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Januar 2017

Seminar und sonst so.

Annemarie, Lena, Rebekka, Elli, Miri, Eva, Jonas, Lorenz, Giorgi, Andri, Timo - und wir: Rebecca (Rapunzel) und Tim grüßen euch aus der winterlichen Freiwilligen-WG!

Impressionen vom Seminar

Tag eins von fünf. Beginn des neuen Jahres - Beginn des Zwischenseminars. Tatort: Dörflaß in Oberfranken. Doch schon die Hinfahrt gestaltet sich als schwierig. Wir tuckern gerade mit unserem Stadtmissions-Mobil, vollgestopft mit 8 Leuten, mit Zweifeln am Motor, schon eine ganze Weile über die Autobahn. Mit 50 km/h. Ob das Ganze wohl gefährlich ist? Egal. Ein Motorschaden wird es wohl nicht sein. Doch dann geht nichts mehr. Wir stehen - 60 Kilometer vor dem Ziel. Mitten auf der Autobahn. "Wer hat denn schon wieder nicht gebetet?!", tönt Rapunzel hinten aus dem Bus. 

Die FSJler vor dem kaputten Stadtmissions-Mobil.
Die wunderschöne Landschaft.

Der guten Laune und Vorfreude steht nichts im Wege. Wir wandern durch den Schnee, stellen Warndreieck auf, killen unsere letzten Essensvorräte und freuen uns das sich noch zwei weitere Autos zu uns gesellen - ebenfalls mit Pannen. Dann sind wir doch recht dankbar, als nach einiger Zeit der Abschleppwagen kommt, und uns zu unserem Ziel bringt. Der Wagen? Mit Maderschaden in die Werkstatt...wer hätte damit gerechnet. Jedoch: Endlich angekommen. Wunderschöne, mit meterhohem Schnee bedeckte, märchenhafte Landschaft.

Tag zwei von fünf. Es steht eine Exkursion ins Kloster an. Unser Thema ist Entscheidungen, und es ist wahr: Die Schwestern haben eine krasse Entscheidung in ihrem Leben getroffen. Erstaunlich offen erzählen sie aus ihrem Leben, Begeistern uns, nehmen uns in ihren Lebensalltag mit. Es entstehen ehrliche und vertrauensvolle Fragen und Gespräche. Jeder denkt viel nach, viel über sich selbst nach. Ein eher meditativer Tag (im positiven Sinn!). Auf der Rückfahrt: Dasselbe Bild wie an Tag eins. Das Auto will nicht wirklich durch den Schneesturm fahren und wir müssen schieben. Doch wir kommen an. Daheim philosophieren, telefonieren, reflektieren. Anne, Rebecca und Timo diskutieren, Tim wird in den Schnee geschmissen. Danke Uli!

Tag drei von fünf. Heute geht es zum Hike. Nein, das ist keine Person, sondern ein Spiel. Wir werden mit verbundenen Augen und in gemischten Gruppen in freier Natur ausgesetzt und sollen wieder nach Hause finden. Doch: Keine Panik, wir haben eine Wanderkarte. Und so können wir die tolle Winterlandschaft und krasse Aussicht von einem Aussichtsturm auf dem Kornberg genießen.

Die Aussicht vom Turm auf dem Kornberg.

Und dann - plötzlich - die XXL-Challenge. Einer muss zurückbleiben. Keine Chance auf Überleben, keine Chance auf Rettung. Ich (Tim) musste zurückbleiben. Die anderen gehen weiter. Nach nur 5 Minuten höre ich Schreie. Gekonnt ignoriere ich sie - vielleicht lauert Gefahr. Ich verstecke mich ein wenig im Gebüsch, und nehme mir einen Stein um mich zu verteidigen. Doch dann kommt doch nur Rapunzel (Rebecca), und erklärt mir genervt das auf dem Zettel stand wir sollen den Zurückgebliebenen wieder holen. Erneut: Danke Uli!

Tag vier von fünf. Wir gestalten eine Morgenandacht und haben dafür einige Gedanken zum Thema Vertrauen und Entscheidungen aufgeschrieben.  Diskussion in der WG-Gruppe - was wollen wir ändern und vielleicht besser machen? Wir haben Zeit um uns als Lebensgemeinschaft zusammenzusetzen, auszusprechen.

Als Ausgleich zum täglichen reflektieren, machen wir eine Pause und gehen am Nachmittag Schlittschuhlaufen. Am Abend machen wir alle zusammen Burger. Tag fünf von fünf. Der Tag der Abreise. Am Vormittag bereiten wir gemeinsam unseren Abschlussgottesdienst vor, und gestalten diesen zusammen. Danach: Sachen packen, aufräumen und ab in die Autos. Und dieses Mal. Man glaubt es kaum. Wir kommen tatsächlich heil, und ohne Panne wieder in Berlin an.

Wieder im Alltag

Für uns alle heißt das zuerst - nach der langen Pause wieder ankommen in unseren Einsatzstellen. Doch als erstes weihen wir unser neues WG-Wohnzimmer ein, mit einem Filmeabend. Auf den nächsten WG- Abend fällt eine WG- Putzparty, auf der wir zusammen gefühlt das ganze Haus auf den Kopf stellen... 

Tim, Rapuzel und Eva beim Putzen.
Bei der Putzparty.

In den folgenden Wochen - der Alltag. Ob wieder das lange Fahren nach Spandau in die Flüchtlingsunterkunft, die Arbeit in der Traglufthalle, im Blindendienst, oder die Einsätze in der Notübernachtung - das FSJ kann manchmal ganz schön anstrengend sein.

Für mich (Rebecca) steht ein Besuch mit einigen Bewohnern aus der Traglufthalle auf der großen Berliner Jobmesse für Migranten und Geflüchtete an.  Hier konnten Kontakte geknüpft, Infomaterial über Möglichkeiten sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, und viele anderen Infos eingeholt werden. Sehr spannend und für einige unserer Bewohner auch erfolgreich.

Weiterhin ein spontaner Einsatz für mich im Kältebus der Berliner Stadtmission:
Es ist 0 Uhr und ich treffe Yannik (Kältebusfahrer)  unten im Büro der Notübernachtung. Wir besprechen uns und los geht die Fahrt. Meine Aufgabe ist es die Anrufe des Kältebustelefons anzunehmen und gezielte Fragen zu stellen, um die Situation des Obdachlosen gut einschätzen zu können. Nach ca. 10 min der erste Anruf für mich: Ja Guten Tag...ich hätte hier zwei, die gerne in die Notübernachtung würden.“ Wir holen drei Personen am Ostbahnhof ab – der Anrufer selbst- obdachlos. Im Auto fragt Yannick: „Was möchtet ihr gerne für Musik?!“ . „50 Cent - Candy shop!“ tönt es von hinten und die Musik wird bis zum Anschlag aufgedreht. Innerhalb von Sekunden verwandelt sich der Kältebus in einen absoluten Partybus in dem alle die Oberkörper passend zur „Gangster-Musik“ hin und her bewegen. Wir genießen die Musik und drehen vor der NÜ noch eine extra Runde.
Viele Anrufe kommen in der Nacht nicht mehr rein. So fahren wir bekannte Stellen wie den Kurfürstendamm ab und versorgen Obdachlose mit Tee und Schlafsack und unterhalten uns. Viel Dankbarkeit. Aber in die Notübernachtung wollte sonst keiner mehr mit.
Um 3 Uhr sind Yannick und ich wieder auf dem Stadtmissionsgelände. Für mich eine sehr eindrucksvolle Nacht, bei der ich dankbar bin dabei gewesen zu sein!

Neben Mentorengespräch steht für mich nächste Woche die Blindendienstfreizeit an. Wir gehen 8 Tage lang  Skilanglaufen in Neustadt am Rennsteig. Annemarie und ich fahren als Begleiter mit. Mal raus aus der Stadt und rein in die Natur – tut bestimmt gut.

Jetzt sind es nur noch 7 Monate. Die Zeit rast und wird auch noch weiter rasen. Wir freuen uns noch auf das was noch auf uns wartet wie z.B der bereits geplante WG- Urlaub. Wir freuen uns auf noch viele Momente, in der WG, In unseren Einsatzstellen, in den Gemeinden und mit den vielen Menschen die uns ans Herz gewachsen sind.
Es grüßen euch,
Rebecca und Tim