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Ambulanz der Berliner Stadtmission

Nachrichten

18.12.2013

Eröffnung der Ambulanz für Obdachlose

Eine Ambulanz für Obdachlose? Auch oder oft gerade Menschen, die auf der Straße leben, brauchen ärztliche Versorgung. In einer "normalen" Arztpraxis scheint für diese Patienten wenig Platz, sie haben Angst vor Ablehnung und Abweisung und oft besitzen Obdachlose ganz einfach keine Krankenversicherung. Denn wer keinen Personalausweis besitzt, verfügt nicht über eine Chipkarte der Krankenkasse. Also geht selbst ein schwerkranker Obdachloser nicht zum Arzt.

Ein guter Grund, warum die Berliner Stadtmission eine Ambulanz für Obdachlose als dringend notwendig erachtete. Am 18. Dezember war dann schließlich die offizielle Eröffnung der Krankenstation, die direkt neben der Notübernachtung in der Lehrter Straße ihren Sitz hat.

Eingangsberich der neuen Ambulanz.
Eckart von Hirschhausen bittet ins ArztzimmerEckart von Hirschhausen: Der Nächste, bitte!? (Foto: Berliner Stadtmission)

Zur Eröffnung kamen die ehrenamtliche Ärztin Dr. Jutta Herbst-Oehme, die die Leitung der neuen Ambulanz inne hat, der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen, der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube und Vorstandsmitglied der VE Wärme AG Wolf-Dietrich Kunze. Denn nur ein guter Gedanke reicht zur Umsetzung nicht aus, Unterstützung ist nötig.

Dank der Unterstützung der Wärme AG verfügt die Ambulanz der Berliner Stadtmission über einen Behandlungsraum, ein Arzt- und Wartezimmer sowie ein Pflegebad, was die Qualität der Patientenversorgung enorm erhöht. Somit können zum Beispiel infizierte Wunden medizinisch besser versorgt werden. Durch großzügige finanzielle Unterstützung der Deutsche Bahn Stiftung kann die Ambulanz ganzjährig Sprechzeiten anbieten und kontinuierlich mit medizinischem Personal arbeiten. Und Eckart von Hirschhausen übernimmt die Schirmherrschaft über die Ambulanz.

Behandlung von körperlichen und psychischen Krankheiten

Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker und Eckart von Hirschhausen mit AbstrichspatelEckart von Hirschhausen und Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker (Foto: Berliner Stadtmisson)

Schon während der Eröffnung gab es den ersten Patienten. Ein tschechisch sprechender Mann - im Rollstuhl und mit einer medizinisch schwierigen Diagnose. Ihm konnte geholfen werden und zum Abschied zeigte er Frau Dr. Herbst-Oehme ein deutsch-tschechisches Wörterbuch. Er habe nun weniger Schmerzen und mehr Kraft und Antrieb, die deutsche Sprache zu lernen. Ein rührender Moment.

In der Ambulanz ist über den physischen Aspekt hinaus auch psychische Versorgung mit inbegriffen. Die Zuwendung und Vermittlung von Sicherheit ist enorm wichtig, da in vielen Fällen auch die Psyche des Menschen starke Auswirkungen auf das Krankheitsbild nimmt. Für besondere Fälle von - meist bisher unbehandelter - psychischer Erkrankung hält das Ärzteteam einen Psychologen bereit, der sich unter anderem Depressionen und Schizophrenie annimmt.

"Eigentlich ist heute für mich schon Heiligabend. Mit der neuen Ambulanz ist ein lang gehegter Wunsch für mich in Erfüllung gegangen." Frau Dr. Jutta Herbst-Oehme

Dr. Rüdiger Grube, Pfarrer Hans-Georg Filker, Dr. Jutta Herbst-Oehme, Eckart von Hirschhausen und Wolf-Dietrich Kunze (von links)

Ein Ort zur Heilung - das ganze Jahr über

Die neue Ambulanz für Obdachlose ist ein Grund zur Freude und das merkt man auch bei der Eröffnung. Die Stimmung ist gelöst, Eckart von Hirschhausen bittet die Gäste ins Arztzimmer und sitzt gemeinsam mit dem Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker auf der Behandlungsliege und hält ein Abstrichstäbchen in die Kamera. Es ist geschafft. Die Ambulanz ist geöffnet, die Patienten können kommen.

Das ganze Jahr über – und nicht nur im Zeitraum der Kältehilfe – wird diese Ambulanz Anlaufstelle für Obdachlose und ein Ort der Heilung sein. Alles ohne Krankenkassenkarte. Vorerst ist die Ambulanz wöchentlich an zwei Tagen geöffnet: Dienstag von 16.00 bis 20.00 Uhr und Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr. Angedacht ist nach und nach eine Erweiterung des Angebots. Die leitende Ärztin der neuen Ambulanz, Frau Dr. Herbst-Oehme ist sichtlich gerührt und verrät, dass für sie mit der Eröffnung der Ambulanz schon Heiligabend ist, da ihr lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen ist.


Ambulanz der Berliner Stadtmission
Zentrum am Hauptbahnhof
Lehrter Straße 68
Dienstag: 16.00 - 20.00 Uhr
Freitag: 8.00 - 12.00 Uhr