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05. November 2015

Ein erster Einblick

Am Dienstag hatte ich meine erste Schicht in der Notübernachtung der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße. Mit einer Mischung aus einem mulmigen Gefühl und einem Gefühl voller Tatendrang machte ich mich auf den Weg. Als die ersten Gäste den Raum betraten, verschwand das mulmige Gefühl und ich bekam große Lust, den Hilfsbedürftigen etwas Gutes zu tun. Da ich in der Kleiderkammer eingesetzt war, hatte ich sehr viel Freiraum, um mit Gästen in Kontakt zu treten. Mir fällt es eigentlich schwer Gesprächsthemen zu finden, die beide Parteien interessieren, aber ich durfte feststellen, dass sich viele Themen einfach von alleine ergeben. Darüber bin ich sehr dankbar.

Das Schicksal eines Gastes mit asiatischer Herkunft hat mich sehr bewegt. Er ist hier ganz alleine in Deutschland, kennt niemanden und lebt auf der Straße. Als ich ihn bei den Vorbereitungen für den Abend hinter der Notübernachtung traf, traute er sich nicht gemeinsam mit den anderen Gästen am Haupteingang anzustehen. Es muss ein unvorstellbares, furchtbares Gefühl sein: In einem fremden Land, ohne Familie, ohne Freunde, der Sprache nicht gewachsen zu sein und auf der Straße zu leben.

Mein Highlight des Abends war ein rumänischer Gast, der mir ganz stolz seine neuen Streichhölzer präsentierte, die er von eigenem Geld erworben hatte. Er war den ganzen Abend über sehr glücklich und versuchte des Öfteren den Augenkontakt zu mir zu halten, um aufs Neue seine Streichhölzer zu präsentieren. Es ist sehr schön zu sehen, wie „Kleinigkeiten" einen Menschen bereichern können.
Ein sehr prägender erster Abend für mich!

Am Mittwoch ging es für mich sofort weiter. Ein Koch aus Kreuzberg hatte angerufen und gesagt er hätte eine große Lebensmittelspende, die er gerne der Kältehilfe zur Verfügung stellen würde. So fuhr ich zusammen mit Nils, dem Küchenchef der Kältehilfe nach Kreuzberg, um die Spende abzuholen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass viele Bürger das Leid der Obdachlosen erkennen und mithelfen wollen.

Vielen Dank Erkan und dem Asperenzia Team!

Yannick Büchle
FSJler der Berliner Stadtmission

Yannick und Nils vor dem Kältebus