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24. März 2011

Freizeit mal ganz anders

Jubelnde Männer auf dem Sofa in Gussow, Brandenburg, nahe Königswusterhausen. Chips und Saft stehen auf dem Tisch und der Fernseher läuft. Nein, das ist kein gewöhnliches Treffen von Freunden zum Fußball gucken. Vom 14. bis 16. März 2011, also im Endspurt der Notübernachtung, bis sie im nächsten Monat schließt, veranstalteten die Mitarbeiter der Notübernachtung eine Freizeit der ganz anderen Art. Was sie von einer „normalen“ Freizeit unter anderem unterscheidet ist, dass bis kurz vor der Freizeit nicht einmal klar war, wer und wie viele Teilnehmer ungefähr mitkommen. Am Morgen stiegen dann tatsächlich acht Männer in den Kältebus und in die Bahn Richtung Gussow.

Für die Gäste ist es ein Abtauchen in eine neue Welt, in der sie auch auf einmal ganz andere Rollen einzunehmen scheinen. Nun sitzen sie am Abend auf dem Sofa, als wenn sie nie eine Nacht auf der Straße verbracht hätten und feuern den Hertha BSC Richtung Sieg an, um ihn später mit Chips und Saft zu feiern.

In der Notübernachtung wird Suppe oder Ähnliches ausgegeben, hier können die Gäste eventuell auch aus früheren Berufserfahrungen ihre Kenntnisse – zum Beispiel über Kartoffelsalat – spielen lassen, wobei unglaubliche Kreationen entstehen. Sie decken auf, sie decken ab und räumen mit einer teilweise peinlich genauen Ordnungsstrategie, auch aus der Motivation und Freude eine Aufgabe zu haben, den Gemeinschaftsraum und die Küche auf. Eine selbstverständliche Harmonie herrscht von einer Sekunde zur anderen in den Räumen des Freizeitheimes der Berliner Stadtmission.

Unseren Sozialarbeitern geht es darum, ein Gefühl von einem Leben zu wecken, das tief in jedem Einzelnen schlummert. Deswegen besteht das Gerüst bei dieser Freizeit aus einem geregelten Arbeitstag, regelmäßigen Mahlzeiten, tiefgehenden und ansprechenden Andachten und praktischen Arbeiten.

Akzente setzten wir schließlich durch Aktionen: Lagerfeuer und die Gelegenheit für die Teilnehmer, ihre persönlichen Erlebnisse in Gussow durch eine Kamera festzuhalten. Wie eine Traumwelt muss es wohl jedem Außenstehenden, aber auch jedem Gast vorgekommen sein. Die Hoffnung und Motivation der Mitarbeiter bestätigte sich auch durch kleine Erfolge. Wir konnten einigen unserer Gäste Vermittlungen anbieten, die auch angenommen wurden. Doch leider ist es vor allem die eigene Einstellung, an dem jeder Einzelne arbeiten muss und das ist das worauf wir leider keinen Einfluss mehr haben. Trotzdem können wir mit unserer Arbeit, vor allem während der Freizeit in Gussow, Gleise für den beschwerlichen Weg legen und wissen, dass nicht nur die gute Küche unseren Teilnehmern im Gedächtnis bleibt.

- Monica Tjards, Mitarbeiterin der Notübernachtung