Rolltreppe zum Himmel
Wer hätte das gedacht: Kaum ist Ostern vorbei, da steht schon der nächste christliche Feiertag vor der Tür! Und während sich die meisten einfach über noch einen freien Donnerstag freuen, stellt sich die Frage: Warum haben wir diesen Tag eigentlich frei?
Viele Menschen, darunter vor allem Kinder, kennen Christi Himmelfahrt als den sogenannten Vatertag. Es muss natürlich neben Muttertag auch einen Tag geben, an dem die Väter beschenkt werden. Aber das ist überhaupt nicht der eigentliche Anlass zu diesem Feiertag, auch wenn Christi Himmelfahrt tatsächlich auch etwas mit einem Vater zu tun hat.
An Christi Himmelfahrt erinnern sich Christen daran, dass es nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus noch nicht mit seiner Geschichte vorbei war. Diese fängt nämlich da erst richtig an. Und so passierte genau vierzig Tage später etwas Unglaubliches:
Nach Ostern blieb Jesus noch einige Zeit bei seinen Freund:innen. Er erklärte ihnen, warum er gestorben und wieder auferstanden war, er ermutigte sie und gab ihnen einen Auftrag und Hoffnung für die Zukunft. Dann, nach genau vierzig Tagen, geschah das Unerwartete: Vor den Augen seiner engsten Freund:innen fuhr er in den Himmel auf und verschwand in einer Wolke.1
Ob man sich das jetzt genau so vorstellen kann oder ob er nicht doch wie auf dem Bild mit einer Rolltreppe in den Himmel gefahren ist, weiß wohl niemand so genau. Fest steht auf jeden Fall: Jesus ging zu seinem Vater zurück.
Im ersten Moment hört sich das natürlich traurig an. Aber warum feiern wir dann trotzdem an Christi Himmelfahrt und sind nicht traurig wie an Karfreitag? Die Antwort ist ziemlich einfach: Jesus hat uns nicht alleine gelassen. Jesus hat, bevor er gegangen ist, versprochen, dass er eines Tages genau so wiederkommt, wie er gegangen ist. Und bis dahin haben wir Menschen einen Auftrag.
Wir sollen uns umeinander kümmern, für Andere sorgen, uns gegenseitig Mut machen und stärken. Genau das ist es, was wir als Stadtmission tagtäglich versuchen zu leben. „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn“ (Jeremia 29,7) – das ist der Leitvers der Berliner Stadtmission. Mit diesem Motto helfen wir Menschen und versuchen ihnen genau dort zu begegnen, wo sie es gerade brauchen. Jesus möchte so mit uns seine Geschichte weiterschreiben.
An Christi Himmelfahrt geht es also tatsächlich um einen Vater, nämlich um Gott. Er hat Jesus zu uns auf die Erde geschickt und nimmt ihn dann aber auch wieder zu sich nach Hause. Wann Jesus – ob auf Rolltreppen oder nicht – wiederkommt, wissen wir nicht. Aber bis dahin wollen wir seinen Auftrag fortführen.
1Falls Sie die ganze Geschichte in der Bibel nachlesen möchten, finden Sie diese in der Apostelgeschichte Kapitel 1 Verse 1-11.
weiterführende Gedanken
Einen weiteren Denkanstoß zum Thema Himmelfahrt von Daniel Scharf, Stadtmissionar in unserer Gemeinde Tegel, können Sie hier lesen: