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22. Dezember 2014

Vorweihnachtsüberraschungsgeschenk

Gelegentlich beginne ich meine Tour mit einer Anlaufstelle in Moabit. Und zwar in einem kleinen Park, in welchem sich Thomas und Melanie an einer Bank eine Plane gespannt haben und darunter zusammen die Nächte ausharren. Sie sind schon einige Jahre auf der Straße und wollen auch nicht recht dort weg. Die Nachbarschaft kennt sie und es gibt einige Bürger, die sie regelmäßig versorgen. Trotzdem schaue ich gerne vorbei, um kurz mit ihnen zu plaudern und manchmal für Melanie ein kleines Gute-Nacht-Gebet zu sprechen. An einem Abend bin ich mit Lissi dort, einer engagierten jungen Frau, die bei der Berliner Stadtmission ein freiwilliges Jahr leistet. Wir unterhalten uns mit Thomas und Melanie. Ich verteile ein bisschen Süßkram an die beiden. Keine Schokolade, lieber Gummibärchen! Die liebt Melanie. 

Während des Gesprächs bemerke ich aus den Augenwinkeln, wie sich ein Mann mit Jogginghose und Kapuzenpulli in schnellen Schritten von der Straße her naht. Es ist dunkel, nur meine kleine LED-Lampe ist an, um den Kaffee in die Becher zu gießen und das Gesicht der anderen zu erkennen. Er stellt sich zu uns und sagt: "Ihr seid doch der Kältebus, oder? Ich will euch was geben!", und fängt an, Thomas, dann Melanie je einen Schein und schließlich Lissi und mir einige Scheine in die Hand zu drücken, wünscht uns alles Gute und verschwindet wieder Richtung Straße.

Warum jubelt denn keiner?

Hunderteuroschein

Ich kann nur kurz Danke sagen, bevor ich verdutzt auf die Scheine schaue. Mein erster Gedanke: "Die Farbe ist eigenartig grün, das kann kein Fünfer sein…" - und tatsächlich hielten wir alle Hunderter in der Hand! Insgesamt 500€! Wir sind alle sprachlos. Ich breche das Schweigen, rufe: "Warum jubelt denn keiner!?" und prompt fängt Thomas an zu jubeln und sich zu freuen, sowie Melanie und Lissi. Die beiden haben tatsächlich 200€ von einem Unbekannten bekommen und der Kältebus 300€.

Eine ungewöhnliche Begebenheit, die einen auch mit der Frage zurücklässt, wo dieses Geld herkommt… Trotzdem freue ich mich besonders für Thomas und Melanie. Diese können sich endlich einmal wieder in Eigenregie das kaufen, was sie essen oder anziehen wollen, und das ist ein schönes Gefühl. Diese Begebenheit zeigt mir, wie schön es ist, wenn manche gute Tat von Berlinern mit Gesicht und Namen getan wird. Berlin schaut nicht weg. Das freut mich persönlich am meisten.

Ludwig Grünert, Kältebusfahrer