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Mai 2015

Hallo liebe Leser :)

dieses Mal habe ich die Ehre den Tagebucheintrag zu verfassen und euch einen kleinen Einblick in das zu geben, was so passiert ist in der letzten Zeit.
Am 1. Mai begaben wir uns mitten hinein nach Kreuzberg in die Menschenmassen. Schon nach kurzer Zeit wurde unsere Gruppe in zwei Gruppen gespaltet - kein Wunder bei den vielen Leuten. All zu viel Spektakuläres bekamen wir aber nicht zu sehen.
In der Woche darauf zog es uns an die Ostsee nach Zingst, um dort einen gemeinsamen WG-Urlaub zu verbringen. Leider waren wir nicht ganz vollständig - aber wir hatten dort echt ne gute Zeit und ein paar schöne, wenn auch wenige, Tage. Mit Vesper versorgt, Badeklamotten in den Taschen und der Sonnenbrille auf der Nase ging es los. Eine etwa 4-stündige Zug- und Busfahrt brachte uns zum Zingsthof. Dort machten wir uns dann erst Mal auf den Weg zum Supermarkt, der von einer hungrigen 10-Leute-Meute mit 3 Einkaufswägen gestürmt wurde, um uns mit dem nötigen Essen für die Tage zu versorgen. Der Einkauf war dann etwas verwirrend, kein Wunder bei so vielen Leuten :D Haben wir schon Milch? Oh Mist, wir haben ja schon Nutella. Was brauchen wir denn überhaupt? Und vor allem wie viel? Da denkt man doch, wir müssten mittlerweile Profis im Einkaufen für so viele Leute sein - wenn man dann aber für eine bestimmte Anzahl an Tagen einkaufen muss, ist es doch wieder schwerer als gedacht. Aber wir haben es ganz gut hinbekommen - und über die Reste haben sich dann andere Zingst-Gäste gefreut. :D

Um uns für den Sommer schon Mal auszukennen, haben wir Zingst erkundet, uns aber auch von Matthias (dem Leiter des Zingsthofes) über den Zingsthof führen lassen. Matthias, wenn du das hier ließt, vielen Dank für die tollen Tage, die Unterkunft, deine Zeit für uns, ... Wir haben es wirklich sehr genossen und hatten wunderschöne Tage! :) Viel Zeit haben wir ansonsten am Strand verbracht, mit wechselndem Wetter aus Sonne, Wolken, Regen, Wärme, Kälte - kurze Hose, lange Hose, T-Shirt, doch eine Jacke, ... Einige wagemutige Freiwillige haben sich sogar ins Waser getraut, mein Respekt an Katha, Lissy, Lena, Mimi und Frank! Tobi, Arnd und Frank probierten es dann noch mit Socken im Wasser aus :D Wikingerschach wurde auch des Öfteren gespielt, vor allem Teams aus Schwaben (inkl. der einsamen Badenserin in unseren Reihen) gegen den Rest. Schwaben siegte 7:1, von Eingebildet sein keine Spur (auch wenn das manche behaupten...), denn es steht ja bekanntlich fest "Mir kennet älles außr Hochdeutsch". Da wären wir auch schon bei nächsten Thema.

Mitte April fand das traditionelle Landsleutetreffen in der Landesvertretung von Baden-Württemberg statt - und wir Schwaben äh Baden-Württemberger durften daran teilnehmen, leider ohne Uli, da er Urlaub hatte. Tatsächlich hatten wir es auf die Gästeliste geschafft, und durften so ein Stück Heimat - ein Stück heiligen Boden - betreten. Schick gekleidet, mit gutem Gewissen hätten wir in unserem Outfit auch ins Adlon spazieren können, machten wir uns auf den Weg. Wie wohlklingend war es dann in unseren Ohren, von schwäbisch schwätzenden Menschen begrüßt zu werden. Gutes schwäbisches Essen von Maultaschen über Spätzle und Saitenwürschtle hin zu Linsen und vielem anderen erwarteten uns an diesem Abend. Auch die restliche WG hat den Abend ohne die Schwaben sehr genossen ;)

Damit ihr auch einen Einblick in die Arbeit hier bekommt, möchte ich euch noch was aus meiner Arbeitsstelle - der City Station - erzählen. Wir haben dort viele Gäste, die kaum oder nur wenig Deutsch sprechen. Und so manch einem möchte ich einfach gerne ein paar Worte Deutsch beibringen - und sei es nur Bitte und Danke. Und da ist es in letzer Zeit total schön, dass ein polnischer Gast anfängt, wirklich Bitte und Danke zu verwenden. Da freu ich mich immer drüber. Es gibt sowieso so viele kleine Momente wo ich mich über das Verhalten unserer Gäste freue: Z.B haben neulich zwei angefangen unsere trockenen Geschirrhandtücher zusammenzulegen - einfach so. Ich genieße so die vielen Begegnungen. Aber nicht nur bei der Arbeit kann man Begegnungen mit unseren Gästen haben. Da soll einer nochmal sagen, Berlin sei eine Großstadt; in Wirklichkeit ist es hier vielmehr wie in einem Dorf. Man macht sich auf den Weg, ist unterwegs und trifft innerhalb von einer Stunde 5 verschiedene Gäste die man von der Arbeit kennt. Da wird auch ein schlecht gestarteter Tag wieder mit Freude erfüllt. Ich könnte euch jetzt noch so viel erzählen, was hier vor sich geht und doch niemals alles erfassen.

Jeder von uns erlebt hier jeden Tag so viel - bei der Arbeit, in der WG, beim Berlin erkunden. Von Tag zu Tag ist man hier einfach mehr Zuhause. Da macht es einen echt traurig wenn man daran denkt, dass das bald schon zu Ende sein wird. Zum schon langsam aufkeimenden Abschiedsschmerz, kommt bei jedem auch die Frage, was danach kommt. Wo wird es uns alle hinverschlagen? Wie oft wird man sich noch sehen? Mich macht es traurig zu wissen, dass ich ab September nicht mehr meine 11 mega genialen WG-Familien-Freunde-Mitbewohner jeden Tag um mich herum haben werde. Ehrlich gesagt kann ich mir das gerade gar nicht vorstellen - es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, dass so gut wie immer jemand da ist, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst - du immer jemanden um dich herum hast. Aber ich kann jetzt echt schon sagen, dass ich einfach dankbar bin für die Zeit die ich hier hatte und noch habe - beim Arbeiten, mit meiner WG, einfach überall hier. Der Abschied wird schwer fallen, aber ich werde auch unendlich bereichert gehen. Definitiv ein Jahr, dass sich sowas von gelohnt hat! Also ich geh jetzt mal noch die Zeit hier genießen. Machts gut, und seid gesegnet!

Liebe Grüße, Sandra