Alarmierende Geburtstagsbilanz der City-Station: Armut wächst. Restaurant für obdachlose Menschen so nachgefragt wie nie zuvor
Seit einem halben Jahrhundert öffnet die City-Station in der Joachim-Friedrich-Straße 46 regelmäßig ihre Türen für Menschen ohne Obdach und stadtarme Hauptstädter:innen. Unweit der Ku´damms können sie in der Tagesstätte der Berliner Stadtmission duschen, ihre Wäsche waschen oder sich dort einfach nur ausruhen. Für 50 Cent gibt es Kaffee, kostenfrei Tee und Mineralwasser, für einen Euro zudem ein warmes Mittagessen, für das ein Hauswirtschafter sorgt. Möglich ist das auch, weil immer wieder Menschen Lebensmittel, Herrenunterwäsche, Hygieneartikel und auch Geld spenden. „Wir sind keine Suppenküche, sondern ein Restaurant in dem alle Menschen willkommen sind“, betont Karen Holzinger. Sie hat 1991 in der City-Station als Sozialarbeiterin angefangen und leitet inzwischen bei der Berliner Stadtmission den Fachbereich Wohnungslosenhilfe.
Was sich seither verändert hat? „Die Stadtarmut wächst dramatisch“, sagt Karen Holzinger, „denn im Jahr 2024 kamen insgesamt 18.455 Menschen in die City-Station.“ Zwei Jahre zuvor waren es nur 13.984 Personen. Die drei Waschmaschinen im Keller und die Trocken laufen ohne Pause. „Und wenn wir noch mehr Duschen hätten, würden wahrscheinlich noch mehr Menschen kommen“, sagt Manuela Spiesecke. Die 58-Jährige leitet die City-Station seit gut einem Jahr. Seither kümmert sie sich um die steigende Zahl der Gäste, unterstützt von engagierten Ehrenamtlichen, und zusammen mit ihrem Team aus vier weiteren Sozialarbeitenden, die alle Teilzeitkräfte sind. Finanziert werden diese Stellen vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Den Rest bestreitet die Stadtmission aus Spenden.
„Viele Gäste bei uns kommen schon seit Jahren und sind Stammgäste. Es sind nicht nur obdachlose Menschen, sondern viele aus der Nachbarschaft, die in Altersarmut und in Einsamkeit leben“, erklärt sie. Die City-Station bietet ihnen einen Treffpunkt und eine tägliche Struktur. Und so manchem eine helfende Hand, um dem Leben noch mal eine entscheidende Wendung zu geben. So wie bei Marco. Er war nach einer Trennung obdachlos. Das Team der City-Station half dabei, Anträge auf Unterstützung zu stellen und eine Wohnung zu besorgen. Inzwischen arbeitet er als Hausmeister bei der Berliner Stadtmission…
Auch er wird am kommenden Dienstag dabei sein, wenn die City-Station auf dem Spielplatz in der Joachim-Friedrich-Straße 46 von 14 bis 18 Uhr ihren 50sten Geburtstag feiert. Nach den Grußworten von Charlottenburgs Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch und Superintendent Carsten Bolz werden die martas Gästehäuser der City-Station einen Spendencheck überreichen. Danach sind alle eingeladen, zu feiern: Um 15 Uhr eröffnet Standup-Comedian Oliver Tautorat, der bekannt ist als Intendant und Hauptdarsteller von „Gutes Wedding – schlechtes Wedding“, die Bühne. Es gibt Tee, Kaffee, Kuchen und am Nachmittag ein gespendetes Grillbuffet der Cateringfirma Aveato mit Salaten, Fleisch und vegetarischem Grillgut. Wer mag, kann sich mit anderen beim Tischtennis messen oder bei Rundgängen die City-Station kennen lernen. Ab 16.30 Uhr spielt dann die Kreativmolkerei aus Spandau Schlager aus den 70er und 80er Jahren.
weitere Informationen:
Barbara Breuer, Pressesprecherin
Telefon: 030 690 33 413
Mobil: 0151 12917353
breuer[at]berliner-stadtmission.de