Sommerfest in der Citystation: Tagesstätte für obdachlose Menschen extrem nachgefragt
Die City-Station in der Joachim-Friedrich-Straße 46 ist eine Tagesstätte mit Restaurant für obdachlose und stadtarme Menschen unweit der Ku´damms. Am kommenden Freitag, 10. Juli, lädt die City-Station zum Sommerfest. Los geht es um 14 Uhr mit einer Andacht von Wolfgang Häfele. Er leitet bei der Berliner Stadtmission seit kurzem den Dienstbereich Mission. Ab 16 Uhr macht Andreas Butz Musik mit seiner Gitarre und singt dazu Schlager. Mitmachen erwünscht. Das gilt auch für das Dart-Turnier, das an diesem Tag veranstaltet wird. Zudem erwartet die Gäste ein Kuchenbuffet, Bratwürstchen und Kartoffelsalat.
Vergangenen Freitag haben 124 obdachlose und stadtarme Gäste die Citystation besucht – ein neuer Rekord. Seit 51 Jahren öffnet die City-Station regelmäßig ihre Türen. Menschen ohne Obdach und stadtarme Hauptstädter:innen können dann in der Einrichtung der Berliner Stadtmission duschen, ihre Wäsche waschen oder sich dort einfach nur ausruhen. Für 50 Cent gibt es Kaffee, kostenfrei Tee und Mineralwasser, für einen Euro zudem ein warmes Mittagessen. Aktuell geben die Mitarbeitenden der City-Station – im Rahmen der von der Berliner Senatsverwaltung geförderten Hitzehilfe – den Gästen Verhaltenstipps für heiße Tage. Zusätzlich bekommen obdachlose Gäste Sonnencreme, Taschentücher, Wackelpudding, Traubenzucker und Wasser mit auf den Weg. Wer duschen will, erhält ein frisches T-Shirt, Unterwäsche und Socken – und falls vorhanden – eine Kopfbedeckung, die vor der Sonne schützt.
Was hat sich in den vergangenen Jahren verändert? „Die Stadtarmut wächst dramatisch“, sagt Manuela Spiesecke. Die 59-Jährige leitet die City-Station seit gut zwei Jahren. Im Jahr 2025 kamen insgesamt 19.227 Menschen in die City-Station. Ein Jahr zuvor, 2024, waren es noch 18.455 Gäste. Im Vergleich: 2022 haben nur 13.984 Personen die Einrichtung besucht. Die drei Waschmaschinen im Keller und die Trocken laufen ohne Pause. „Und wenn wir noch mehr Duschen hätten, würden wahrscheinlich noch mehr Menschen kommen“, sagt Manuela Spiesecke. Sie kümmert sie sich um die steigende Zahl der Gäste, unterstützt von engagierten Ehrenamtlichen und zusammen mit ihrem Team aus vier weiteren Sozialarbeitenden, die alle Teilzeitkräfte sind. Finanziert werden diese Stellen vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Den Rest bestreitet die Stadtmission aus Spenden. „Viele Gäste bei uns kommen schon seit Jahren und sind Stammgäste. Es sind nicht nur obdachlose Menschen, sondern viele aus der Nachbarschaft, die in Altersarmut und in Einsamkeit leben“, erklärt sie. Die City-Station bietet ihnen einen Treffpunkt und eine tägliche Struktur. Und so manchem eine helfende Hand, um dem Leben noch mal eine entscheidende Wendung zu geben.
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Barbara Breuer, Pressesprecherin
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