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Gemeinde Kreuzberg

Geschichte

Am 17.3.1861 wurde die St.-Lukas-Kirche geweiht, damals war es der Sonntag Judica. 2011 war das 150 Jahre her.  Mit vielen Gästen feierten wir am 3.4. (Fotos ganz unten). Eine Festschrift mit vielen Bildern ist für 5 € in der Kirche zu erwerben.

Im Herbst 2007 erschien das sehr lesenswerte Buch von Marina Wesner: 'Kreuzberg und seine Gotteshäuser' im Berlin Story Verlag. Bei der Recherche nahm sie auch Kontakt zu unserer Gemeinde auf. Für unsere Homepage stellte sie uns freundlicherweise Text und Bilder der Seiten 31 - 35 zur Verfügung (Hervorhebungen sind vom Webmaster). Die Seite über die Geschichte der Stadtmission in Kreuzberg beruht ebenfalls auf ihrem Buch. Wir danken herzlich!

St. Lukas - die erste Straßenfrontkirche

"In der Nähe des Anhalter Bahnhofs entstand in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die St.-Lukas-Kirche. In dieser Zeit nahm die Zahl der Bewohner in der Berliner Friedrichstadt stetig zu. Die erst 1846 eingeweihte St.-Matthäus-Kirche am heutigen Kulturforum wurde schnell zu klein für die wachsende Gemeinde. Allerdings waren die Gemeindegrößen im Verhältnis zur Luisenstadt noch sehr moderat. Zum Zeitpunkt des Beschlusses, eine zweite Kirche zu errichten, bestand die Gemeinde aus 15 000 Kirchengliedern.

Der Generalsuperintendent Büchsel entschloss sich bereits 1852, eine Hilfskirche für die Gemeinde zu errichten, und begann mit der Suche nach einem geeigneten Bauplatz. Nach sechs Jahren konnte endlich das Grundstück an der Bernburger Straße erworben werden, also in einer relativ wohlhabenden Gegend im Bereich des Regierungsviertels. In der Folge unterstützten zahlreiche Persönlichkeiten das Bauvorhaben mit teils großzügigen Spenden. Zu ihnen gehörten der Sprachwissenschaftler Jacob Grimm, der Historiker Theodor Mommsen, der Maler Adolph Menzel und der Schriftsteller Theodor Fontane, der uns in diesem Buch noch mehrmals begegnen wird. Auch der König stiftete eine große Summe und übernahm gleichzeitig das Patronat für den Neubau. Diese Unterstützung war wohl auch der Grund dafür, dass der Bau in dieser Größe und Gestaltung ausgeführt werden konnte.

1858: Kauf des Grundstücks
Architekten: Friedrich August Stüler (Entwurf), Gustav Möller (Ausführung)
19.10.1859: Grundsteinlegung
17.3.1861: Einweihung
29.4.1945: letzte Zerstörung
21.8.1954: Grundsteinlegung für den Neubau (Architekt: Georg Thoféhrn)
19.12.1954: Einweihung

Die Architekten nutzten Elemente der Romanik Oberitaliens sowie der Renaissance und schufen damit einen Kirchenbau im so genannten »Rundbogenstil«, einer Weiterentwicklung des Klassizismus. Stüler plante eine Straßenfrontkirche, die durch ihren Arkadengang und den optisch neben der Kirche errichteten Turm auch mit dem Grundriss Bezug auf die italienische Romanik nahm. Die Arkaden waren eingerahmt durch zweigeschossige Seitenflügel. Das Kirchenschiff besaß eine Empore und ein Querschiff. Den deutlich niedrigeren kurzen Chor schloß eine Apsis ab. Das Äußere zeigt die enge architektonische Nähe zu St. Jacobi, die Gestaltung richtete sich jedoch vor  allem nach der Form des Grundstücks und der Forderung, eine Straßenfrontkirche zu errichten.

Erst 1864, drei Jahre nach der Einweihung, wurde beantragt, St. Lukas zu einer selbstständigen Gemeinde zu erheben. Die Gemeinde wuchs auf 13 000 Mitglieder bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs an, Ende der dreißiger Jahre waren es nur noch 6 000. Während des Ersten Weltkrieges mussten die Bronzeglocken des Kirchturms abgegeben werden. Sie konnten erst 1925 durch Stahlglocken ersetzt werden. Dieses Manko erwiess sich später als Glück, mussten diese doch im Zweiten Weltkrieg nicht der Kriegswirtschaft zur Verfügung gestellt werden. 1939 war von der behördlichen Kommission sogar der Bau eines Luftschutzbunkers im Keller der Kirche vorgesehen, diese Idee wurde allerdings nie umgesetzt, da der Pfarrer der Kirche wiederholt die Undurchführbarkeit dieses Plans beweisen konnte.

Die Zerstörungen der Kirche während des Zweiten Weltkriegs waren massiv. Zunächst wurden sie vom Amt für Stadtplanung 1950 auf einen Zerstörungsgrad von deutlich über 70 Prozent festgelegt. Dies hätte den Abriss der Kirche bedeutet. Der damalige Pfarrer setzte sich allerdings intensiv für seine Kirche ein und erreichte mit jedem Besuch beim Bauamt eine Verringerung des berechneten Zerstörungsgrades. Als er 1951 bei 48 Prozent angelangt war, hatte er auch sein Ziel erreicht, die Kirche konnte wieder aufgebaut werden. Im folgenden Jahr wurde das Gotteshaus unter Denkmalschutz gestellt.

Der Wiederaufbau wurde unter der Leitung des Architekten Georg Thoféhrn allerdings bedeutend schlichter und kleiner ausgeführt. Der Turm verlor seine Spitze, die Arkaden bekamen ein steileres Pultdach. Auch das Mittelschiff wurde deutlich niedriger und kürzer aufgebaut, die ehemals charakteristisch über den Arkaden aufsteigende Fassade des Mittelschiffes mit ihren Rundbogenfenstern und dem kleinen runden Fenster existiert heute nicht mehr, ebenso wenig die beiden seitlichen Gebäude, die die Kirche fassten. Für den neuen Kirchenraum wurde die kleine Apsis des Chores übernommen, ein Querschiff gibt es nicht mehr. Mit den Bauarbeiten wurde 1954 begonnen.

Beachtenswert in dieser neuen Kirche sind insbesondere die Sgraffitos des Künstlers Sigmund Hahn, die unter anderem Lukas, Matthäus und an anderer Stelle die vier apokalyptischen Reiter zeigen. Ansonsten ist der Innenraum schlicht gehalten, die Wände werden nicht durch architektonische Elemente gegliedert, die weißen Kirchenbänke und die hohen Rundbogenfenster rücken die Werke Hahns deutlich in den Vordergrund.

Neben der Kirche wurde in den siebziger Jahren ein neues Gebäude errichtet, das insbesondere dem Schwerhörigen-Verein Berlin dient. Die Schwerhörigenseelsorge ist seit dieser Zeit in St. Lukas beheimatet. St. Lukas fusionierte in mehreren Schritten mit der Dreifaltigkeitsgemeinde, der Friedrichstadtgemeinde und der ehemaligen Jerusalemsgemeinde. Dies und die zahlreichen Konzerte, die in der Kirche veranstaltet werden, sicherten dem Gotteshaus das Bestehen." (Ende des Zitates aus dem Buch von Marina Wesner)

Dies änderte sich dann sehr schnell: Die bisherige Gemeinde musste die Räumlichkeiten doch aufgeben, sie wurden der Berliner Stadtmission angeboten. Zum 1.4.09 nahm die Berliner Stadtmission im Einvernehmen mit der Kirchenleitung und der bisherigen Gemeindeleitung ihre Arbeit in der St. Lukas-Kirche auf. Als erstes zog die Stadtmissionsgemeinde Kreuzberg aus der Johanniterstraße 2 hierher. Die Räume im 'Neubau' rechts von der Kirche wurden behutsam renoviert und teilweise umgestaltet: Ins Erdgeschoss zog der Winterspielplatz und im 1. Stock ist wieder ein großer Gemeinderaum.

Die Gehörlosen- und Schwerhörigen-Arbeit bleibt auf dem Gelände, es bestehen längerfristige Mietverträge.

Fest zum 150-jährigen Jubiläum der St. Lukaskirche am 3.4.11

Fotos vom 150-jährigen Jubiläum der St. Lukas-Kirche