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August 2018

Blick auf Spree-Ufer

Nun ist es schon ein Jahr seit unserem Einzug in die Freiwilligen-WG her. Die Zeit in Berlin und mit der WG ist uns davongerannt. Am Anfang unseres FSJ haben sich viele eine Liste geschrieben, was sie in Berlin alles gesehen und erlebt haben wollen. Alles geschafft hat vermutlich niemand, trotzdem wurde viel unternommen, besichtigt und erkundet. Neben dem üblichen Sightseeing-Programm wollte man Berlin ja nicht nur als Tourist erleben, sondern wie ein Berliner leben, um sich richtig heimisch zu fühlen. So kam es, dass wir uns des Öfteren abends beim Späti ein Gösser oder eine Flasche Wein holten, um damit über die dunklen Straßen Neuköllns zu laufen. Auch wenn der geplante Barbesuch aufgrund von Überfüllung oder man sich nicht einigen konnte ins Wasser viel, war das Späti-Bier immer eine gute Alternative. So kam es auch, dass wir abends völlig im Berlin-Feeling Karten an der Spree oder auf den Stufen des Neuköllner Rathauses spielten.

Das Jahr über konnten wir auch nicht genug Flohmärkte besuchen, um eins nach dem anderen Schnäppchen zu ergattern und nebenbei noch den Berliner-Look zu übernehmen. Besonders beliebt war der Flohmarkt am Mauerpark. Gerade auf diesem trifft man dann auch hauptsächlich Berliner und nicht nur endlose Touristenmassen. Zwischen dem Geruch von Schweiß, Gras und Staub, ging sonntags meistens keiner mit leeren Händen nach Hause. Und selbst wenn man einmal eine zu kleine Hose gekauft hat, wurde die eben in der WG versteigert. Es wurde so viel gekauft, dass die meisten von uns ihren Kleiderschrank vor dem Umzug noch kräftig ausmisten mussten. (Im Endeffekt wurde die Lücke im Kleiderschrank dann jedoch wieder mit ausgemisteter Kleidung der anderen aufgefüllt.)

WG beim indisch Essen gehen

Was bei uns in der WG auch üblich war, waren lange Gespräche, Diskussionen und Gelächter bis tief in die Nacht. Dadurch, dass wir die letzten sechs Wochen unseres FSJ auf verschiedene Kinderprogramme an der Ostsee und in Brandenburg aufgeteilt waren, war es zwischenzeitlich sehr ruhig. Teilweise war man an WG-Abenden nur noch zu zweit oder zu dritt. Als dann alle nach und nach von ihren Einsätzen wieder in der WG eintrudelten, herrschte eine angespannte Stimmung. Zwischen der Wohnungs-/Studienplatzsuche, ersten Auszügen und dem Packen, versuchten wir die letzten Tage in der WG trotzdem noch zu genießen. Weil wir alle wussten, dass das FSJ bald zu Ende sein wird, war bei allen auch irgendwie die Luft raus. Fast keiner hatte mehr Lust zu kochen oder hielt sich an den Putzplan, sodass wir die letzten Tage hauptsächlich Nudeln mit Pesto neben Müllbergen genossen. Die Stimmung war auf eine seltsame Art und Weise etwas komisch.

Auf eine Sache freuten wir uns dennoch alle, denn nach unserem Abschlussseminar bei Uli und Dörte stand uns unsere WG-Abschluss-Party bevor. Unser letzter WG-Abend wurde neben einem üblichen Activity-Spiel für das letzte Organisatorische genutzt. Die Party war dann schlussendlich sehr cool. Wir richteten unsere Möbel wie in einer Bar mit Tanzfläche an und tanzten, spielten und quatschten dann die halbe Nacht zusammen. Die Kleiderordnung war passend zum WG-Life: Jogginghose und Latschen, wer das nicht erfüllt, musste sich noch einmal umziehen. Es war ein sehr schöner Abschluss und man merkte leider, dass uns der Auszug unmittelbar bevorstand.

Spiele-Abend in der WG

Die letzten paar Tage in Berlin waren für uns alle sehr stressig, denn wir mussten nicht nur unsere ganzen Sachen packen, sondern auch die WG für die nächsten FSJler säubern und aufräumen. Jeder übernahm einen anderen Job, sodass am Ende wieder alles blitzeblank war. Nebenbei wollte man ja aber auch noch die letzten Stunden mit seinen Mitbewohnern genießen, sodass man trotz doch noch einmal einen Nachmittag am Wannsee oder einen Abend im Restaurant verbrachte.

Als letztes Highlight haben wir uns nach langen Überlegungen einen Nachmittag noch drei Trabis gemietet, mit denen wir Berlin erkundet haben. Es war eine sehr erlebnisreiche und holprige Fahrt an der East-Side-Gallery vorbei zu unserer WG, wo uns Uli begeistert entgegenkam, bis zur Siegessäule. Quasi noch einmal Sightseeing auf eine neue Art und Weise.

Gruppenbild vor drei Trabis

Nach einem tränenreichen Auszug Ende August, konnten, glaube ich, die meisten feststellen, dass dieses Jahr für uns ein ganz besonderes Jahr war. Da wir alle im vergangenen Jahr die Schule beendet haben, war die WG für uns die erste eigene Wohnung. Man musste Verantwortung übernehmen und sich an gemeinsam aufgestellte Pläne halten. Wir arbeiteten auf einmal acht Stunden am Tag und saßen nicht mehr nur sechs Stunden in der Schule rum. Wir sammelten Erfahrungen im Büro, in der Arbeit mit verschiedenen Menschengruppen und in der Gemeindearbeit. Wir lernten vieles über den christlichen Glauben und was es für Arten gibt ihn zu leben. Im Laufe des Jahres wurden wir selbstständiger, konnten eigene Aufgaben und Projekte übernehmen und knüpften tolle Freundschaften in der WG, die auch über das FSJ hinaus noch halten werden. So gehen wir mit neuen Freunden, tollen Erfahrungen und insgesamt sieben neuen Ohrlöchern und zwei Tattoos in einen ganz neuen Lebensabschnitt.

Ob beim Soziale Arbeit-, Psychologie-, Lehramt-, Physiotherapie- oder BWL-Studium in Berlin, Dresden, Gera, Konstanz, Bochum, Stuttgart, Hannover oder in Frankreich, jeder von uns hat nun etwas Passendes gefunden.

Und damit verabschieden wir uns als Freiwilligenjahrgang 2017/2018 mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der Berliner Stadtmission und auch teilweise von der Hauptstadt.

Anna