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November 2016

Hallo ihr Lieben,

Annemarie, Tim, Eva, Rebekka, Mirjam, Eliesabeth, Rebecca, Giorgi, Andrej, Jonas, Lorenz, Timo und ich – die Lena grüßen euch aus der tollen, chaotischen Freiwilligen-WG.

Jetzt sind bereits die ersten drei Monate unseres Jahres vorüber und ich denke man kann gut behaupten, dass wir vollständig im Alltag angekommen sind. Sowohl innerhalb der WG aber auch in den verschiedenen Einsatzstellen.
Ich selber arbeite in der Nische, eine Freizeiteinrichtung für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren in Friedrichshain, wo ich mit den Kids spiele, koche, bastle und zwischendurch darauf achte, dass sie sich gegenseitig nicht die Köpfe einschlagen. In meiner Einsatzgemeinde St. Lukas in Kreuzberg kümmere ich mich um diverse Dinge rund um Kirche und Gemeinde: Büroarbeiten wie Einladungsmails verschicken und Informationen verbreiten, aber ich sorge auch für eine gutes Aussehen der Kirche. Seit Ende Oktober ist außerdem der Winterspielplatz für Eltern mit kleinen Kindern wieder geöffnet, in dem ich eine Ansprechperson bin.

In diesem Monat ist ein weiterer, spannender Abschnitt unseres Freiwilligenjahres dazu gekommen: die Notübernachtung für obdachlose Menschen in Berlin. Einmal in der Woche arbeiten wir in der Notübernachtung 1 im Zentrum am Hauptbahnhof mit, und helfen, zusammen mit vielen Ehrenamtlichen, den Gästen eine angenehme, warme Nacht zu ermöglichen. Jeder Abend ist anders, mal arbeiten wir am Tresen und geben frisch gekochte Suppe aus oder im Schlafhaus Zahnbürsten und Shampoo, mal verstauen wir das Gepäck oder stehen vorne an der Tür und tasten alle Gäste nach Alkohol, Drogen oder Waffen ab. Die Arbeit ist nicht immer einfach, vor allem in den ersten Schichten jetzt im November, wenn alles neu ist und die Abläufe oder die Gäste noch unbekannt; wir kommen dann immer mal wieder an unsere Grenzen. Aber wir haben auch die Chance herzliche und dankbare Gäste kennenzulernen, tolle Persönlichkeiten, Menschen mit rührenden Geschichten oder traurigen Schicksalen. Dann ist es immer wieder schön Stammgäste regelmäßig zu sehen und sich nach ihnen zu erkundigen. So wie Herr M., ein Pole den wir eines Abends am Hauptbahnhof angetroffen - und einen Notarzt für ihn gerufen haben. Einige Tage später hat Mirjam ihn in der NÜ wieder getroffen, gesundheitlich viel besser drauf als bei unserer letzten Begegnung – was für eine schöne Nachricht.

Bekki, Elli und Lena auf der Ehrenamtsgala.

Ach übrigens, Herr M. haben wir am gleichen Abend getroffen wie der Ehrenamtsempfang im Allianz Forum stattgefunden hat. Da durften auch wir FSJler daran teilnehmen. Viele von uns waren zum ersten Mal bei einem Empfang, sodass die Frage nach einer Kleiderordnung nicht ganz unproblematisch war, aber das Ergebnis konnte sich schon sehen lassen.

Die WG bei der Ehrenamtsgala.
Das Büffet bei der Ehrenamtsgala.

Nach einer gelungenen Veranstaltung, bei der wir wieder mit neue Leute aus der Stadtmission ins Gespräch kommen und gutes Essen genießen konnten, machten wir uns gut gelaunt auf den Rückweg. Durch das Brandenburger Tor, am Bundestag vorbei und dann nochmal am Kanzleramt – manchmal ist es noch schwer zu begreifen dass wir wirklich in Berlin wohnen.

Die anschließende Situation in der WG spiegelt den normalen Alltag gut wieder – immer etwas chaotisch. So sitzen wir noch in schnieker Kleidung (Anzug oder Blazer) in unserer Küche und machen mit Bekkis Handy 251 Selfies, währenddessen führen wir absurde Gespräche und drei Leute stoßen mit Berliner Luft an. Mittendrin wird aber noch gesaugt, weil es ja so schmutzig bei uns ist. Das alles um 0 Uhr, an einem Donnerstag, in einer normalen Arbeitswoche. Total alltäglich bei uns, so gehört es auch dazu spät abends noch Grießbrei mit warmen Apfelmus zu essen, oder Eierkuchen mit Nutella drauf, philosophische Gespräche mit Timo zu führen, leere Kühlschränke zu haben, weil wir zu faul sind zum Einkaufen oder das Dauerbrennergericht: Nudeln mit Pesto.

Tim beim inhalieren.

Ein weiteres typisches Bild der letzten Wochen ist auch das, eines kranken FSJlers. Ja auch die Erkältungswelle geht an uns nicht spurlos vorbei und ist erstmal einer krank dann kann man mit großer Sicherheit sagen, dass mindestens drei weitere folgen werden. Dann werden Tee- und Inhalierpartys geschmissen, und die Herren werden für ihre Männergrippe bemitleidet – gar kein Problem in unserer WG ;)

Und im ganzen Chaos und Alltag ist das WG Leben ein großes Abenteuer, bei dem viel Zeit für die Gemeinschaft – entschuldige Jonas, ich meine Haufen – aufgebracht wird. Oder wie Timo mal so schön verglichen hat: Das WG Wohnzimmer ist wie die Facebook Timeline, eigentlich wollte man nur kurz mal reinschauen und zwei Stunden später hängt man immer noch fest.

In diesem Sinne verabschiede ich mich hiermit und wünsche allen Lesern eine schöne und gesegnete Adventszeit,
Lena!

Lena mit Ulli bei der Ehrenamtsgala.