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8. Oh Januar, mein Gott ist nah!

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“ - Psalm 73,28

Viele Christen können diesen Vers schon gar nicht mehr hören. In jeder Andacht, in jeder Predigt und jedem kleinen Input geht es um die Jahreslosung für das neue Jahr 2014. Eigentlich ist dieser simple Satz gespickt mit unglaublich viel Bedeutung, aber die ständige Wiederholung dieser sieben Worte trifft mittlerweile nur noch auf ein genervtes, müdes Lächeln. Wir Freiwillige können diesen Vers allerdings nicht oft genug hören. (Klang das authentisch?) Zwar gehen die Meinungen auseinander, welche Jahreslosung besser war, die diesjährige oder die aus den letzten Jahren, doch wir alle sind uns einig, dass der Vers auf jeden einzelnen von uns zutrifft und wir uns an dem Privileg, Gott nahe sein zu dürfen, jeder Zeit glücklich schätzen dürfen.

Voller Zuversicht, Gott auch dieses Jahr wieder nahe zu sein, sind:

Tabea, die temperamentvolle Sängerin.
Mareike, der gelassene TV-Star.
Christine, die bodenständige Tanzmaus.
Lynn, die engagierte Künstlerin.
Ingmar, der direkte Chaot.
Aaron, der schlüsselverlegende Pechvogel.
Anne, die beste Mitbewohnerin.
Timo, der liebevolle Miesmacher.
Lucas, der enthusiastische KSC-Fan.
Marika, die Blumenkohl fritierende Ungarin.
Und ich, Maike.
 

Begonnen hat das Jahr für uns mit einem großen Feuerwerk am Berliner Hauptbahnhof. Alle Freiwilligen – bis auf Marika und Ingmar, die zu Hause feierten – lagen sich in den Armen und genossen die Lichtershow am Brandenburger Tor, die von hier aus zu sehen war. Anschließend feierten wir in der WG noch weiter und ließen den Abend in munterer Stimmung ausklingen.

Als hätten wir einen Termin ausgemacht, trafen wir uns alle zur selben Zeit am darauffolgenden Nachmittag in der WG, um zu „frühstücken“. Danach machten sich ein paar WGler ans Aufräumen der Wohnung, was entgegen unserer Erwartungen gar nicht so schlimm und lang ausfiel. Schnell erhielten die Räume ihren alten, gemütlichen Touch und gegensätzlich zum sonstigen Zustand, war es sogar richtig sauber. Ein gelungener Start ins neue Jahr!

Viel Besuch gab es auch zu Beginn des neuen Jahres. Die WG beehrten diesmal: Jannis und Coco (Aarons Bruder und Freundin), Janni, Leo und Hannah (Mareikes Schwestern und Freundin), Lucas Eltern und Exe (Lucas Freund, dessen richtigen Namen niemand kennt), Timos Tante und Cousin, Daniel (Marikas Freund), Tamara (Ingmars Freundin), Timo (Tabeas Bruder), Lynns Mama und Sigi (Chrissys Bruder). Es ist doch immer wieder schön, wenn alte bekannte oder auch neue Gesichter die WG beehren. Abwechslung tut gut!

Das Schlüssel-Drama

Für viel Trubel sorgte in diesem Monat der liebe, oder wie Ulrich sagen würde, herzallerliebste, Aaron. Da sein Zimmergenosse, Ingmar, noch ein paar Tage nach Neujahr zu Hause verbrachte, verfügte er über nur einen Schlüssel. Dumm nur, wenn man diesen in der Wohnung liegen lässt und anschließend die Tür von außen zuzieht. Der Versuch, das Ganze geheim zu halten bzw. nur so wenig Menschen wie möglich zu involvieren, ging wie zu erwarten nach hinten los. Bei so vielen redefreudigen Menschen, wie uns Freiwilligen, kann so etwas niemand für sich behalten. Also was tun? Der Zweitschlüssel von Ingmar kommt erst am nächsten Abend wieder. Hausmeister Waldi fragen? Wäre eine Option, wenn dieser nicht gerade im Urlaub wäre. Vielleicht kann uns Cho helfen? – Er nicht, direkt, aber er hat Kontakte zu Achim, der eine Leiter organisiert. Diese stellten die Männer an die Wand und kletterten hoch bis zu dem Toilettenfenster, welches glücklicherweise noch offenstand. Schnell hineingeklettert und die Tür von innen geöffnet. Rettung in der Not!

Und als ob das noch nicht genug wäre, verliert der gute Mann nur wenige Tage später seinen Schlüssel erneut. In der Annahme, er habe ihn versehentlich nach der Notübernachtung außen stecken lassen und ein Dieb habe ihn mitgehen lassen, schob Aaron wache in seinem Zimmer. Völlig Verzweifelt schmiedet er Pläne, wie er seinen Einsatzstellen, zu denen er die Schlüssel besitzt (das wären z.B. der Generalschlüssel zur St. Lukas Gemeinde, Zugang zur Notübernachtung, WG-Schlüssel, Zimmerschlüssel und weiteres), erklärt, dass sie sämtliche Schlösser austauschen müssen. Glücklicherweise blieb ihm dieses erspart. Nach stundenlanger Suchaktion in seinem Zimmer, hatte er schließlich aufgegeben, um dann einige Zeit später zufällig auf das gesuchte Objekt zu stoßen. Die Freude war groß, als er den Schlüsselbund aus seinem Schuh zog. Weshalb er sich gerade dort befand, weiß keiner, aber allein die Tatsache, dass er wieder aufgetaucht war, erzeugte ein erleichtertes Lächeln auf den Lippen vieler WGler und besonders bei Aaron selbst.

Ingmar-is-back-Party

Die Freude über Ingmars Rückkehr in die Berliner Freiwilligen-WG musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. An einem Sonntagabend setzten sich ein paar WGler zusammen und freuten sich gemeinsam, dass der verpeilte Schwabe wieder da ist. Völlig übermüdet, verabschiedete er sich bereits vor Ende der Party jedoch in sein Bett, was die übrigen Teilnehmer nicht vom weiterfeiern abhielt. Bis in die Frühen Morgenstunden genossen sie Gemeinschaft miteinander, um am nächsten Tag mit tiefen Augenringen in eine neue Arbeitswoche zu starten. Aber hey, man ist doch nur einmal jung, oder?

<p> Neuste Schnapsidee der Freiwilligen: Gemeinsamer Urlaub an der Ostsee! Aus unerklärlichen Ursachen kam auf einmal der Gedanke auf, mit der gesamten WG in den Urlaub zu fahren. Viele denken jetzt vielleicht „Was? Die hocken jeden Tag aufeinander rum und wollen dann  auch noch eine Woche lang auf engstem Raum miteinander leben? Die spinnen ja!“ – Stimmt! Aber das ist egal. Wir verstehen uns so gut und bevor wir uns voneinander verabschieden – allein dies zu schreiben, tut mir schon im Herzen weh – wollen wir noch eine intensive Zeit miteinander verbringen. Der Plan war ein großes Ferienhaus an der Ostsee Ende Juni bzw. Anfang März. Schnell waren günstige, aber auch schöne Objekte gefunden, doch meist haperte es entweder an der zu geringen Bettenanzahl oder dem Wunschdatum der Anreise. Bevor wir zu viel Zeit verlieren, entschieden wir uns also dazu, auf dem Zingsthof, zur Stadtmission gehörig, unseren Urlaub zu verbringen. Praktischerweise erhalten wir Ermäßigung und haben ein kleines Häuschen für uns allein direkt am Strand. Außerdem ist es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Was will man mehr? Also: Urlaubs-Planung : CHECK.</p>

WG-Schrumpfen

Es wurde kalt in Berlin. Bis zu -14°C erreichten die Thermometer teilweise und wir mussten uns dick einpacken, um nicht zu frieren. Kaum vorstellbar, dass es Menschen gibt, die bei diesen Temperaturen auf der Straße leben und teilweise sogar dort übernachten. Entsprechend dieser Eiseskälte stürmen deutlich mehr Gäste in die offenen Türen der Notübernachtung als die Wochen zuvor.

Das Ganze bekamen allerdings nur die Hälfte der Freiwilligen mit. Dies liegt daran, dass die WG für einen kleinen Zeitraum geschrumpft war:

  • Ingmar und Aaron waren eine Woche lang im Hartz auf Blindenfreizeit
  • Anne war von Donnerstag bis Montag im Schwarzwald und in der Schweiz, um dort ihre Familie und Schwester zu besuchen
  • Lucas hatte ein Bewerbungsgespräch und war deswegen auch über das Wochenende zu Hause.
  • Marika ist über eine Woche in Würzburg auf einem Seminar.

Nach so langer Zeit in einer kleinen Gruppe war die Freude des Wiedersehens groß und jeder einzelne wurde vom Bahnhof abgeholt. Schön, endlich wieder vollständig zu sein!

Getränke-Einkauf

 

Lynnis Mama war da. Mit dem Auto. Logische Konsequenz: Getränke kaufen! Der Vorteil ist nämlich, dass wir nichts vom Supermarkt zur WG schleppen müssen und somit gleich mehrere Sixpacks kaufen können. Diesmal waren es ganze 234 Liter. Ausgesorgt für die nächsten Wochen - yes!  

Neue Bewerber

Vor Kurzem bekamen wir großen Besuch aus ganz Deutschland: 10 Bewerber für das Freiwilligenjahr 2014/2015 machten sich auf den weiten Weg nach Berlin, um sich über die Berliner Stadtmission zu informieren.
Erwähnenswert ist hierbei der Jungsanteil: Gerade einmal 20% der Anwerber, für alle Mathegenies: 2 von 10 Personen, waren männlichen Geschlechts. Trotzdem schienen sich alle sehr wohlgefühlt haben und konnten sich einen Eindruck von vielen verschiedenen Einsatzstellen machen.

Besonders viel Kontakt hatten wir jetzigen Freiwilligen am Samstagabend. Dort waren die Gäste bei uns zum Essen eingeladen. Für zwanzig Leute in einer Mini-Koch-Niesche kochen - Herausforderung angenommen und - hier lobe ich uns einfach mal selbst - mit Bravour gemeistert. Es gab Hawaiitoast. Mitdenkend, wie wir jungen Leute sind, haben wir natürlich auch an unsere vegetarisch lebenden Mitmenschen gedacht und einige Schinkenscheiben durch Tomaten ausgetauscht.

Ganz spontan entschlossen wir uns zusammen in die Kapelle zu gehen und dort ein wenig Lobpreis zu machen. Hinzu kamen noch zwei Hauptamtliche (Corni und Ludwig) aus der Notübernachtung und unsere Lieblings-Praktikantin Naemi, die uns mit gesanglichen Meisterleistungen unterstützten. Das Musizieren in großer Runde machte viel Freude und mit großer Heiterkeit gingen wir anschließend zum Brandenburgertor. Ein Spaziergang durch Berlin endete in der WG, wo wir gemeinsam Werwolf spielten und uns über unser Leben als Freiwillige austauschten.

Einerseits, denke ich, war es schön, die Anwärter bei uns zu haben, auf der anderen Seite jedoch, ist es eine Erinnerung, dass nur noch sieben Monate vor uns liegen. Dies stimmt uns traurig, fröhlich und erwartungsvoll auf die noch kommende gemeinsame Zeit.


Bis bald,

die Freiwilligen