SPENDENKONTO

IBAN: DE63 1002 0500 0003 1555 00
BIC: BFSWDE33BER
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck:
Gemeinde ZAH

Ansprechpartnerin

Viktoria de Fallois

Viktoria de Fallois
Stadtmissionarin
Tel.: 0151 15844269

Spenden-Button
Button Mission
Button Gästehäuser

Gemeinde im Zentrum am Hauptbahnhof

Aktuelles

01.04.2021

Was Stadtmissionarin so macht: "Passionsglocke" am Zentrum am Hauptbahnhof

In diesem Jahr haben wir den einmal im Jahr stattfindenden Passionsgottesdienstfür die Mitarbeitenden der Stadtmissionals eine Art Stations- und Mitmachgottesdienst gestaltet. Angelehnt an einen Kreuzweg gab es verschiedene Stationen, die sich im Kontext unserer Arbeit und Begegnungen mit dem Leiden und Sterben Jesu auseinandergesetzt haben und diese Geschichte zu unserer Ge-schichte gemacht haben. Vorbereitet wurden die einzelnen Stationen zu den biblischen Texten von Teams aus Einrichtungen hier am Zentrum: von Haus Leo, Drin-nen&Draußen, dem Café Blattgold, dem missionarischen Bereich, Moab, der Abteilung Unternehmenskommunikation, der Notübernachtung und dem Übergangs-haus.

Im Nachhinein in wenigen Sätzen wiederzugeben, wer was gemacht hat, fällt mir extrem schwer. Denn die Stationen wirkten durch die Menschen, die Begegnungen, die Räume, durch die kreativen Arten der Auseinandersetzung wie einer Video-Installation von Drinnen&Draußen oder einerAudio-Installation von Moab, wie dem Nachgehen der Frage der Farbe meines Kreuzes an einer Bastelstation, wieeiner Wand zum Perspektivwechsel, durch angeordnete Bauzäune oder Plakat-und Zettelwände, durch Impulse, die mich ins Grübeln über mich und meinen Glauben gebracht haben, durch Gebete und Segnung, durch den Mo-ment.

Ich kann hier nur ganz subjektiv darüber schreiben, was mich persönlich besonders bewegt hat: Das war u.A. die Station in der Notübernachtung zum Thema „Erfahrungen der Machtlosigkeit“. Vielleicht, weil es mein Thema ist. Vielleicht, weil mich die Stimmung bei der Station ergriffen hat. Vielleicht, weil ich den Ort mag. Am Eingang vor der Treppe wurde ich von als Security Verkleideten wild auf fremden Sprachen in Empfang genommen. Ich habe kein Wort verstanden. Treppab hing vor dem Eingang eine Kollage aus Zeitungsschnipseln. Darüber prangten die Lettern: M-A-C-H-T-L-O-S. Drinnen ein purpurner Mantel. Eine Dornenkrone darauf. An der Wand Erzählungen von Mitarbeiten-den und Gästen zu ihren Erfahrungen: Machtlosigkeit gegenüber einem Sozialsystem, ge-genüber Drogen-und Alkoholabhängigkeit, gegeber Sprachbarrieren. An der Wand eine Erzählung über Jesus:

63Die Männer aber, die Jesus gefangen hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn, 64verdeckten sein Angesicht und fragten: Weissage, wer ist’s, der dich schlug? 65Und viele andere Lästerungen sagten sie gegen ihn. 66Und als es Tag wurde, versammelte sich der Rat der Ältesten des Volkes Hohepriester und Schriftgelehrte , und sie führten ihn vor ihren Hohen Rat 67und sprachen: Bist du der Christus, so sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich’s euch, so glaubt ihr’s nicht; (Lk 22,63-67)

Ich war bewegt. Nicht erstaunt, aber doch überzeugt:
Von meinem Glauben.
Von der Ges
chichte Gottes mit uns.
Von Got
tes Geschichte, die zu denen der Mitarbeitenden und Gäste geworden ist.
Die zu meiner geworden ist.
Am Ende leere Blätter und Stifte.

Für meine Geschichte von Machtlosigkeit,
um in meiner Machtlosigkeit Gott zu finden.

eure Viktoria