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25. Februar 2016

Ein Wechsel in der Perspektive

Es ist Samstagabend. Der Tag war sonnig, doch langsam macht sich die Nacht breit. Es wird dunkel und das Thermometer sinkt langsam unter 0 Grad. Berlin ist auf den Beinen. Die Stadt, die nie schläft. Viele junge Menschen ziehen gut gelaunt durch die Straßen und lassen ihrer guten Laune freien Lauf. Vor den Nachtclubs werden die Schlangen länger und länger. Menschenmassen tummeln sich. Mittendrin fährt der Kältebus der Berliner Stadtmission durch die Straßen der Hauptstadt. Heute nehme ich als Beifahrer im Kältebus Platz. Nach einem kurzen Gebet geht es los - auf der Suche nach hilfsbedürftigen Obdachlosen.

Innenansicht aus dem Kältebus.

Manche Obdachlose nutzen die Chance heute Pfandflaschen zu sammeln und sind deshalb nicht an ihrem Platz. An der Warschauer Straße angekommen finden wir - mitten unter Hunderten feierwütigen Menschen - Alex mit seiner Freundin in einen Schlafsack eingehüllt. Einen Monat ist es her, dass der Kältebus die Beiden hier das letzte Mal angetroffen hat. Alex erzählt uns, dass er sich nun öfters in der Nähe des Südsterns aufhält und heute zufälligerweise nochmals hier ist. Als wir den beiden Tee eingießen, ist die Freude und Dankbarkeit riesig. Heute haben wir sogar Handys zu verschenken. Alex sieht das und bittet darum, auch eins zu bekommen. Gerne geben wir ihm das. Vor Freude muss er sich ein paar Tränen verdrücken. Er ist überglücklich, über ein Luxusgut, welches bei uns zur Normalität gehört. Wir verabschieden uns, wünschen eine gute Nacht und fahren weiter.

Eigenes Reich aus Paletten

In Reinickendorf besuchen wir Stefan. Er hat sich am Waldrand sein eigenes Reich aus Paletten, Einkaufstüten, Autoreifen und Tetrapacks aufgebaut. Heute erzählt er uns stolz von seinem neuen Untermieter Frank. Frank ist auch ein Mensch ohne Obdach, den Stefan vor einiger Zeit kennengelernt hat. Und tatsächlich hat Stefan ein paar Schritte weiter ein zweites Apartment aus seinen übrig gebliebenen Ressourcen gebaut und beherbergt dort Frank. Auch Stefan freut sich über den warmen Tee, möchte aber nicht mit in eine Notübernachtung. Er hat sich hier gut eingerichtet und man muss auch nichts bei ihm befürchten. Sein Zuhause ist sehr gut windgeschützt und Stefan macht einen sehr gesunden Eindruck. Er fühlt sich wohl in seinem „Zuhause“. Zum Abschluss erzählt uns Stefan noch einen Gute-Nacht-Witz und wir machen uns schmunzelnd auf den Weg nach Hause in die eigenen vier Wände. Das warme Bett wartet.

Welch Luxus…oft lässt uns ein Wechsel in der Perspektive dankbarer für alltägliche Dinge sein.

Kältebusmitarbeiter helfen einem Obdachlosen.

Yannick Büchle
FSJler der Berliner Stadtmission