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"Das erste Mal NÜ1" - 07.11.2021

Es ist kurz vor 19 Uhr. Ich schnappe mir meine Thermoskanne, meine Bauchtasche und meinen Schlüssel, nehme meine dicke Winterjacke vom Bügel und schlüpfe in die alten Turnschuhe.
Heute habe ich meine erste Schicht in der Notübernachtung in der Lehrter Straße.

Ich freue mich schon und bin total gespannt auf den Abend, der vor mir liegt. In unserem Kältehilfeseminar haben wir zwar schon einiges gelernt, wissen, welche verschiedenen Aufgaben es gibt und wie so eine Abendschicht ungefähr abläuft; aber natürlich kann man vorher nie genau sagen, was an einem NÜ-Abend wirklich passieren wird.Uns wurden schon viele spannende, absurde und auch traurige Geschichten erzählt. Ich bin sehr gespannt, welche ich am Ende der Saison erzählen kann.

 Ich laufe auf den Eingang zu. Zwei Security Männer stehen schon bereit. Ich gehe weiter nach unten in den Eingangsbereich und betrete das Büro, wo die Schichtleitung sitzt. Ich bekomme ein schickes Namensschild und mir wird der Raum für die Mitarbeitenden gezeigt, dann gehe ich in die Küche. Dort wartet schon das Küchenteam, bestehend aus zwei Ehrenamtlichen und eine Ananas, die ich in den Obstsalat schnippeln soll. Zusammen bereiten wir das Essen für unsere Gäste vor und kommen ein wenig ins Gespräch. Als es nichts mehr zu tun gibt, setzen wir uns zusammen in den großen Gemeinschaftsraum. Mittlerweile sind auch schon viele andere Mithelfenden angekommen. Um halb 8 setzten wir uns dann alle zusammen. Es wird mit einem kurzen Impuls gestartet und anschließend die verschiedenen Positionen und Aufgaben verteilt.

Ich darf eine der Positionen im Gemeinschaftsraum übernehmen. Das heißt, ich bin verantwortlich für die Notfallkleiderkammer und die Medi-Liste, eine Liste, auf die ich die Namen der Gäste schreiben, die zum Arzt möchten. Zudem wische ich zwischendurch die Tische ab und muss darauf achten, dass alle ihre Masken richtig tragen und nicht zu viele Gäste gleichzeitig im Raucherraum sind.
Da das Küchenteam etwas unterbesetzt ist, helfe ich auch dort ein wenig mit.

Es ist 8 Uhr. Die ersten Gäste kommen herein. Ich habe mich neben die Theke der Essensausgabe gestellt und habe von dort aus einen guten Überblick über den gesamten Raum.
Mit der Zeit füllen sich die Tische und langsam stapelt sich das Geschirr in der Küche. Also laufe ich zwischen Küche und Gemeinschaftsraum hin und her und schaue, wo ich gerade helfen kann. Ich helfe beim Geschirr ein- und ausräumen, gebe dem Hund eines Gastes etwas Hundefutter, trockne fertiges Geschirr ab, trage einen Gast auf die Medi-Liste ein.
Es ist ein sehr ruhiger Abend. Es sind nicht viele Gäste gekommen. Das liegt an den noch sehr milden Temperaturen, erklärt man mir.
Im Laufe des Abends kommt dann eine Spendenlieferung von den Bäckern im Hauptbahnhof an. Ich gehe wieder in die Küche und helfe dabei, das viele Essen zu sortieren und für das Frühstück am nächsten Morgen vorzubereiten.

Immer mehr Gäste sind mittlerweile ins Schlafhaus rübergebracht worden und langsam wird das Licht ausgeschaltet. Ich sitze mit ein paar der Mitarbeitenden hinter der Theke. Nebenbei machen wir den Abwasch. Es ist Mitternacht und meine Schicht damit beendet. Ich hole meine Sachen aus dem Mitarbeiterraum und mache mich auf den Heimweg. Das war ein sehr sanfter Einstieg in die Kältesaison 2022 der NÜ1. Ich freue mich schon auf die nächste Schicht und all die Erlebnisse, die da noch kommen.