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Pfingsten

Zugang zu einzigartigen Kraftquellen

Bild eines reissenden Flusses

Ich weiß nicht, ob Sie schon mal eine richtige „Hängepartie“ erlebt haben. Also eine Zeit, in der es irgendwie nicht vor und nicht zurück geht. Es wären Weichenstellungen nötig, aber man ist sich vollkommen unsicher, in welche Richtung es gehen soll. Man hat Pläne geschmiedet, wo sich aber dann herausstellt, dass die viel schwieriger umzusetzen sind als gedacht. Man hat ein überzeugendes Konzept erarbeitet, aber dann klemmt es hinten und vorne mit der Finanzierung. Man hat sich viel vorgenommen, kann sich dann aber doch nicht so richtig aufschwingen. Man hat so viele Aufgaben vor der Brust und zugleich so wenig Unterstützung, dass es irgendwie an keiner Stelle mehr vorwärtsgeht.

Die Zeit nach Ostern war vermutlich für den Freundeskreis Jesu auch eine Hängepartie: Natürlich wollten sie nicht zurück in die abgrundfinsteren Tage vor seiner Auferstehung. Aber so recht ging es auch nicht nach vorne. Jesus hatte ihnen alle möglichen Aufträge gegeben, aber mehr als sich regelmäßig zu treffen und den freigewordenen Posten des 12. Apostels zu besetzen, bekamen sie nicht auf die Reihe. Es fehlte die Kraft, die Energie, die Entschlossenheit, der Mut, die Furchtlosigkeit, die Klarheit. Bis zu dem Tag, der alles änderte: Pfingsten

"Religiöses Startup"

Die Apostelgeschichte des Lukas im Neuen Testament berichtet von einem Ereignis, das aus der anfänglichen Hängepartie ein „religiöses Startup“ machte, das in wenigen Jahrzehnten zu Niederlassungen im gesamten römischen Reich und darüber hinaus führte: Der verbliebene Freundeskreis Jesu – immerhin so um die 120 Frauen und Männer bekam an diesem Tag Zugang zu einzigartigen Kraftquellen: Zur Fülle der Kraft Gottes, zu den unerschöpflichen Ressourcen des Heiligen Geistes. Alles, was sich danach entwickelte, kann nur verstanden werden im Wissen um diese Kraft, die die natürlichen Möglichkeiten der Jüngerinnen und Jünger auf ein Vielfaches erweiterte. Wie sie mutig die Botschaft vom Sieg über den Tod verbreiteten, wie sie solidarisches Leben einübten, wie sie Kranke heilten und Armenfürsorge einrichteten, wie sie geduldig am Guten festhielten, wie sie ein dynamisches Netzwerk von Hoffnungsträgern aufbauten.

Am kommenden Sonntag und Montag feiern Christen das Pfingstfest. Weil es diesen Zugang zu den Kraftquellen Gottes auch heute noch gibt. Der Heilige Geist ist nicht einer bestimmten religiösen Klasse vorbehalten, sondern seit Pfingsten „demokratisiert“, d.h. für jede und jeden von uns zugänglich. Ich habe es jedenfalls schon häufig erlebt, wie Hängepartien in dynamische Entwicklungen verwandelt wurden und wie in zermürbenden Aufgaben auf einmal wieder Kraft und Entschlossenheit da waren; nämlich genau dann, wenn Menschen sich bewusst für diese Kraft Gottes geöffnet, sich danach gesehnt, darum gebetet haben. Und ich habe es auch leider schon häufig genug erlebt, wie ich müde und mürbe wurde, wo ich meinte, aus eigener Kraft klar zu kommen, und ohne Not auf Gottes Kraftquellen verzichtet habe. Ich wünsche Ihnen, dass dieses Pfingstfest Ihnen neu Lust macht, sich bewusst nach Gottes Kraftquellen auszustrecken, statt es allein zu versuchen.

Ihr Gerold Vorländer