SPENDENKONTO

IBAN:DE63 1002 0500 0003 1555 00
BIC: BFSWDE33BER
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck:
Gemeinde Karow

Ansprechpartner

Stephan Seidel
Pastor
Tel. 0176 / 23 92 91 25 oder
030-91 20 29 69-20

Gemeindekalender

Spenden-Button
Button Mission
Button Gästehäuser

Gemeinde Karow

Männerrüste Januar 2013

Bericht zur Männerrüste 2013 zum Thema "Gewalt und Aggression; die Hölle, das sind die Anderen."

Eine geschlossene Gesellschaft bildeten sie schon, die 33 Männer zwischen Mitte 30 und Anfang 70, die sich am Wochenende 11./13.01. in Gussow trafen. Ansonsten aber hatte dieses Treffen nichts Gemeinsames mit dem Satre-Zitat: Die Türen konnten beliebig geöffnet werden, sei es zum Frisch-Teeren der Lungen oder einfach zum Stapfen im Neuschnee. Und vor allem waren die Angereisten nicht gewillt, eine Hölle für Andere zu sein. Gutmütige Frozzeleien ("Leg gefälligst die Tischdecke glatt auf den Tisch!"- Du hättest sie aber auch gut zu Hause bügeln können!") schafften eher Heiterkeit als Ärger; wir haben trotz des Themas sehr viel gelacht.

Anstrengen mussten sich die Teilnehmer durchaus: Es galt, die eigenen Erfahrungen zu Gewalt und Aggression in Spielen darzustellen (4 Gruppen, unabgesprochen 4 verschiedene Themen). Gewalt und Aggression waren auch im Spiel "Kuhhandel" dabei: Statt um Geld wurde um Punkte gekämpft, sei es am Seil mit Herunterziehen vom Stuhl, beim Biathlon mit echter Armbrust, beim Tauziehen oder auch 'nur' beim Kopfball, der auf dem Boden ausgetragen wurde. Hier war einmal leider kein Ball mehr zwischen den aggressiven Köpfen.

Wurden die Frauen vermisst? Eigentlich wenig, abgesehen von den Telefonaten, die gelegentlich geführt wurden. Selbst das Küchenpersonal (auch Teilnehmer) stellten die Übrigen in allen Bereichen zufrieden.

War jemand ausfallend? Nein, selbst eine Beobachtungs-Kamera hätte nichts Anstößiges festgehalten. Zum Schluss noch ein Höhepunkt: Der Gottesdienst ohne Predigt, aber im unabgesprochenen Rededuell zwischen Kain und Gott; spannend, mit unerwarteten Wendungen: Kain, gespielt von mehreren Freiwilligen, begeht zum Schluss Selbstmord, um bei dem eigentlich geliebten Bruder zu sein.

Dietrich

... und weitere Gedanken zur letzten Männerrüste und zum Männerabend:

In Zeiten da multinationale Nahrungsmittelkonzerne nicht nur Bauern in Lateinamerika durch aggressive Lizenzierung verbieten jahrhundertealte Traditionen weiterzuführen, sondern auch dabei sind, die eigene Bevölkerung zu vergiften, Banken stattlich subventioniertes Russische Roulette betreiben, die Politik mehr und mehr die eigene Unfähigkeit herausstellt, Probleme (S-Bahn, Flughafen) zu lösen und die Medien, wie das Deutsche Fernsehen nur noch nach der Quote schauen, statt sich dem eigentlichen  Bildungsauftrag zuzuwenden, ist Guter Rat teuer. Aber nicht nur die großen Probleme, oft wichtiger für den Einzelnen sind die kleinen zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen in der Familie, im Kollegenkreis, mit wildgewordenen Autofahrern/Fahrradfahrern, - jeder wähle das Zutreffende aus - die auf eine Lösung harren. Meist gibt es keinen zuhörenden Gesprächspartner und oft sind uns Fragestellungen gar nicht bewusst.

Hier setzt die Männerrüste ein. Jeden letzten Donnerstag im Monat treffen sich 12 - 18 Männer (beim Eisbeinessen können es schon mal 33 sein) in den Gemeinderäumen der Stadtmission in Karow, um sich ausgewählten Themen zu nähern. 

Höhepunkt aber ist die Männerrüstzeit im Januar in Gussow. Hier findet in schöner Umgebung ein dreitägiges Treffen statt, bei dem jeweils ein bestimmtes Thema von allen Seiten beleuchtet und diskutiert wird. Sorgsam vorbereitet beginnt es am Freitag mit einer lockeren Runde, in der eine erste Näherung erfolgt. Anschließend ist dann Freizeit mit oder ohne Film zum Thema.

Am Samstag findet dann der Löwenanteil der Auseinandersetzung statt. Der Vormittag beginnt mit einer Einführung zum Thema im großen Rund. Oft ertappt man sich dann, dass man dieses oder jenen Aspekt des Themas noch gar nicht so gesehen hat.

Nach dem wie immer guten  Mittagessen und der Siesta wird dann der Rote Faden am Nachmittag in kleinen Gesprächskreisen wieder aufgenommen und mündet in einem in der Regel äußerst lustig geratenen Stegreifspiel - von jeder Gruppe vorgetragen.

Der Abend ist schon legendär. Nach dem wiederum leckeren Abendessen ereignet sich ein Event irgendwo auf halber Strecke zwischen Trivial Pursuit,  den Olympischen Spielen von 1896 und Takeshi's Castle. Ich muss zugeben, selten so gelacht zu haben wie an den gesamten Tagen, trotz des oft ernsten Themas. Wo gibt es schon so etwas, dass erwachsenen Männer bäuchlings auf Skateboards liegend, bekleidet mit einem Bauarbeiterhelm, an dem ein Nagel angeklebt ist durch den Raum geschossen werden, um einen Luftballon zu treffen.

Der Sonntagvormittag ist dann geprägt durch ein biblisches Herangehen. Aber auch hier wird vor trickreichen Arrangements nicht zurück geschreckt, alle einzubeziehen und es kann dann schon mal vorkommen, dass mehrere Versionen von Gott aufgeboten werden müssen, um den Fragen aus der Runde Herr zu werden.

Alles in allem ist es immer ein Erlebnis, viele der Mitwirkenden sind schon ewig dabei und viele der Neu-Dazugestoßenen kommen gern wieder. Es sei hier gestattet, Dank auszusprechen an alle, die diese Rüstzeiten vorbereiten, von der Küche bis zu den Lektoren aus den inzwischen verschiedenen Gemeinden der Stadtmission.

Eberhard Hasche