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18. Juli 2013

Stadtmission im Blickpunkt

 

Weiß und Blau sind die Fahnen am Eingang.

Nicht nur Hertha-Anhänger können sich mit diesen Farben identifizieren, nein auch ich als im weit entfernten Duisburg Geborener bin mit dieser Farbkombination durchaus positiv vertraut, wenn ich Woche für Woche mit den „Zebras“, mit meinem MSV, mitfiebere.

Weg vom Fußball, hin zu dem, worum es hier eigentlich geht. Während Berlin unter der brutalen Hitzewelle stöhnt, jeder Badesee völlig überlaufen ist und der Obama-Besuch die Stadt in Atem hält, läuft hier in der Berliner Stadtmission alles seinen gewohnten Gang. Doch? Gewohnter Gang? Alles andere als gewohnt!

Die Stadtmission unserer Hauptstadt, bei der ich nun seit bald einem Jahr mein Freiwilligenjahr erlebe, setzt sich einen anspruchsvollen Auftrag: Berlin verändern, indem sie Menschen hinführt, Gott zu entdecken! Ihr Leitspruch und –vers aus Jeremia 29, 7: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn…“, angewandt in vielen Gemeinden und verschiedensten Einrichtungen, zum Beispiel auch in denen der Kältehilfe.

Ein christliches Unternehmen muss ganz klar den Anspruch haben, anders zu sein, anders zu denken, anders zu handeln. Nicht immer und unbedingt, nur um der Andersartigkeit willen, aber immer wieder, um Jesu willen.

Und die große Frage: Wie sieht es dann im Innern eines solchen Unternehmens aus, wenn draußen, direkt vor der Haustür, die große Arbeit wartet? Ich bin nach Berlin gekommen, um eine völlig neue Aufgabe an einem völlig unbekannten Ort aufzunehmen, war gespannt, motiviert und doch hatte ich keinen Schimmer, was auf mich zukommt.

Als frischer Abiturient erlebte ich an vielen Stellen erst einmal die Baustelle, mich selbst zu organisieren, doch wurde ich hier immer wieder von ermutigenden Gesprächen aufgefangen, waren meine Kollegen genauso wie die Freunde zuhause wohlwollend und unterstützend an meiner Seite.      Doch, es gab auch die andere Seite, und das ist eine schwierige Seite in wohl vielen kirchlichen Einrichtungen: So wahr auch die Aussage „Wer andere glücklich macht, wird selber glücklich“ ist, bin ich an einigen Stellen auch an Grenzen dieses Satzes gestoßen, an den Stellen, wo ich ganz persönlich Ruhe brauchte, wo ich mir selbst etwas schenken wollte, ja musste, wo der eigene Genuss, die eigene Entspannung plötzlich in Konkurrenz zum neuen Arbeitsauftrag stand, das eigene Wohl in Konkurrenz zum Wohl des anderen und nicht mehr zusammenhängend wie im so wohlklingenden Zitat.

Das Jahr geht seinem Ende zu und ich weiß schon jetzt, dass ich ein absolut positives Fazit ziehen kann, dass ich reich bin an Erfahrungen und neuen Perspektiven auf andere wie auf mich, dass dieses Jahr als wertvolle Prägung zurückbleiben wird, dass es ein Privileg ist, Gott hier mitten in Berlin zu dienen.

Danke zuallererst an unseren Vater, der es so unglaublich gut mit mir und uns meint, meine WG-Crew, die mir an guten wie an schlechten Tagen zur Seite stand und zuletzt an einige Kollegen und Mitarbeiter der Stadtmission, die mit ganzem Herzen Anteil an meinem Freiwilligenleben hier hatten.

Tobias, Freiwilliger

 

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