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Gemeinde Karow

Gemeindebriefe

Unser Gemeindebrief erscheint zweimonatlich. Hier finden Sie immer den aktuellen und die zurückliegenden Gemeindebriefe zum Download.

Dezember 2018 - Januar 2019

    Einleger

September - November 2018

Juni - August 2018

April/Mai 2018

Februar/März 2018

Denkanstoß zum Jahr 2019

Lass ab vom Bösen und tue Gutes.
Suche Frie
den und jage ihm nach.
(Psalm 34,15)

Wer Frieden schaffen will, muss nüchtern sein, zugleich klar und überzeugend. So ist es im Kleinen und im Großen. Wer vom Frieden nur träumt, schafft ihn damit nicht, allerdings ist die Suche nach Frieden ohne Träume erfolglos.

In diesem Jahr haben wir an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht. Es hat unfassbar viele Menschenleben gefordert. Die Spuren des Krieges reichen bis in unsere Gegenwart. Das können wir nicht vergessen, nein, wir brauchen eine Kultur der Erinnerung! Sie muss sehr stark sein, denn der Glaube an den Krieg ist nicht tot zu kriegen. Es ist ein Glaube der leider auch noch heute Glaubenskriege produziert oder solche, die mit Glauben getarnt werden. Ein Glaube, der Gründe sucht um Kriege führen zu können, der uns weiß machen will, dass sich Konflikte zwischen Menschen nur mit Waffen lösen lassen.

Die Zahl derer, die durch solche Kriege aus ihrem Land vertrieben werden und nach Europa fliehen nimmt spürbar zu. Selbst in Europa entbrennen kriegerische Auseinandersetzungen von neuem. Und weltweit nehmen die Kriegsherde und Kriegstreiber wieder zu. Es werden dabei Kriege geführt, mit modernster Technik ausgestattet, auch „Made in Germany“.

Das Losungswort für das Jahr 2019 stammt aus Psalm 34. Es stammt von König David und lautet „Lass ab vom Bösen und tue Gutes. Suche Frieden und jage ihm nach.“ Es handelt sich um einem grundlegenden Imperativ und brandaktuellen Hilferuf zugleich. So gut wie jeder hat bei den Schlagwörtern Religion und Gewalt etwas zu sagen.

Zugleich geht der Unfriede quer durch Familien, Vereine, Stadtteile, Parteien, Regionen und Nationen. Immer dann, wenn einer den anderen nicht als unantastbares Geschöpf Gottes ansieht, lauert das Böse vor der Tür. Es entsteht der Raum für Eifersucht, Hass und Neid und infolgedessen weitaus Schlimmeres

In Psalm 34 ist vom Friede in drei Dimensionen die Rede. Er spricht erstens vom Frieden mit Gott: Wir brauchen ein Ende vom Krieg mit Gott. Immer neu versuchen Menschen, Gott zu spielen. Besonders grausam ist es, wenn sie das im Namen Gottes tun. Dabei wird der Friede mit Gott nicht dadurch gestiftet, dass sich Gott mit den Menschen versöhnt, sondern dadurch, dass die Menschen mit Gott versöhnt werden. Das ist im Kern die Botschaft der Menschwerdung Gottes, die wir im Geburtstag von Jesus Christus mit dem Weihnachtsfest feiern.

Im Psalm 34 geht es zweitens um den Frieden mit anderen: Der Krieg mit anderen Menschen muss beendet werden. Er besteht in der irrigen Überzeugung, auf Kosten anderer leben zu dürfen. Er ist besonders grausam, wenn er religiös begründet ist und gar gerechtfertigt erscheint. Jedes Kriegsopfer, das mit Gottes Hilfe versucht die Kriegstreiber zu überwinden, sprich Frieden stiftet, kann sich auf Psalm 34 berufen. Und mit ihnen sind wir alle aufgefordert, Frieden auf allen Ebenen zu suchen: Sei es innerkirchlich, ökumenisch, interreligiös, gesellschaftlich, politischen oder interkulturell.

Und die dritte Ebene, die der Psalmbeter anspricht, ist der Frieden mit sich selbst. Ja, es gibt auch den Krieg der uns ins tobt. Wenn ein Mensch nicht zu sich stehen kann. Er ist besonders grausam, wenn er als Krieg Gottes gegen das eigene Ich erlebt wird. Nach Psalm 34 wächst der innere Friede dort, wo Gott die Ehre gegeben wird.

Und wie soll das nun praktisch gehen? Die Vertreter der drei großen Buchreligionen reden aktuell und unablässig in den Medien von ihrer Friedensabsicht. Schon mal nicht schlecht. Doch die Aufforderung „Suche Frieden und jage ihm nach“, ist mehr als eine Willensbekundung. Es geht um gewollten und gelebten Frieden, der von Menschen ausgeht, der persönlich gelebt wird und im alltäglichen Leben Hände und Füße bekommt.
Die im 19. Jh. lebende Ordensschwester Clara Fey wollte nicht nur verwahrloste Kinder von den „Kleinkriegen“ auf den Straße wegholen. Sie sagte einmal zu ihren Mitschwestern etwas, das heute völlig überholt klingt, und es m.E. doch wert ist, gehört zu werden: „Das beste Mittel, die Ruhe und den Frieden unserer Herzen zu bewahren, besteht darin, dass wir, sobald wir uns verwirrt und aufgeregt fühlen, zum Kreuz Jesu hingehen und dort vor ihm unser Herz beruhigen.“

In unserer Gemeindescheune hängt so ein Kreuz. Wie wäre es einmal mit dem Gedanken zu spielen, sich unter dieses Kreuz zu stellen, wenn in einem böse Gedanken gegen andere Menschen aufsteigen? Wenn in mir der Unfriede zu wachsen beginnt, der meine Sehnsucht nach Frieden zu begraben droht? Wäre das nicht schon ein Innehalten wert!?

Ganz konkret: Wir dürfen uns in unserer Schwachheit unter das Kreuz Jesu stellen. Ob im Gottesdienst, im Frauenfrühstück oder einer Gruppenstunde. Wir dürfen ehrlich unsere Gedanken und Absichten zeigen. Und uns zugleich in der Gegenwart dessen wissen, der uns im Angesicht des Leidens neue Stärke schenken kann und will. In der Clique, der Schulklasse, in der Familie, auf Arbeit, beim Sport, im Seniorenheim, selbst am Grab eines Menschen.

Das hat Biss, aber es erfordert Mut!
Ich wünsche allen einen guten Jahreswechsel und ein gesegnetes Jahr 2019 .

Euer/Ihr

Stephan Seidel