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Aktuelles

23.11.2017

Totensonntag vs. Ewigkeitssonntag

Ewigkeitssonntag: Freudige Erwartung - da kommt noch was!

Uhr und Ring

Ewigkeit – Anfang ohne Ende; Zeit ohne Zeit. Ewigkeit – wenn wir die Bedeutung dieses Begriffs erfassen und beschreiben wollten, stoßen wir an die Grenzen unserer Sprache und unseres Denkens. Als Menschen sind wir an die "Raum – Zeit" - Vorstellungen gebunden. Alles, was darüber hinausgeht, können wir nur begrenzt, bildhaft mit unserer Sprache beschreiben. So auch die Ewigkeit: das dauert ja ewig bis du kommst; ewig und drei Tage; ewige Liebe und viele andere Beispiel aus dem Volksmund ließen sich anführen dafür, dass immer lange Zeit, unendliche Dauer mitgedacht wird. Obwohl Ewigkeit eben nichts mit Zeit und Dauer zu tun hat, eben Zeit ohne Zeit. Für uns unfass- und unvorstellbar. Symbole zur Verstehenshilfe sind Ring und Kranz: ohne Anfang ohne Ende.

Leuchtender Schriftzug Hope

Am Ende des Kirchenjahres rückt nun diese Vorstellung in den Blick. Sie stammt aus der Bibel. Von Gott wird gesagt, dass er ein ewiger Gott, ohne Anfang und Ende ist. Der Mensch wird mit seiner Erschaffung zum ewigen Leben berufen. Er verspielt aber diese großartige Gabe Gottes, indem er sich gegen Gott entscheidet und selbst Gott sein will. In seiner unendlichen Liebe zum Menschen erneuert Gott nun diese Gabe durch Jesus Christus: durch den Glauben an ihn bekommt der Mensch das Geschenk des ewigen Lebens zurück ( siehe u.a.: Johannesevangelium Kapitel 3 , Vers 16 +36 ).

Aus dieser Verheißung heraus ist der Ewigkeitssonntag ein fröhlicher, freudiger Feiertag, weil Menschen sich daran erinnern, dass Gott sie zum ewigen Leben berufen hat. Der leibliche Tod bedeutet also im Glauben an Christus nicht das Ende, sondern da kommt noch was. Ja, das Beste kommt noch: das ewige, unzerstörbare Leben und die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott. Diese Ewigkeit beginnt nun aber nicht erst mit dem Ende des irdischen Lebens. Sie beginnt mit Taufe und Glaube. In der Taufe beruft der dreieinige Gott den Menschen zum ewigen Leben. Im Glauben antwortet der Mensch darauf, nimmt dieses Geschenk an. Ewigkeit beginnt also im hier und jetzt, im Heute. Deshalb ruft uns die biblische Botschaft zu: Heute ist der Tag des Heils, jetzt ist die Zeit der Gnade. Deshalb die Grundstimmung der Freude.

Ewigkeitssonntag versus Totensonntag?

In der volkskirchlichen Religiosität wird dieser Sonntag eher als so genannter Totensonntag wahrgenommen. Diese Tradition stammt aber nicht aus der Bibel. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bestimmte durch eine Kabinettsorder vom 17.11.1816 den letzten Sonntag des Kirchenjahres zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen.“ Im Hintergrund stand das Gedächtnis an die Gefallenen im Befreiungskrieg gegen Napoleon, aber auch die Trauer um die 1810 verstorbene und hochverehrte Königin Luise. Dieses „Totenfest“ wurde rasch auch von Landeskirchen übernommen und gewann so bis heute große Popularität und überdeckt mit seinem ernsten Charakter die freudige Erwartung auf die Ewigkeit bei Gott.

Neblige Straße mit Baum

Da kommt noch was

Mitten im trüben November erfasst uns im Glauben an Christus eine freudige Erwartung über den Tod hinaus: da kommt noch was. Im irdischen Leben wird uns durch Christus die Gewissheit des ewigen Lebens zurückgeschenkt. Es beginnt im hier und heute. Aus dieser Perspektive der Ewigkeit entkrampft und entspannt sich das alltägliche Leben, weil es nicht auf Gedeih und Verderb ausgebeutet werden muss. Sondern jeder Tag kann in der Gelassenheit und im Bewusstsein gestaltet werden: das Beste kommt noch. So wie es eine Liedstrophe eines alten Kirchenliedes ausdrückt: „Herzlich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit (=Ewigkeit), wenn Gott wird schön erneuen alles zur Ewigkeit. “ (EG 148, 1 ).

Einen fröhlichen Ewigkeitssonntag wünscht Ihnen
Stadtmissionar Wilhelm Fingerhut und die Berliner Stadtmission