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Februar 2015

Fotocollage, eine Person 11mal auf einem Bild; auf jedem weiteren Bild wird eine Figur durch jemand anderen ersetzt

 + Zwischenseminar + Polnischkurs + Besuchszeit +   

Dzień dobry,

Ja, wir können nun ein paar Fetzen polnisch sprechen!
Von der Notübernachtung aus wurde ein kleiner Polnischkurs mit den nötigsten und praxisnahsten Wörtern angeboten, um uns mit der polnischen Mehrheit sporadisch verständigen zu können. Von Montag über Unterhemd bis Handschuhe ist alles dabei.

Handschuhe wurden auch in der ersten Februarwoche auf dem Zwischenseminar in Zwiesel im bayrischen Wald dringend benötigt, und so stürmten noch vor Abreise drei unschuldige Freiwillige den noch unschuldigeren KIK, um mit wunderschönen Billighandschuhen dem halben Meter Schnee gewachsen zu sein, der uns angekündigt wurde.

Zwischen uns und unserem Zwischenseminar lag nun nur noch eine Odysee aus 5x umsteigen und 11h Fahrt in das kleine Buchenau, fernab von aller Zivilisation an der tschechischen Grenze. Wie schlägt man nun so eine Zeit tot, ohne selbst dabei drauf zu gehen? Man versucht am Bahnhof mit Kieselsteinen in ein kleines Rohr zu treffen (100 Points to Arnd!), trauert Laurenzia (und unseren Oberschenkeln) nach, blockiert unverhältnismäßig oft den Aufzug, spielt Gruppenschiffeversenken, liest Bücher, versucht an einer Station an so vielen Waggons wie möglich vorbeizurennen, bevor der Zug weiterfährt, verdrückt Massen an Süßigkeiten und macht WaggonWorship. Letzteres hatten wir uns missionarisch etwas erfolgreicher vorgestellt, aber immerhin haben wir 20ct für die Stadtmission verdient….damit wir ruhig sind.

Am Ziel unserer Reise wurden wir mit einem Weg aus Kerzen im Schnee in das Haus geführt. Es war wunderschön, groß, gemütlich eingerichtet und zwei Holzöfen bereiteten uns einen warmen Empfang. Obwohl wir 17 Leute waren (Wir, Uli und Karen, Caro und Familie) konnte man sich hier zurückziehen und die Ruhe genießen, die in Berlin eher eine Seltenheit ist. Kaum einer hatte Handyempfang und die großen Straßen wurden höchstens von Fuchs und Hase befahren. 
Es freute uns, endlich mal Zeit zum Abschalten zu haben und den Kopf freizubekommen.

Nach einem Abendessen und einem kurzen Erkundungsspaziergang fielen wir auch schon recht müde ins Bett, auf die Matratzen, oder quasi auf den Boden (Again 100 Points to Arnd!)

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück die erste Seminareinheit an. Hierbei schauten wir zurück auf die letzten Monate und reflektierten die Ziele, die wir uns im September auf dem Anfangsseminar gesetzt hatten. Dass das etwas schleppend lief, lag an der bevorstehenden Rodelpartie. Direkt hinter dem Haus bauten wir eine Rodelstrecke mit Steilkurven und Schanze aus. Wir haben wahrscheinlich mehr gebaut als gerodelt, doch die Bahn war wirklich abenteuerlich!

Junge Menschen in Schneeanzügen; im Vordergrund sitzt eine junge Frau auf einem Schlitten

Der interessanteste Tag war der Dienstag, denn er stand ganz im Zeichen des Fastens. Ein Tag ohne Essen? Respekt an alle, die das durchgehalten haben. Ich habe mir zwischendurch mit einer Banane beholfen…aber pssht!

Der Tagesablauf war wirklich ruhig angelegt. Wir starteten mit einer Musik-Bibel-Meditation, im Rahmen derer wir uns bestimmte Bibelverse verinnerlichen sollten. Für mich war das eine tolle Erfahrung! Mittags spazierten wir ein paar Kilometer zum nahegelegenen, wunderschönen Stausee mit der Anweisung, nicht zu reden.
Das war wohl der Punkt, an dem die Köpfe wirklich freigeworden sind. Jeder lief für sich und letztendlich standen wir einfach da und schauten auf den silbernen See hinaus. Zurück in der Hütte hatte Uli bereits eine Bastelaufgabe zum Thema „Wenn das Glück in Scherben liegt“ vorbereitet. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen! Das Fastenbrechen am Abend wurde klassisch mit schwäbischen Maultaschen abgehalten und mit Lobpreismusik abgerundet. Diesmal störten wir niemanden, sondern hatten für uns eine tolle Zeit!

Die gesammelte Power musste natürlich direkt am nächsten Tag wieder rausgehauen werden. Nach der Besichtigung einer Glasbläserei stapften wir quer durch den Wald nach Hause. Wer weiß, ob Uli den Weg wirklich wusste…
Aber seinen Weg wusste Josef auch nicht, als er nach Ägypten verkauft wurde und so konnten wir uns recht gut in das Seminarthema nach unserer Rückkehr hineinversetzen. Die letzten beiden Tage waren geprägt von weiteren Seminaren, ganz viel Zeit zum Reden, Spiele spielen, ausruhen, essen, Aufnahmen unserer Rodelfahrten anschauen und lesen.
 

Die Rückfahrt am Samstag kam uns Freiwilligen, die nun die Ruhe selbst waren, gar nicht so lange vor. An dieser Stelle möchte ich ein fettes Dankeschön an Uli und Karen richten, die uns die Woche über wettbewerbsreif bekocht hatten, sowie an Caro und ihre Familie, die wirklich eine tolle Bereicherung waren. Wir haben uns toll erholt und können nun gestärkt in die letzten 6 Monate gehen!

Bis zum nächsten Mal,

Tobias Hanßmann