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4. Monat zwei - owei!

Zwar sind wir erst zwei Monate hier und doch ist es schon fast normal bei der Stadtmission zu arbeiten. Der WG-Alltag verändert sich. Es wird ruhiger und nach und nach auch routinierter. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Leben in Berlin immer wieder Überraschungen mit sich bringt.

Aus den Socken gehauen wurden dieses Mal:

Tabea, die herzliche Frisörin.
Mareike, die unscheinbare Sprücheklopferin.
Christine, die lustige Tanzmaus.
Lynn, das fröhliche Supermodel.
Ingmar, der zugenähte Unglücksvogel.
Aaron, der kahle Familienmensch.
Anne, die liebenswerte Maus .
Timo, der intelligente Schauspieler.
Lucas, der aufgedrehte Malermeister.
Und ich, Maike.

Bei so einer verrückten WG, wie die unsere, bleiben außergewöhnliche Ereignisse natürlich nicht aus. Und da wir sie euch nicht vorenthalten wollen, werden sie hier kurz zusammengefasst:

Fahrraddiebstahl bei der Berliner Stadtmission! Unbekannte schnitten das Gitter des Fahrradschuppens auf und entwendeten mehrere Fahrräder. Nach der Glocke kam Ulrich auf uns zu und berichtete in heller Aufregung von den Ereignissen. Schnell wurde nachgesehen, wessen Räder noch da waren und die Enttäuschung in Lynnis Augen war groß. Großer Polizeiaufmarsch (zwei Polizeibeamte) verschob unser geplantes Frühstück um viele Minuten nach hinten, was den hungrigen Mäulern vieler Freiwilligen ganz und gar nicht gefiel. Aber hey, was hat Priorität – Frühstücken oder die Zurückeroberung gestohlener Fahrräder? Eigentlich ersteres, aber wir wollen ja mal nicht so sein… 

Ingmars Unfall

Ein weiteres Highlight des letzten Monats, falls man es so nennen darf, war Folgendes: Ingmar ist mit seinem Bruder unterwegs, als er völlig unerwartet gegen ein Bushaltestellenschild rennt und sich somit eine blutende Wunde, die mit mehreren Stichen genäht werden muss, zufügt. Autsch. Mit dem Krankenwagen ging es dann ab ins Krankenhaus, wo der arme Junge die Nacht verbringen musste / durfte. Konsequenz: Kopfschmerzen, mitleidiges Kopfschütteln und wochenlanges Haare-Wasch-Verbot… Schade.

Zudem offenbarten sich ungeahnte Fähigkeiten seitens unserer allseitsgeliebten Tabea: Mit der Absicht, den Wasserhahn etwas zur Seite zu drehen, unterschätzte sie ihre Kräfte und brach den Hahn in zwei. Und weil das noch nicht genug war, kam der liebe Ingmar auf die glorreiche Idee, etwas Wasser zum Spülen fließen zu lassen, sodass eine hohe Fontäne neben kreischenden und lachenden Zuschauern außerdem zu einer bräunlichen Überschwämmung im Bad der zwei Frauen sorgte. Upps...

 

 

 

Neuanschaffungen in der Freiwilligen-WG

Ebenso sorgten weitere Neuanschaffungen für einen Aufschwung der Fröhlichkeit in der WG. Nachdem ein Sofa nach dem anderen in seine Einzelstücke zu zerfallen schien und man das Gefühl hatte, nicht nur eine Fernbedienung, sondern sogar sich selbst in der altbekannten „Sofaritze“ verstecken zu können, beschlossen wir, dass es Zeit war, etwas zu ändern. Gesagt, einige Zeit später auch getan. Überraschende Einfarbigkeit und keine Zusammenwürflung verschiedenster Möbelstücke erstrahlt nun im Wohnzimmer der Freiwilligen und schafft eine gemütliche Atmosphäre.

Besuch, Stuhlereignisse und mehr

Außerdem gab es eine Achterbahnfahrt der Gefühle in der WG: „Leute, unsere Stühle in der Küche kosten fast 200€ pro Stück!“, hieß es eines Mittags. In hellem Aufruhr wurden Pläne geschmiedet über die Verwertung dieser teuren Stücke. Sie stammten angeblich direkt aus dem Abgeordnetenhaus und seien dieselben, die Schwester Inge nun auch im Café Innehalt stehen hat. „Verkaufen!“, riefen einige. Doch kaum sammelten sich alle FJler auf einem Höhenflug der guten Laune, da schubste Lynn bereits die ganze Truppe mit einem Stoß auf den Boden der Tatsachen zurück. Es handelte sich natürlich nicht um die vermuteten sündhaft teuren Stühle, sondern lediglich um eine schlechte Fälschung. Schade. Von einer Welle der Spontanität überrollt, beschlossen wir trotzdem die Sitzgegenstände mit viel Wertschätzung zu behandeln und ihnen gute Besitzer zu sein.

Auch diesen Monat waren die Freiwilligen dran, die Glocke vorzubereiten. Wann treffen sie sich? Richtig, am Montagabend um 19:30 Uhr. Doch entgegen aller Erwartungen waren rasch alle Aufgaben verteilt, die Lieder mehr oder weniger geübt und der Nachtisch – an dieser Stelle ein Dankeschön an die Pizza- und Nachtischbäcker – konnte in allen Maßen genossen werden. Jedenfalls für 90% der WG. Denn der liebe Aaron entschied sich für eine unbefristete Zeit eine Art Diät zu machen, in der er sich lediglich von Fleisch, Joghurt, Quark, Spinat und Sauerkraut ernährt. Klingt nicht wirklich lecker und ist es wahrscheinlich auf Dauer auch nicht. Mal sehen, ob es was bringt…

 Viel Besuch war da: Mareikes Schwestern Janni und Leo, eine Freundin von Chrissy hat hier übernachtet, Aarons Bruder Jannis, Maikes Freunde Heiko, Heiko und Femke, Ingmars Brüder Sören und Ludger und sein Freund Coco, Timos Freund Jonas, Tabeas Eltern und ihr kleiner Bruder Tobi, Timos Familie, Lynns Freundinnen und bald sicher viele mehr. Aber mal ehrlich, wer lässt sich denn auch die Möglichkeit entgehen, ein paar Tage for free in Berlin zu nächtigen und zusätzlich Verwandtschaft oder Freunde wiederzusehen?

 

 

Foto-Shooting auf den Dächern der Berliner Stadtmission

Außerdem entführte die SMKG (Stadtmissions-Koch-Gruppe) einige von uns zu einem Fotoshooting. Geplant waren Fotos von selbstdesignten Kleidungsstücken von Arou, der Freundin unseres lieben Chos. Modell stand hierfür Lynn und dies tat sie sogar ziemlich gut. Mit viel Spaß entstanden jedoch nicht nur Einzelfotos von unserem Supermodel, sondern auch eine ganze Menge Gruppenbilder. Starfotographen Sebastian und Arou selbst lichteten die SMKG plus Freiwillige ab und es entstanden erstaunlich gute Fotos.

Copyright by Sebastian Dähne

Herausforderung: Einkauf

 

Wir, die WG, müssen mehrmals wöchentlich einkaufen gehen. Für zehn Personen muss da schon so einiges angeschafft werden. Deswegen sind wir in Besitz eines tollen Bollerwagens, der uns den Transport der Lebensmittel erleichtern soll. Für schwere, große Getränkemengen ist dabei jedoch selten Platz. Da sich nun unser Apfelsaftvorrat (gesponsert von Familie Großmann) langsam  dem Ende zuneigte, und wir kein Leitungswasser mehr sehen konnte, waren wir zum Handeln gezwungen. Deswegen liehen wir uns das Auto von Tabeas Eltern aus und machten uns auf den Weg, Getränke zu kaufen. Das Resultat: 150 Liter Mineralwasser, etliche O- Saft-Packungen und Mulitivitaminsaft. Jetzt haben wir erst einmal ausgesorgt… Für ein paar Wochen hoffentlich!

Wo wir schon einmal beim Thema Einkaufen sind… Es war einmal ein leerer Kühlschrank. Der wollte gefüllt werden. Er schrie nach Nahrung und versuchte dem Hungertod zu entkommen. Viele gingen an ihm vorbei. Schauten ihn mit traurigen Augen an, doch unternahmen nichts. Dass sie selbst noch darunter leiden würden, ahnte in diesen Momenten noch  niemand. Doch schon bald wendete sich das Blatt. Die leeren Mägen der WGler machten sich bemerkbar und hinzu kam noch die schlechte Stimmung der hungrigen Mäuler. Dennoch konnte sich niemand dazu bereit erklären, diesem Leid ein Ende zu setzen. Bis sich Timo und Maike dazu erbarmten, um 8 Uhr in der Frühe, noch vor Arbeitsbeginn, den Weg zum Netto anzutreten und die Raubtierfütterung vorzubereiten. Kaum waren alle Lebensmittel im Kühlschrank verstaut, konnte es losgehen. Einer nach dem anderen aß sich satt und schnell war die alte bekannte, lustige Stimmung in der WG wieder hergestellte. Puh, gerade noch rechtzeitig!

 

Aaron beim "Frisör"

Apropos spontan: Spontanität scheint unser Spezialgebiet zu sein. Jedenfalls dann, wenn es um die Frisurenwahl unserer lieben WGler geht. Nach Beschwerden von Aaron, dass seine Haare ja so lang geworden waren, ergriff Tabea die Initiative und schnappte sich den Rasierer. Keine fünf Minuten später verfügte Aaron über einen sogenannten Undercut. Doch Tabea war noch  nicht zufrieden: Mit einer Bastelschere schnitt sie hier eine Strähne ab, dort ein paar Härchen und kreierte somit eine komplett neue Frisur. Die Meinungen über das Ergebnis teilten sich, doch Aaron schien zufrieden und beließ es dabei. Gut, dass Haare so schnell nachwachsen…!

Bewerberin fürs nächste Freiwilligenjahr

Im Gegensatz dazu war es ein sehr komisches Gefühl, die erste neue Bewerberin für das Freiwilligenjahr 2014/2015 in unserer WG willkommen zu heißen. Sandra ist ihr Name und die Erkenntnis, dass wir uns schon in 10 Monaten wieder trennen würden, erschütterte viele von uns zutiefst. Wir sind doch gerade erst angekommen und nun kommen schon die nächsten Bewerber? Dies zu begreifen fiel und fällt uns noch immer sehr schwer. Dennoch wollen wir die gute, spannende Zeit genießen, die noch auf uns zukommen wird.

 

 

Mit dieser Einstellung starten wir nun in den neuen Monat November. Vollgepackt mit vielen Reisen, der Notübernachtung, Weihnachts-Urlaubs-Planung und hässlicher Berliner-Kälte. 

 

Bis bald,

eure Freiwilligen