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Januar 2015

Freiwillige und Praktikanten auf der Weihnachtsfeier für Obdachlose

Ihr Lieben,

wir wollen euch erzählen, was wir in dem letzten Monat hier erlebt haben und was sich geändert hat.

Als allererstes: wir Zwölf machen jetzt ein richtiges Freiwilliges Soziales Jahr. Seit Anfang des Jahres machen wir kein Freiwilligenjahr mehr, was eher wie ein Jahrespraktikum mit tollen Nebenbedingungen war. Wir sind jetzt offizielle FSJ'ler.

Letzten Monat gab es auch neben Geburtstagen einiges zu feiern, zum Beispiel Weihnachten. Wir hatten ein sehr schönes Weihnachtsfest. Am 24. Dezember kauften wir doch noch einen kleinen Christbaum, der morgens noch geschmückt wurde und unter den dann immer mehr Geschenke gelegt wurden. Wir verteilten im ganzen Haus Weihnachtsstimmung in dem wir Weihnachtslieder auf dem Flur laufen ließen, damit es auch alle hören konnten. Mittags machten wir uns zu den unterschiedlichen Veranstaltungen und Einsätzen auf. Einige waren in ihrer Gemeinde, andere bei der großen Weihnachtsfeier für obdachlose und arme Menschen im Zentrum der Berliner Stadtmission, andere in der Notübernachtung und andere halfen beim Heilig Abend-Gottesdienst im Hauptbahnhof mit.

Obdachlose sitzen an langen Tischen im Festsaal der Berliner Stadtmission

Ich war bei der Weihnachtsfeier im Zentrum dabei. Es war etwas Besonderes für mich, diese Feier mitzuerleben. Heilig Abend einmal anders zu verbringen und anderen Leuten eine Freude zu machen, war schön. Die Atmosphäre war trotz so unterschiedlicher Menschen in diesem Festsaal so friedlich, schön und zum Wohlfühlen. Ich war erstaunt, wie viele Leute kamen um freiwillig bei diesem Heilig Abend-Fest mitzuhelfen.

Nachts, nach all diesen Veranstaltungen und Einsätzen kamen wir Freiwilligen in unserer WG zusammen und feierten gemeinsam Weihnachten. Es gab Schokofondue und viele Geschenke. Wir machten Lobpreis und hatten sehr viel Freude. Glücklich und erfüllt nach diesem Abend mit Schokofondue, Geschenken, Lobpreis und viel Freude, gingen manche noch ins Bett, um doch noch etwas Schlaf zu bekommen. Frühmorgens verließen dann immer mehr nacheinander unser Zuhause in Berlin und machten sich auf den Weg nach Hause mit Mitfahrgelegenheiten, mit Fernbussen, mit Zügen oder mit dem Flugzeug.

Vor Weihnachten fühlte es sich komisch an, Weihnachten nicht wie gewohnt mit unseren Familien zu verbringen. Aber nach Weihnachten fühlte es sich richtig an, Weihnachten hier in Berlin bei der Stadtmission und mit unserer WG, mit unserer zweiten Familie gefeiert zu haben.

Nach wenigen Tagen wurde unsere WG wieder mit Leben erfüllt und wir zwölf kamen nach und nach wieder zurück. In Berlin lag Schnee. Wir bauten einen Schneemann und einige wurden mit einer Schneeballschlacht begrüßt. Dann stand auch schon das nächste Fest vor der Türe: Silvester!

Wiedervereint feierten wir in der St. Lukas-Gemeinde in Kreuzberg. Es war fantastisch, dieses Lichtspektakel von oben, vom Kirchturm zu sehen.

Die Jahreslosung „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) passt so gut zu unserem Jahr. Sie ist aber auch sehr herausfordernd. Wir begegnen bei der Arbeit sehr unterschiedlichen Menschen und in unserer WG leben zwölf unterschiedliche Persönlichkeiten zusammen. So sind wir in einer Umgebung, in der wir oft die Chance bekommen dies zu leben und auszuüben: die Anderen mit ihrer Art, ihren Einstellungen und ihrem Handeln anzunehmen. So durften wir letzten Monat Tobi annehmen, obwohl er Krätze hatte (das sind kleine Tierchen unter der Haut) oder die Brotschneidemaschine, die von manchem Brotschneideprofi als überflüssig bezeichnet wurde.

Ich begegne hier in meinem Umfeld und in meiner Arbeit Menschen, welche Hilfe so nötig haben, diese aber ablehnen.  Das anzunehmen, fällt mir schwer.

Uns geht es gut und wir sind glücklich hier zu sein. In wenigen Tagen fahren wir gemeinsam in den Bayrischen Wald auf unser Zwischenseminar. Darauf freuen wir uns alle. Aber davon berichten wir euch in unserem nächsten Eintrag.

Zum Schluss wünschen wir Zwölf euch noch ein gutes und gesegnetes neues Jahr!

Miriam Züfle