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17. November 2011

"Ja, ich will!" Mit diesen Worten auf den Lippen unterschrieben 11 Freiwillige in diesem Jahr ihren Vertrag. Dass diese Worte uns, Dörte und Anne, so schnell wieder einholen würden, ahnten wir nicht...

28. Oktober 2011 - ein sonniger, wunderbar herbstlicher Tag! Der Himmel ist klar, das Laub rieselt langsam die Bäume herunter, die Welt scheint einen gelb-orangen Anstrich bekommen zu haben. Dieser so friedlich wirkende Tag wendet sich für zwei der Freiwilligen der Berliner Stadtmission zu einem Schicksalstag.
In weiß gehüllt treten zwei junge Frauen aus dem Haupteingang des Zentrums am Hauptbahnhof. Umgeben von einer kleinen Menschentraube lassen die beiden das Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Hier ein Lächeln, dort eine Pose. In der Mitte der Bräute steht eine etwas ältere Frau gekleidet in Schwesterntracht. Hat es nicht einmal mehr für einen Pastor gereicht? Man sieht sich um. Kein Mann im schwarzen Anzug. Kein Hochzeitsauto. Keine Trauzeugen. Was ist wohl dort passiert?

 

Eine Woche später: Der Leiter der Notübernachtung, Ulrich Neugebauer, gibt einer Gemeinde eine Stadtmissionsführung. Eine dieser besagten Freiwilligen ist anwesend.
Herr Neugebauer hält seinen Vortrag und kommt ohne große Umschweife auf das Freiwilligenprogramm zu sprechen. Während er über dieses Projekt informiert, erinnert er sich an die Geschehnisse der letzten Woche zurück. Im inneren Konflikt stehend entschließt er sich dennoch zu erzählen, was sich die Woche zuvor ereignet hat: "Das Freiwilligenjahr ist für viele der jungen Leute ein neuer Lebensabschnitt - eine neue Chance, Altes abzulegen bzw. daran zu arbeiten und Neues in Bewegung zu setzen. Eine unserer Freiwilligen hat diese Chance für sich auf eine radikale Weise in Anspruch genommen...
Letzte Woche ging ich durch das Zentrum. Auf einmal kam mir die Dörte entgegen. Mit einem Strahlen im Gesicht erklomm sie ganz in weiß gekleidet eine Stufe nach der anderen. Wissen Sie, wie mir die Dörte entgegen kam? In einem Brautkleid! Ihr Strahlen reichte über ihr ganzes Gesicht!
Sie wollte es ihren Eltern noch nicht erzählen. Aber ich dränge sie täglich zu Haus anzurufen und von diesem bedeutenden Tag zu erzählen." Alle Anwesenden sehen sich zu der jungen Frau um und beäugen sie fragend.

28. Oktober 2011 (aus der Perspektive der besagten Freiwilligen): Kurz vor 14 Uh, bald ist es soweit. Nervös eilte ich in den Keller der Berliner Stadtmission. Ein roter Teppich lag ausgerollt im Gang. War das nicht ein wenig übertrieben? Ich ging über den roten Teppich und stieß die Tür auf. Dörte! Sie war in ein unglaubliches Hochzeitskleid gehüllt mit riesiger Schleppe. Schwester Inge schritt auf mich zu und geleitete mich zu den anderen Hochzeitskleidern hinüber. Mir war es eigentlich egal, was für ein Kleid ich anziehe, da alle nach meinem Geschmack zu stark verziert waren, aber letztendlich fand ich auch ein Kleid. Unbeholfen schlüpfte ich hinein. Es war mindestens zwei Nummern zu groß. Schnell wurden die zu weiten Stellen abgesteckt. In diesem Moment klopfte es bereits an der Tür. Dörte und ich zogen schnell unsere "Hochzeitsschuhe" an. In diesem Moment öffnete sich die Tür und Journalisten, Fotografen und Schaulustige aus dem Haus standen am Eingang. Die Session konnte nun starten.
Vor ein paar Wochen erhielt das Café InneHALT eine Brautkleiderspende. Eins dieser Kleider wird verlost. Die restlichen verkauft und der Erlös fließt in die gemeinnützigen Projekte der Stadtmission.
Doch um diese Verlosung publik zu machen, musste ein Fotoshoot her. Wie der Zufall es wünschte, durften Dörte und ich modeln, naja eher nett lächeln. Eine Stunde lang durften wir in Hochzeitskleidern auf dem Stadtmissiongelände galant posieren. Zufälliger Weise sind gefühlt alle Mitarbeiter der Stadtmission einmal an uns bzw. an dem Shoot vorbeigeschlendert. Es war in aller Munde. Wir waren erleichtert als der ganze Trubel vorbei war und wir wieder in unsere Alltagsklamotten schlüpfen konnten.
Diese Fotos werden uns weiterhin verfolgen. Daher ist dieser Tag ein einschneidenes Erlebnis für Dörte und mich gewesen. Es ist wie der Tag der toten Ente, bloß eben der Tag der wehenden Brautkleider :)

Ein BZ-Artikel: Wer sagt ja zum Helden Brautkleid

Dörte & Anne