Klimaanpassung

Wir alle spüren, dass sich das Klima verändert. Heiße Sommer und lange Hitzewellen sind schon fast zur Normalität geworden und werden auch in Zukunft häufiger und intensiver auftreten. Vor allem große Hitze stellt eine gesundheitliche Belastung für den Körper dar und beeinträchtigt unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit. Aber auch andere extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Stürme nehmen zu. Sie hinterlassen Schäden an Gebäuden, Straßen oder der Versorgungsinfrastruktur. 

Besonders in Großstädten wie Berlin werden die Klimaveränderungen für die Stadtbewohner:innen spürbar. Durch die dichte Bebauung und starke Versieglung heizen sich asphaltierte Flächen tagsüber besonders stark auf und kühlen nachts weniger ab. Außerdem können große Wassermassen bei starken Regenfällen aufgrund der versiegelten Flächen nicht ausreichend abfließen – und es kommt zu Überschwemmungen.

Daher müssen wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen. Klimaanpassung bedeutet konkret: Wir reagieren auf diese spürbaren und kommenden Auswirkungen des Klimawandels und treffen Vorsorge. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und unser Umfeld so zu gestalten, dass es auch künftig lebenswert bleibt. Wichtige Maßnahmen der Klimaanpassung sind zum Beispiel:

  • Begrünung von Gebäuden und Innenhöfen
  • mehr Schatten und Trinkbrunnen im öffentlichen Raum schaffen
  • bessere Vorsorge gegen Starkregen, etwa durch Entsiegelung und Grünflächen
  • Informationskampagnen und Bewusstseinsbildung

Im Fokus steht der Schutz des Menschen. Somit hat Klimaanpassung auch etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, denn nicht alle sind gleichermaßen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Menschen in schwierigen Lebenslagen, ohne festen Wohnsitz oder mit körperlichen Beeinträchtigungen sind zum Beispiel besonders verletzlich, da sie weniger Möglichkeiten haben, sich vor Hitze oder anderen Wetterextremen zu schützen. Klimaanpassung heißt also auch: Niemanden zurücklassen. Das entspricht dem Selbstverständnis der Berliner Stadtmission – Menschen zu stärken, zu schützen und solidarisch zu handeln.

Warum ist uns Klimaanpassung wichtig?

Mitarbeiterin unterhält sich mit obdachlosem Mann

Die Berliner Stadtmission betreibt zahlreiche soziale Einrichtungen: Notübernachtungen, Kitas, inklusive Wohnprojekte, Pflegeangebote und mehr. Viele der Menschen, die wir dort unterstützen, sind besonders durch extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen betroffen. Dazu gehören alte oder pflegebedürftige Menschen, Kinder, wohnungslose Menschen, Menschen mit Behinderungen oder geflüchtete Menschen. Aufgrund ihres Alters, ihrer Lebenssituation oder finanziellen Lage haben sie oft nur eingeschränkte Möglichkeiten, sich selbst vor den Folgen des Klimawandels zu schützen – etwa, weil sie bei Hitzewellen keinen kühlen Rückzugsort haben, gesundheitlich vorbelastet sind oder im Alltag Unterstützung benötigen.

Deshalb ist es für uns als soziale Organisation wichtig, unsere Angebote an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Das bedeutet zum Beispiel: Räume so zu gestalten, dass sie auch an heißen Tagen Schutz bieten, Mitarbeitende für den Umgang mit Hitze und Extremwetter zu sensibilisieren oder gezielt Orte der Abkühlung und Versorgung bereitzustellen. So stärken wir die Anpassungsfähigkeit unserer Einrichtungen – und vor allem der Menschen, die auf sie angewiesen sind. Ziel ist es, die Gesundheit der betreuten Personen sowie der Mitarbeitenden zu schützen und auch langfristig gute Lebens- bzw. Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Grafik mit verschiedenen Klimaveränderungen wie Sonne, Unwetter und Wind

Projekt: Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen

Vor diesem Hintergrund hat die Berliner Stadtmission zum 1. April 2025 eine Förderung zur Schaffung einer Personalstelle erhalten. Die „Beauftragte für Klimaanpassung in der Sozialwirtschaft“ wird dabei unterstützen, Klimaanpassungsprozesse im Gesamtwerk zu koordinieren und für das Thema Klimaanpassung zu sensibilisieren. Ziel ist es, gemeinsam mit den sozialen Einrichtungen ein langfristiges Konzept zu entwickeln, mit dem die Versorgung der besonders gefährdeten Gruppen auch zukünftig gewährleistet wird.

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Porträt Leonie Große-Allermann
Leonie Große-Allermann
Beauftragte für Klimaanpassung
Logo des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.