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Juni 2017

Die DREIZEHN

Chapter 1 – A bad smell is hard to find

Entsetzt blicke ich auf den Kalender. „Eva, in zwei Wochen fahre ich schon auf Sommercamps…und danach ist das FSJ auch schon vorbei…“ Panik kommt auf, was will ich in den letzten Wochen noch machen? Von wem muss ich mich bald schon verabschieden? Habe ich die Zeit sinnvoll genutzt? Konnte ich anderen Menschen dienen? Werde ich die Zeit vermissen?

Tim Ahlfeld nach dem Friseur-Besuch.Tim nach dem Friseur-Besuch.

Doch zurück an den Anfang des Monats.
Ich schlendere durch die Straßen von Berlin. Was für herrliches Sommerwetter denke ich. Zeit meinem Friseur, der Timo und mich durch das Jahr monatlich frisiert einen Besuch abzustatten. Ich gehe in den schnieken Salon und nehme auf einem der überaus bequemen Friseursessel platz. „Wie immer.“, sage ich dem jungen Albaner, „9 mm an der Seite, und oben ein Stück kürzer.“ Er lächelt mich an und fängt an zu der lauten Radiomusik meine Haare zu scheeren. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass er eine etwas spezielle und vor allem im ersten Moment befremdlich wirkende Schneide-Methode verwendet. Zuerst kämmt er mit Wasser die Haare alle zurück, um danach die zurückgekämmten Haare zu schneiden.

Ich genieße die anschließende Haarwäsche (mit Kopf-, Gesichts-, und Ohrmassage!), und verlasse frisch gestrigelt den Laden.

Zurück in der WG rümpfe ich die Nase. „Boah, wer hat hier denn schon wieder geschissen?“, brülle ich als ich die Küche betrete. Stechender Kotgeruch dringt in meine Nase immer weiter hervor. Ich halte es schon nach 5 Minuten nicht mehr länger aus und alle verlassen den Raum bevor der Brechreiz einsetzte.
„Ein Spezialkommando!“, ruft Mirjam in die Runde, „ein Spezialkommando muss her!“ Wir schauen Sie entgeistert an. „Du meinst doch nicht etwa…?“ „Doch, genau das meine ich.“
Wir gehen in unsere Zimmer und ziehen unsere Spezialanzüge an.

Besonders bunte Jacke.Spezialjacke zum unangenehme Gerüche weg machen.

Extra bunt und für diese besonderen Situationen ausgelegt. Dann betreten die wagemutigen FSJler die WG: Auf der Suche nach der Ursache für den wirklich üblen Geruch. Alles, ja ALLES wird durchsucht. „Ich habs!“, schreit Miri und deutet auf eine alte leere Flasche. Sofort wird diese vorsichtig nach draußen getragen und überprüft. Doch Fehlanzeige. Also geht die Suche weiter.

Dr. Dr. Prof. Beruashvili betritt den Raum. Geübt rümpft er seine Nase. Er ist der wahre Spezialist unter den Spezialisten. Der Profi unter den Profis. Der Franz Beckenbauer der Geruchsbekämpfung. Ganz seinem Geruchssinn nach führt ihn seine georgische Nase zum Kühlschrank.

Dr. Dr. Prof. Beruashvili - Spezialist

Er rückt ihn einen Meter nach vorne und findet…einen kleinen Behälter unter dem Kühlschrank, ursprünglich als Auffangbecken für Abtauwasser gedacht, voll mit einer braunen, furchtbar…ganz furchtbar stinkenden Flüssigkeit. Sofort wird dieser gereinigt und das Problem ist behoben.

„Los geht’s, wir fahren auf Abschlussseminar!“ Müde recke ich meinen Kopf aus dem Bett. Wie? Schon Abschlussseminar? Es ist tatsächlich so. Reflektieren über Reflektieren, über Reflektieren. Habe ich das Seminar gut beschrieben? Einigen scheint das Reflektieren sogar soweit in den Kopf zu steigen, das sie meinen eine Beziehung eingehen zu sollen…naja, soviel dazu, möge das Glück stehts mit euch sein! Ausflug zum Kreidefelsen, viel am Strand spielen, Abschlussgottesdienst – wie schnell Zeit einfach mal vergehen kann.

Tim und Jonas am Strand.Tim und Jonas haben sich befreundet.
VOR dem Lauf...

Chapter 2 - Back in town

„Und wenn du nicht als erstes durch diese verdammte Zielmarkierung kommst, dann kannst du sofort aus der WG ausziehen, hast du mich verstanden?“, brülle ich Rapunzel ins Ohr. „Aber…“, entgegnet sie. „KEIN ABER“, schreie ich, „ du gewinnst diesen Lauf. Hol einfach alles aus dir raus!“ WG-Abend beim Staffellauf, für das Team der Berliner Stadtmission hat sich Rapunzel entschlossen eine Strecke zu übernehmen. Ich coache sie. Also ich würde das was ich mache als so eine Art „Motivationstrainer“ bezeichnen. Wir, die ganze WG, feuern sie als sie losläuft an der Seitenlinie mächtig an. „Das wird ein Sieg auf ganzer Linie“, beschließt Elli.
Nach circa zwanzig Minuten kommt Rapunzel auf uns zu. Ihr T-Shirt ist nass, und sie sieht zugegebener Maßen etwas mitgenommen aus. „Leute, ihr wisst nicht was passiert ist.“, sagt sie keuchend. „Nachdem ihr mich angefeuert habt, bin ich nochmal richtig losgesprintet, und musste mich dann kurz vor dem Ziel erstmal übergeben.“ Stolz macht sich in mir breit, das ich es geschafft habe sie so sehr zu motivieren das sie vor lauter Anstrengung kotzen musste. Vielleicht sollte ich wirklich Motivationscoach werden…


Noch einmal blicke ich auf den Kalender.
„Eva, in zwei Wochen fahre ich schon auf Sommercamps…und danach ist das FSJ auch schon vorbei…“
„Willst du das jetzt noch drei bis viermal sagen?“
„Ich mein ja nur…, in zwei Wochen fahre ich schon auf Sommercamps…und danach ist das FSJ auch schon vorbei…“

Tim am Rednerpult bei der Predigt in St. Lukas.

Chapter 3 – Change something

Gottesdienst in der St. Lukas-Kirche geht auch fetzig. Ich sitze aufgeregt auf meinem Stuhl. Noch läuten die Glocken, doch gleich geht es los. Wie viel Zeit in dieses Event gesteckt wurde ist erstaunlich: ein Gottesdienst, organisiert und durchgeführt von FSJlern und Freiwilligen. Noch immer nervös setzte ich mich ans Klavier, und los geht die wilde Fahrt. „Gute Musik“, denk ich mir, „wir machen wirklich gute Musik.“ Auch wenn es schon zu Beginn einige Probleme gibt, läuft alles ganz gut ab. Ich freue mich, als Lena und Jonas ihre persönlichen Zeugnisse geben. Die Gemeinde ist angetan von den Worten, und ich spüre die ganz besondere Atmosphäre, die in der Kirche liegt.
Am Ende des Gottesdienstes denke ich mir, das es eine sehr gute Idee war, mal etwas zu verändern, nicht immer denselben Ablauf zu machen oder dieselben Lieder zu singen. Auch wenn es am Anfang schwierig ist, lohnt sich der Ertrag für alle Beteiligten.

So sitze ich nun im Büro, schreibe dies, und schreibe das. Nachdem ich den Monatsbericht für Juni fertig geschrieben und online gestellt habe, mache ich den Computer aus, verabschiede mich von meinen Kolleginnen und gehe in die WG. Sofort kommen die ersten Leute auf mich zu:
„Wie laaangweilig!“, gähnt der erste über den Bericht,
 „Irgenwie immer dasselbe“, beklagt sich die zweite,
„Warum hast du den schon wieder geschrieben, sollen nicht alle mal schreiben?“, tönt es aus allen Ecken.
„Ja genau, Eva hat noch gar nichts geschrieben“, brüllt jemand.
„Leute, beruhigt euch mal. Wenn keiner von euch schreiben will – schreib ich halt. Und dann kommt halt diese Grütze dabei raus.“, versuche ich mich zu rechtfertigen.

Angeschlagen verlasse ich die WG, und gehe in mein Zimmer. Doch es hört nicht auf. Ich öffne mein Mail-Postfach und hab eine Mail von einer gewissen Eva Schürle. „The same procedure as every time“, denk ich mir.
„Lieber Tim“, murmele ich laut.
“hier einige Anregungen zum Freiwilligentagebuch:
könntest du evtl. 1. das unterste Bild so zuschneiden, dass der Finger aus dem Bild raus ist? Das sieht ästhetisch glaube ich schöner aus.
Wäre es außerdem möglich, die Zeiten im Artikel anzupassen?
Ich finde, es liest sich etwas holprig, da die ganze Zeit in den Zeiten gesprungen wird, also mal Präsens, mal Vergangenheit.
Außerdem wäre es schön, wenn du nochmal die Kommasetzung und sonstige Rechtschreibung überprüfen könntest :)
„Wir fangen an, die ersten Sonnentage auszunutzen und zu genießen.
„Ich denke, das wird auch…“
„Hier konnte ich, als ich am Brandenburger Tor vorbei gefahren bin, noch ganz…“, und so weiter und so weiter. Genervt schließe ich die Mail.
Ich liege im Bett und schließe die Augen. Hatte ich eine schöne Zeit? Wie bin ich mit Herausforderungen umgegangen? Habe ich etwas gelernt? Habe ich neue Freunde gefunden?
Glücklich schlafe ich ein.