer Geschichte von Oscar Wilde, präsentieren zu können.

Gruppe sitzt auf dem Boden, alle haben ihre Hände zueinander in die Mitte gestreckt

Begleitet wurden sie dabei von Rebecca Aßmann selbst, den Freiwilligen, ehrenamtlichen Helfenden und dem Musiklehrer Vladi Cordo, welcher das Stück komponiert und zur Verfügung gestellt hatte. Selbst für Verpflegung wurde durch das ansässige Quartiersmanagement gesorgt. Durch die positiven Rückmeldungen freudestrahlender Kinder und stolzer Eltern nach der Aufführung, ist eine Wiederholung solch‘ eines Projektes auf jeden Fall für die Gemeinde vorstellbar, womöglich in Hinblick auf die Winterferien. Darüber hinaus wurde der jungen Stadtmissionarin nun die Leitung des nächsten „Gussower Erlebnis Camps“ für Acht-bis Dreizehnjährige, kurz „GEC“, im Sommer 2019 übertragen, das sie mit ihrem kreativen Kopf und ihrer Motivation sicherlich bereichern wird.

Es wird also weiterhin getanzt, musiziert und kreativ gewerkelt in der Stadtmissionsgemeinde Wedding, sodass wir alle gespannt bleiben dürfen, was rund um die Stettiner Straße noch so alles bewegt und geschaffen wird. Rebecca Aßmann und ihr Team freuen sich auf jeden Fall stets über neue neugierige Gesichter - ob es nun Kinder sind, welche mal hineinschnuppern wollen, oder Menschen, welche Ideen für kreative Projekte mitbringen, sowie Bestehende begleiten möchten.


Lissy Kraft