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Aktuelles

13.07.2018

Vom Dorf in die Hauptstadt

Portrait Johanna

Mittlerweile nähert sich der diesjährige FSJ-Jahrgang (2017/2018) schon wieder dem Ende. Johanna Eiben ist im letzten Jahr für ihr FSJ bei der Stadtmission aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Ulm in die große Freiwilligen-WG nach Berlin gezogen. Alle haben verschiedene Einsatzgebiete, so auch die 19-jährige Schwäbin.

Seit September 2017 besteht Johannas typischer Arbeitstag vormittags aus der Arbeit in der Stabsstelle Ehrenamt, gefolgt von der Mitarbeit in unserem Flüchtlingswohnheim Haus Leo im Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner Stadtmission.

Die Stabsstelle Ehrenamt

Die Stabsstelle Ehrenamt betreut Menschen, die bei der Berliner Stadtmission ehrenamtlich arbeiten beziehungsweise noch die passende Einsatzstelle suchen. Das heißt, man berät und vermittelt Ehrenamtliche zu ehrenamtlichen Tätigkeiten innerhalb der Stadtmission und betreut und unterstützt gleichzeitig die Einrichtungen, in denen Ehrenamtliche gesucht werden. Johanna informiert Interessierte über verschiedene Ehrenämter und verweist auf unsere Homepage und Engagementangebote. Zusätzlich übernimmt sie die Koordination der Erstgespräche. Weitere Aufgaben von ihr sind das Schreiben und Veröffentlichen von den Engagementangeboten bei ehrenamtlichem Bedarf der Stadtmissions-Einrichtungen sowie die Mithilfe bei der Anerkennungskultur von Ehrenamtlichen, die von den Ehrenamtlichen sehr geschätzt wird.

Johanna in der Stabsstelle

Teamwork

Namensschilder

Johanna hat Spaß an dieser Arbeit, denn sie muss sich immer wieder in neue Aufgaben hineindenken und merkt, dass sie mit der Zeit das Arbeitsumfeld gut kennt. Es war das erste Mal, dass sie im Büro arbeitet, denn das FSJ folgte unmittelbar nach ihrem Abitur. Daher war es auch zunächst etwas ungewohnt, offizielle E-Mails zu verfassen oder Telefonate zu führen. Aber das Team arbeitete sie freundlich ein und erleichterte ihr somit den Start.

Auch wenn die Büroarbeit einige Herausforderungen mit sich bringt, bietet sie auch viele Chancen, zum Beispiel den Umgang mit einigen neuen Computerprogrammen und wie Teamwork funktioniert.

Kinderprogramm im Flüchtlingswohnheim Haus Leo

Nach der Arbeit in der Stabsstelle betritt Johanna eine ganz andere Arbeitswelt, auch wenn die Geflüchtetenunterkunft nur einige Meter von der Stabsstelle Ehrenamt entfernt ist. Das Haus Leo ist ein Wohnheim für besonders schutzbedürftige Menschen, vor allem für Familien mit vielen Kindern. Johanna kümmert sich hier hauptsächlich um das Kinderprogramm. Jeden Montag bereitet sie mit einer anderen FSJlerin das Programm für ihre Mädchengruppe vor. Donnerstags hilft sie zusammen mit Ehrenamtlichen bei der Hausaufgabenbetreuung und ab und zu unterstützt sie ein offenes Kinderprogramm. Den Kindern steht der Spaß ins Gesicht geschrieben, denn auch bei einem hohen Geräuschpegel aus Kindergeschrei und Toben gelingt es ihr die Kinder zu Spielen zu motivieren.

Leo Mini-Schule

Auch im Haus Leo arbeitet Johanna im Büro in der Hausverwaltung. Sie regelt Organisatorisches, recherchiert oder koordiniert Termine mit Sozialarbeitern. Es geht darum die Geflüchteten bei alltäglichen Herausforderungen, zum Beispiel auch bei Postsachen zu unterstützen und sie somit gut in unsere Gesellschaft einzugliedern.

Kulturelle Unterschiede bieten Chancen

Leo Mini-Schule

Am meisten macht ihr die Mini-Schule und der Mädelstreff Spaß, denn die sind ein guter Ausgleich zur Büroarbeit, vor allem weil die „Kinder sehr lebhaft sind“, so Johanna. Auch die Kinder freuen sich über diese Treffs und auch die Eltern sind für jede Unterstützung dankbar.

Zunächst waren kulturelle Unterschiede und wenig Erfahrung mit Kindern etwas herausfordernd, jedoch bietet die Arbeit mit Flüchtlingen auch viele Chancen, denn man bekommt neue Einblicke in „das Flüchtlingsthema“ und man lernt die Personen mit oft sehr schwierigen Lebenswegen persönlich kennen und verstehen.

„Das FSJ hat mich lebenserfahrener gemacht“

Insgesamt gefällt Johanna ihr Freiwilliges Soziales Jahr sehr gut, denn die Arbeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Man kommt mit unterschiedlichen Personengruppen (Geflüchteten, Wohnungslosen) in Kontakt, denen man normalerweise nicht so häufig über den Weg läuft und umso schöner ist es, dass man den hilfsbedürftigen Menschen konkret helfen kann. Aber auch das WG-Leben neben der Arbeit macht ihr sehr viel Spaß und bringt viele interessante Erfahrungen und Freundschaften mit sich. Zum Schluss sagt Johanna: „Das FSJ hat mich lebenserfahrener gemacht“. Sie ist mit ihrer Entscheidung sich für ein Jahr lang sozial in Berlin zu engagieren, bevor sie ihr Psychologiestudium in Süddeutschland beginnt, sehr zufrieden.

Anna Junginger

Anna Junginger macht ihr FSJ in der Öffentlichkeitsarbeit und begleitete Johanna Eiben bei ihrer Arbeit.