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Bahnhofsmission

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Geschichte

Die moderne Industriegesellschaft der Großstädte um die Jahrhundertwende bot viele Chancen für die Landbevölkerung – die Zuwanderung sprengte alle Dimensionen. Eine neue urbane Realität, die Suche nach Arbeit und Lebensperspektive war besonders für junge Frauen mit vielen Risiken verbunden. Ausbeutung am Arbeitsplatz, Frauenhandel, Prostitution gehörten zu den negativen sozialen Phänomenen der rasant wachsenden Großstädte des Industriezeitalters.

Dies war die Geburtsstunde der Bahnhofsmission, der Beginn einer pastoralen Mobilität und einer Präsenz an neuen sozialen Brennpunkten - den Bahnhöfen. Man entschloss sich, da zu helfen, wo die Hilfe am nötigsten war, bei der Ankunft, wo die Entfremdung, Isolierung und Ratlosigkeit besonders groß waren, wo besonders viele „falsche Helfer“ lauerten. Man entschloss sich, den Menschen zu helfen, die unterwegs waren, die das Vertraute verlassen und das Neue noch nicht erreicht hatten. Der Frauenhandel stellte eine ernsthafte Bedrohung dar.

1894 ...
... wurde in Berlin die erste evangelische Bahnhofsmission gegründet, 1895 folgte Hamburg. Zusammen mit dem bereits 1877 gegründeten Internationalen Bund - „Freundinnen junger Mädchen“, entwickelte  man die ersten Hilfsangebote: Abholdienste, Unterbringung, Stellenvermittlung, Beratung und Betreuung. Allein in Berlin kamen 50.000 Frauen pro Jahr am Bahnhof an. Das achtspitzige, rosa Kreuz (Johanniterkreuz) wurde zum gemeinsamen Zeichen. Die deutsche Kaiserin übernahm das Protektorat.

1910 ...
... wurde die interkonfessionelle Kommission für Bahnhofsmission (seit 1934 Konferenz für kirchliche Bahnhofsmission in Deutschland) gegründet, 1906 begann man mit der jüdischen Bahnhofshilfe zusammenzuarbeiten. Die Bahnhofsmission ist das erste ökumenische Projekt in Deutschland!

1914 - 1918 ...
... arbeitete die Bahnhofsmission, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, beim Kriegshilfsdienst mit: Verpflegung durchreisender Truppen, Beistand für Verwundetentransporte, Flüchtlingsbetreuung. Ab 1917 stellte die Reichsbahn der Bahnhofsmission zahlreiche Diensträume zur Verfügung. Die Bahnhofsmission etablierte sich als sozialer Dienst am Bahnhof und wurde in die Wohlfahrtsarbeit von Staat und Kirche eingeschlossen.

1918 - 1933 ...
... übernahm die Bahnhofsmission die Betreuung der Auswanderer nach Übersee und wurde in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise zunehmend als Anlaufstelle für Menschen in Not wahrgenommen – für die Reisenden wie für die Ortsansässigen. 

1934-1945 ...
... verloren die Träger der Bahnhofsmission den Status der Gemeinnützigkeit. Ab 1936 setzte auf den Bahnhöfen eine systematische Verdrängung durch den NS-Bahnhofsdienst ein. Dabei wurde massiver Druck auf die Reichsbahnbehörden ausgeübt, den Bahnhofsmissionen ihre Räumlichkeiten zu kündigen. 1939 erfolgte dann die Auflösung der letzten Bahnhofsmissionen. Der zweite Weltkrieg verwandelt die NS-Bahnhofsdienste in Instrumente der Maschinerie des Krieges. Die christlich geprägte Sozialarbeit wurde verdrängt. 

1945 – 1949 ...
... nahm die Bahnhofsmission (schon 2 Monate nach Kriegsende) ihre Arbeit wieder auf. Das bewährte Krisenmanagement sicherte die existentiellen Bedürfnisse von Millionen Flüchtlingen, Vertriebenen und Kriegsheimkehrern. Die Grenzen der Besatzungszonen verursachten kurz nach dem Krieg neue Wanderungsströme. Während der Blockade Westberlins betreute die Bahnhofsmission erholungsbedürftige Berliner Kinder.

1949 – 1989 ...
... seit den 50er Jahren sicherten staatliche Subventionen die alltägliche Hilfe am Bahnhof ab.  Im Jahre 1956 wurde die Bahnhofsmission mit dem Vorwurf der Spionage für den Westen in der DDR verboten; zahlreiche Mitarbeiterinnen wurden inhaftiert. Allein die Bahnhofsmission am Ostbahnhof arbeitete auch während der DDR Zeit, jedoch außerhalb des Bahnhofs in einem barackenählichen Gebäude. Über 160.000 Ungarn-Flüchtlinge nahmen die Hilfe der Bahnhofsmission in Anspruch. 

Die „Gastarbeiter“ und  „DDR-Rentner“ bildeten in den 60ern neue Zielgruppen – so daß die beratenden Tätigkeiten eine wichtige Position im Hilfeangebot einzunehmen begannen. In den 70ern und 80ern begannen die wachsenden sozialen Probleme des „Bahnhofsmilieus“ (Drogenkonsum, Obdachlosigkeit) nach mehr Engagement vor Ort und nach neuen Ideen zu verlangen. Die Bahnhofsmission konnte sich als kompetente niedrigschwellige Sozialambulanz etablieren.

1989-1991 ...
... kam die die Bahnhofsmission im Zuge der Wiedervereinigung auch in die ehemaligen DDR zurück: 1991 nach Ostberlin, Görlitz, Halle und Dessau, 1992 nach Leipzig usw.