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19. April 2011

Kurzerholungs-Trip mit wohnungslosen Menschen

„Wir hatten dann auch immer noch Notfall-Alkohol dabei, falls jemand wirklich starke Entzugserscheinungen bekommen hat.“ Dieser Satz, der einmal im Vorfeld von einer langjährigen Mitarbeiterin der letzten Jahre geäußert wurde, hat mich dann doch schon ein bisschen unsicher gemacht. Wovon die Rede ist? Von der Freizeit der Notübernachtung.

Jedes Jahr gegen Ende der Kältehilfe-Saison gehen ein paar Mitarbeiter mit einigen Gästen der Notübernachtung noch einmal für drei Tage nach Gussow, einem kleinen Ort in Brandenburg. Und eine dieser Mitarbeiterinnen dieses Jahr war ich.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl, da ich nicht so richtig wusste, was mich erwartet machte ich mich am Dienstagmorgen früh um 7 Uhr auf den Weg in die Notübernachtung. Wie würde es sein mit den Gästen, die man sonst nur ein paar Stunden abends oder morgens sieht, drei ganze Tage zu verbringen? Wie würde es für unsere Gäste sein? So ermutigend, dass sie vielleicht wieder Sehnsucht nach einem eigenen Bett bekommen? So entspannend, dass sie sich ein bisschen von den Strapazen des Lebens auf der Straße ausruhen und erholen können um dann eventuell bei der Rückkehr nach Berlin wichtige Behördengänge in Angriff zu nehmen? Oder würden sie merken, dass ein für uns „normales Leben“ für sie doch nicht mehr in Frage kommt und sie das Leben auf der Straße mehr schätzen?

Schon bei der Bahnfahrt nach Gussow haben sich meine Befürchtungen, dass der Alkoholentzug vielleicht für den einen oder anderen zu einem Problem werden könnte langsam gelegt. Hier wurden erste Gespräche geführt. Auch in Gussow selber war es wirklich eine entspannte, friedliche Stimmung.

Gemeinsames Kochen, Spazieren gehen, Spielen, Grillen, einfach entspannt auf den Sofas sitzen und Zeitung lesen oder sich unterhalten. Und was für mich eines der schönsten Dinge war, dass man wirklich eine Gruppe war und es keine Unterschiede zwischen Teilnehmern und Mitarbeitern gab. Wir waren eine Gruppe, haben zusammen gelacht, gekocht, gespült – nur an den hohen Kaffeekonsum konnte ich mich bis zum Schluss nicht wirklich gewöhnen und anpassen. Obwohl ich mein durchschnittliches Koffeinlevel in der Zeit bestimmt schon verdreifacht habe. :-)

Als wir am Donnerstagabend wieder zurück in die Notübernachtung kamen, ist mir das „Tschüss“ sagen nicht leichtgefallen. Die Beziehungen zwischen den Gästen und mir sind viel intensiver und tiefer geworden und das habe ich auch in der restlichen Zeit der Notübernachtung gemerkt.

- Lena, Teilnehmerin am Freiwilligenjahr der Berliner Stadtmission