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SM Panorama: Ausgabe 6/2017

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Verstehen, helfen

Unser Titelbild und die Bilder auf dieser und der Rückseite stammen aus einem kurzen Film, der anschaulich die Arbeit unserer Kältebusse erklärt. Die Filmmanufaktur Potsdam hat ihn als Geschenk für die Berliner Stadtmission produziert, um damit unsere Kältehilfe zu unterstützen und die Berlinerinnen und Berliner zur Mithilfe zu animieren. Sandra Maischberger, die ebenfalls seit vielen Jahren die Arbeit der Berliner Stadtmission unterstützt, hat den erklärenden Text eingesprochen. Der Film läuft unter anderem in der Berliner U-Bahn und auf YouTube.

Mitgefühl und Liebe

Wer etwas gut verstanden hat, ist dadurch ein bisschen reicher geworden. Wissen hilft, sich in der Welt und im eigenen Leben sicher zu bewegen, richtige Entscheidungen zu treffen. Wenn es um Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben geht, leuchtet das sofort ein. Mathias Förster, Sozialarbeiter bei CumFide für nicht-abstinente alkoholkranke Wohnungslose, sagt über seine Arbeit: „Ich musste erst verstehen, dass diese Menschen sich nicht einfach so ändern können.“ Verstehen erzeugt Mitgefühl und Liebe. Einen Menschen zu verstehen, auch dann, wenn er sich auf eine Weise verhält, die mir nicht angenehm ist, hilft mir, ihn anzunehmen.

Svetlana AmbulanzDas Bild aus unserem Kältebus-Erklärfilm zeigt Svetlana Krasovski mit ihrer Hündin Mary vor der Ambulanz für Wohnungslose im Zentrum am Hauptbahnhof. Svetlana leitet die Ambulanz, in der ganzjährig wohnungslose Menschen kostenlos und unbürokratisch ärztliche Hilfe finden.

Barmherzig sein

Christen glauben, dass Gott so ist: dass er jeden Menschen annimmt und liebt – gleichgültig in welcher Gestalt oder wie er sich gerade verhält – und zugleich das Beste für ihn will. „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus. Er sagt es zu den Menschen und seine Worte fordern heraus, barmherzig zu sein. Die vielen Kolleginnen und Kollegen in der Stadtmission verstehen und tun ihre Arbeit in diesem Geist und dieser Tradition: Verstehen, zu Herzen nehmen, bedingungslos helfen. Mit guten Wünschen für eine erfüllte Weihnachtszeit wünscht viel Freude beim Lesen

Ihre Bettina Kopps

Zu schön, um wahr zu sein?

Jedes Jahr am Heiligen Abend lädt die Berliner Stadtmission obdachlose Gäste zur Weihnachtsfeier im Zentrum am Hauptbahnhof ein. Viele freuen sich schon Tage vorher darauf. Manche haben aber auch Angst, weil zu Weihnachten Erinnerungen wach werden, die weh tun: an bessere Zeiten, vergangenes Glück, verlorene Menschen … Das Team unserer Kältehilfe hat das im Blick, lädt Menschen persönlich ein und bittet sie immer wieder, tatsächlich mitzufeiern. Bernd war ein sensibler und oft trauriger Mann. Er versprach aber fest, zur Feier kommen. Am Nachmittag wurden vor dem Festsaal dann alle Gäste persönlich mit einem freundlichen Wort begrüßt. Schön, dass Sie gekommen sind! Aber Bernd kam und kam nicht. Keiner der Gäste hatte ihn gesehen. Einige, die ihn kannten, machten sich Sorgen um ihn.

Joachim Lenz

Und Bernd war da

Schließlich begann das Programm. Alle saßen vor festlich gedeckten Tischen, es gab Kaffee, Christstollen und Kekse. Weihnachtlicher Trubel umgab die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dann kam Bernd doch noch – in Begleitung einer strahlend schönen Frau. Beide nahmen nebeneinander Platz, sie zog viele Blicke auf sich. Die drumherum waren verwundert. Wie kam Bernd wohl zu ihr? Wer war sie überhaupt? Das Programm lief, fragen und reden wollte man später mit ihr, wenn alle Gäste bedient, die Andacht vorbei, die Geschenke verteilt und der Entenbraten vertilgt waren.

Wunderbare Begleitung

Als endlich Zeit für ein Gespräch mit der schönen Frau war, war sie bereits wieder verschwunden. Alle hatten sie gesehen, niemand hatte mit ihr gesprochen. Also wurde Bernd gefragt: „Wer war die schöne Begleiterin? Woher kennst du sie?“ Und Bernd erzählte: „Ich wollte zu euch zur Weihnachtsfeier. Aber als ich am Bahnsteig im Hauptbahnhof stand, wollte ich mich umbringen. Ich wollte mich vor den Zug werfen. Da berührte mich von hinten eine Hand auf der rechten Schulter und sagte: ‘Ich habe einen besseren Ort für dich‘ und sie brachte mich hierher.“ Und dann sagte er: „Sie war mein Engel.“ Das ist wirklich so geschehen, in Berlin, zur Weihnacht, vor einigen Jahren.
Gesegnete Weihnachten auch Ihnen

Ihr Pfarrer Joachim Lenz

Harte Füße, weiches Herz

„Es ist ein gutes biblisches Prinzip, verantwortungsvolle Aufgaben zu zweit anzugehen“, da sind sich Ann-Kristin Pirschel und Theresa Hellmund einig. Die jungen Frauen blicken zuversichlich auf die kommenden fünf Monate und die Aufgabe, die vor ihnen und ihrem Team liegt. Um die Notübernachtung 1 im Zentrum am Hauptbahnhof erfolgreich zu leiten, bringen die Sozialarbeiterin und die Reha-Pädagogin neben ihrer beruflichen Qualifikation viel Tatkraft und - obwohl noch sehr jung – schon viel Erfahrug mit. Sechs, bzw. fünf Winter in der Kältehilfe haben die beiden 27-Jährigen schon auf dem Buckel.

Leiter der Notübernachtung 1Theresa Hellmund und Ann-Kristin Pirschel
leiten die Notübernachtung 1 im Zentrum
am Hauptbahnof

Gott und Faktor X

Sie wissen genau, was es für das Team bedeutet, Nacht für Nacht bis zu 160 wohnungslose Gäste zu versorgen. Sechs Haupt- und 80 (feste) Ehrenamtliche arbeiten Hand in Hand, hinzu kommen etwa 180 Ehrenamtliche, die temporär mithelfen. Teamleitung bedeutet viel Organisation und Büroarbeit und beide Frauen sind etwas wehmütig bei dem Gedanken, dass in diesem Winter ihr Kontakt zu den Gästen wohl weniger intensiv sein wird. Aber sie wissen auch, dass ihre Erfahrung unschätzbar wichtig ist, damit alles was planbar ist, reibungslos abläuft und „Faktor X“ verkraftbar bleibt: Klo kaputt, ein Mitarbeiter wird krank, Streit unter den Gästen … „Gott trägt unsere Arbeit mit, es liegt nicht alles auf unseren Schultern“, vertraut Ann-Kristin.

Menschen begegnen sich

Die Notübernachtung 1 ist die größte Berlins und es ist eine ständige Herausforderung, den Menschen, die hier Schutz und Hilfe suchen, gerecht zu werden. Gefragt sind „harte Füße, weiches Herz“, also klare Regeln für jeden Gast ebenso wie herzliche Gastfreundschaft. „Wir wollen durch unsere Arbeit mitgestalten und Räume schaffen, wo die Begegnung mit den Gästen über die reine Versorgung hinausgeht“, sagt Theresa und Ann-Kristin ergänzt: „Die schönsten Momente sind, wenn man eine Stunde Zeit hat, mit einem Gast zu reden.“ Echtes Interesse, Aufmerksamkeit und Wertschätzung sind für wohnungslose Menschen so selten, dass diese Gespräche mehr sind als netter Smalltalk. Einem mitfühlenden Menschen von Tragik und Leid seines Lebens erzählen zu können, erzeugt oft intensive Gefühle und Wünsche.

Eingang Notübernachtung Lehrter StraßeAbends warten die Menschen geduldig in Kälte und Dunkelheit auf Einlass

Vorhandene Ressourcen nutzen

Im besten Fall können diese Begegnungen ein entscheidender Impuls sein, dem Leben eine neue, gute Richtung geben zu wollen. Diese Möglichkeit haben alle mit im Blick, die in der Notübernachtung arbeiten. Wer den Weg von der Straße in Angriff nehmen will, profitiert von den umfassenden und vernetzten Angebote der Stadtmission. „Wir können bei der Stadtmission auf sehr viele Ressourcen zurückgreifen“, weiß Ann-Kristin, die in diesem Jahr nach Ende der Kältehilfe am 31. März ein weiterführendes Wohnprojekt mit 15 Gästen der Notübernachtung mit geleitet hat.

Ruhiger Start

Die Notübernachtung war vom Start der Kältehilfe am 1. November sofort mit bis zu 140 Gästen gut gefüllt. „Es sind viele vertraute Gesichter,“ sagt Ann-Kristin. „Es fällt aber auf, dass viele krank und sehr angeschlagen sind.“

www.berliner-stadtmission.de/kaeltehilfe

Zahlen

Kältehilfe der Berliner Stadtmission

  • Zwei Kältebusse, ca. 20 Mitarbeitende, sieben Tage pro Woche vom 1. November bis 31. März
  • Drei Kälte-Notübernachtungen, ein Nachtcafé mit 318 Plätzen und 20 haupt- und über 200 ehrenamtlichen Mitarbeitenden
  • 48.000 Übernachtungen 2016/2017, mehr als 3.200 verschie dene Gäste in den Kältehilfeeinrichtungen
  • Über 3000 Behandlungen 2016 in der stationären und mobilen Ambulanz; zwei Pflegezimmermit insgesamt vier Betten
  • Mehr als 200 Beratungsgespräche mit Sozialarbeitern

Ganzjährig

  • Mobile Einzelfallhilfe, Mobile Ambulanz, Ambulanz im Zentrum am Hauptbahnhof, Bahnhofsmission Zoo, Beratungsstelle Levetzowstraße, WohnE, Wohnhilfen, eine Notübernachtung, eine Wohnungslosentagesstätte und ein Restaurant für Wohnungslose sind als ganzjährige Angebote zusätzlich verfügbar.

"Es ist schwer, um Hilfe zu bitten"

„Viele Patienen sind nett und fröhlich, obwohl sie so ein hartes Leben führen und krank sind,“ staunt Maja Bieber. Sie mag ihre Arbeit in der Ambulanz für Woh nungslose. Seit September ist die 19-Jährige für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Stadtmission. Vor der Visite nimmt sie Patienten in Empfang, 20 bis 30 pro Tag, hilft, wenn nötig, gemeinsam mit einer Kollegin bei der Körperpflege, gibt frische Kleidung aus, macht Krätze- und Läusebehandlungen.

FSJlerin in Obdachlosen-AmbulanzMaja macht ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Stadtmission. Sie arbeitet in der Ambulanz für Wohnungslose, im Café, in der Öffentlichkeitsarbeit und seit dem 1. November in der Notübernachung 1 im Zentrum am Hauptbahnhof.

„Eine gute Aufgabe für dich!“

„Menschen und neue Situationen kennenlernen, ist für mich das Schönste“, sagt Maja strahlend. Dabei hätte sie sich die Ambulanz als Einsatzort freiwillig gar nicht ausgesucht: „Ich kann kein Blut sehen“, gesteht sie freimütig. Aber Ulrich Neugebauer, der bei der Stadtmission Einsätze der Freiwilligen plant und koordiniert, sah ihr Potenzial. „Eine gute Aufgabe für dich!“, sprach er ihr vertrauensvoll zu. „Zum Glück!“ sagt Maja heute. Sie möchte ihre Erfahrungen nicht missen – auch und gerade nicht die ungewohnten, aufwühlenden, gewöhnungsbedürftigen. „Mich interessiert, was hinter Obdachlosigkeit steckt,“ sagt die junge Christin, die sich schon in ihrem ruhigen Heimatort bei Bielefeld für soziale Belange engagiert hat. Bei ihrer Arbeit erfährt die junge Frau von den erschreckenden, herausfordernden Seiten der Großstadt Berlin. Mit anderen Freiwilligen spricht sie viel über das Erlebte.

Hoffnung auf langfristige Hilfe

„Bei der Stadtmission ist besonders, dass wir Menschen, die überall auf Ablehnung stoßen, hier mit Aufmerksamkeit und Respekt behandeln. Für viele ist es sowieso sehr schwer, um Hilfe zu bitten.“ Das erlebt Maja oft bei ihrer Arbeit. „Trotzdem darf man nicht alles zu nah an sich heran lassen“, sagt sie. Ein schönes Erlebnis hatte sie mit einem jungen Patienten, der sich für eine Zeit in einem der angegliederten Pflegezimmer erholte. „Als wir ihn aufgenommen haben, war er verzweifelt und hat
viel geweint. Jetzt geht es ihm viel besser und er kommt oft runter, um mit uns zu reden.“ Den Wunsch, den Menschen langfristig zu helfen, hat sie ständig im Hinterkopf. Das gelingt nicht immer. Die schönen Seiten Berlins genießt Maja und liebt spontane Unternehmungen. „Der Nahverkehr begeistert mich“, schwärmt sie. „Bei uns zu Hause fährt einmal in der Stunde der Bus.“

www.berliner-stadtmission.de/ambulanz

Iranische Gemeinde

Iranische GemeindeSousan Masghali und Stefan Rostami bei der Einsegnung

2013 flohen Stefan Rostami und seine Frau Sousan aus dem Iran, als die Situation für die Christen in dem islamischen Gottesstaat zunehmend bedrohlich wurde. Bis in ihre Gemeinde hinein erlebten sie Bespitzelung; ein falscher Pastor hatte sich in ihr Vertrauen geschlichen. In Berlin suchten und fanden sie Kontakt zu anderen iranischen Christen, auch zu einer Glaubensschwester, die im Haus Leo der Stadtmission lebte. Die Mitarbeiter er möglichten dort regelmäßigeTreffen und das Paar kam in Kontakt mit Pfarrer Gerold Vorländer, dem leiten den mis si on arischen Mitarbeiter der Stadtmission. Er begleitet sie seit 2015 intensiv, ermöglichte die Nutzung der Kapelle im Zentrum am Hauptbahnhof und förderte ein enges Verhältnis zur einheimischen Gemeinde. Drei Taufgottesdienste mit insgesamt 16 persischen Täuflingen waren Freudenfeste.

Geistliches Sandwich im Internet

Stefan Rostami und Sousan Masghali haben sich ganz ihrer Mission verschrieben, Landsleute mit Jesus bekannt zu machen. Im Iran waren sie Kosmetikerin bzw. Innendekorateur, in einem Online-Bibelkurs haben sich beide zu Pastoren fortgebildet. Ein großer Teil ihrer Arbeit findet auf Internet-Foren statt, wo Stefan auch als Blogger unterwegs ist. Mit Hilfe eines Glaubensbruders stellt er Andachten in persischer Sprache ins Netz, gefilmt an prägnanten Orten der Stadt. „Das ist wie ein geistliches Sandwich und soll Menschen aus dem Iran einen neuen Blick auf die Welt ermöglichen“, beschreibt er sein brennendes Anliegen. Bei der Stadtmission haben die Christen nun auch offiziell eine Heimat gefunden: Am 9. September wurde die Iranische Gemeinde als Stadtmissionsgemeinde gegründet und Sousan und Stefan als Pastoren feierlich eingesegnet.

Perspektiven

Sie werden unterstützt von einem Leitungsteam ihrer jungen, stetig wachsenden Gemeinde. Weitere Taufbewerber bereiten sich schon auf diesen großen Schritt vor. Die Begleitung und weitere Schulung haben inzwischen Mary Buteyn und David Kromminga, ein Pastorenehepaar aus den USA, übernommen.

www.berliner-stadtmission.de/iranische-gemeinde

"Ich darf sein"

Familiär und gemütlich geht es zu, in der Gemeinschaftsküche von „CumFide“. Heinz, Otto, Fritz und Kalle (Namen geändert), vier Bewohner der Wohn- und Lebensgemeinschaft der Stadtmission für nicht-abstinente alkoholabhängige Menschen, sitzen mit Sozi al arbeiter Mathias Förster beim Frühstück: frische Brötchen, Wurst, Käse, Nutella, ein Glas saure Gurken. „Schmier dir ein Brötchen, Kalle“, erinnert er freundlich. Der Appetit der alkoholkranken Männer ist oft nicht sehr ausgeprägt. „Frühstück ist für alle Pflicht“, sagt Mathias, „für einige bleibt es die einzige feste Mahlzeit des Tages.“

CumFide beim Frühstück

Brennende Not

Bei CumFide dürfen die Bewohner kontrolliert Bier konsumieren. Keiner der Männer schafft es, dauerhaft ohne Ankohol zu leben. Die Grundvoraussetzung für andere Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe – bedingungslose Abstinenz – können sie nicht erfüllen. Ein Teufelskreis, der zu einem Leben auf der Straße oder zur Verelendung in der eigenen Wohnung verurteilt. Als die Stadtmission 2011 CumFide gründete, stand die brennende Not dieser Menschen im Vordergrund. „Die Hälfte der Leute wäre tot, die andere Hälfte auf der Straße oder in der Psychiatrie“, weiß Mathias Förster.

Bedingungslose Hilfe

Der Start des Projekts war für alle ein Sprung ins kalte Wasser. „Betreutes Saufen“ hieß es zuweilen abfällig. Im Laufe der Jahre hat sich ein meist harmonisches und friedliches Zusammenleben entwickelt. Es dauerte, bis die Bewohner Vertrauen fassten und zur Ruhe kamen, denn in jeder ihrer Lebensgeschichten finden sich tragische Umstände, Ereignisse und Erfahrungen, die sie in die Sucht und an den Rand des Abgrunds geführt haben. Otto, 57, wurde nirgendwo länger als maximal acht Monate geduldet; bei CumFide lebt er seit 2012. „Ich darf sein.“ sagt er. Auch für die Mitarbeiten - den war das Konzept der bedingungslosen Hilfe gewöhnungsbedürftig, räumt Mathias Förster ein: „Erst musste ich verstehen, dass die Leute ihr Verhalten nicht einfach so ändern können. Das hat meine Haltung verändert.“ Als ganzer Mensch zu zählen, wichtig zu sein und Respekt zu erleben, ist für einige eine vollkommen neue Erfahrung, die lange braucht, bis sie in Kopf und Herz angekommen ist. Doch dann – hat auch Mathias immer wieder erlebt – kann ein heilsamer Veränderungsprozess in Gang kommen.

Berufung und Herzensangelegenheit

Roberta Seliger ist Frau der ersten Stunde im Leitungsteam von CumFide. Auch in der Arbeit ist sie getragen von ihrem Glauben. „Diese Aufgabe ist Berufung und Herzensangelegenheit“, sagt sie. „Gott liebt diese Menschen so sehr. Jeder einzelne verdient eine Chance.“ Es ist dieser Geist, der über allem steht und der den Umgang des Teams mit alltäglichen und besonderen Herausforderungen prägt. „Wir müssen flexible Grenzen haben“, erklärt sie „und manchmal einfach aushalten, was ist.“

Mosaik CumfideAngeleitet von einer Künstlerin konnten Bewohner mit Mosaiksteinen arbeiten. „Es ist ein gutes Bild für das Leben unserer Leute.“, sagt Roberta Seliger. „Die Einzelteile sind zerbrochen, doch zusammengesetzt, ergibt sich ein schönes Gesamtbild.“

Mutige Entscheidungen

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Zeit und Beharrlichkeit wichtige Faktoren sind. Doch wenn das Verhalten eines Bewohners für die Gemeinschaft auf Dauer zu belastend ist, muss in Ausnahmefällen die schwere Entscheidung über Bleiben oder Gehen getroffen werden. „Wir wollen den ganzen Menschen im Blick haben“, sagt die 46-Jährige, die mit dem Team auch mutige Entscheidungen trifft und verteidigt. Einem gewalttätigen Bewohner, dem die Kündigung drohte, wurde der Umzug in eine eigene kleine Wohnung in der Nachbarschaft ermöglicht – plötzlich fand er Ruhe.

Begleitung bis in den Tod

Begleitung, da sein, Gespräch und Kontakt sind wesentliche Bestandteile der Arbeit bei CumFide. „Es ist gut und wichtig, sich Zeit für die Menschen zu nehmen“, sagt Roberta Seliger. Dazu gehört auch, Bewohner in den Tod zu begleiten. Viele habe schwer ste gesundheitliche Folgen durch fortgesetzten Alkoholmissbrauch, auch durch starkes Rauchen zu tragen. „Einen Menschen in Würde beim Sterben zu begleiten, kann für alle eine tiefe, gute Erfahrung sein.“

Ein schönes Fest

Weihnachten ist eine schwierige Zeit in der Wohngemeinschaft, denn viele verbinden mit dem Fest belastende Erinnerungen. „Roberta ist in dieser Zeit unser guter Geist“, sagt Mathias Förster. „Sie schafft eine Atmosphäre, in der sich Bewohner und das Team wohl fühlen können. Heiligabend ist dann für alle ein schönes Fest bei uns.“

www.berliner-stadtmission.de/cumfide

Ihre Spende hilft!

Kältehilfe Stadtmission

Mehr Platz im Warmen

In unserer Halle-Luja können in dieser Kältesaison 20 Obdachlose mehr unterkommen. Neben einem sicheren Schlafplatz will das Team im Wohnzimmerbereich einen Raum für Begegnung, Beratung und auch Deutschkurse schaffen. Schon 50 € tragen dazu bei, eine gute Betreuung durch unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sicherzustellen.

Prägende Zeiten

Zu den alljährlichen Aufgaben des Freiwilligenjahrs gehört auch die Mitarbeit während der Kältesaison in den Notübernachtungen. Was unsere Freiwilligen in dieser sehr prägenden Zeit erleben, kann man im Kältehilfetagebuch auf unserer Homepage nachlesen. Unterstützen Sie das Freiwilligenteam mit monatlich 170 € und ermöglichen Sie so ein außergewöhnliches Jahr für die jungen Erwachsenen.

www.berliner-stadtmission.de/spenden

»Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

(Lukas 1,78-79; Monatsspruch für Dezember 2017)

Herzliche Barmherzigkeit. Licht. Die Adventszeit gibt die Richtung vor. Gegen Finsternis, Schatten und Tod. In die Richtung wollen wir. Helfen sie uns?

Ihr Joachim Lenz

Wir sagen von Herzen Danke!

Ihre Unterstützung kommt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird. Jede einzelne Spende stärkt die Vision der Berliner Stadtmission und trägt dazu bei, direkte und nachhaltige Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen in Berlin und Brandenburg zu finden. Nicht zweckgebundene Spenden ermöglichen es uns, flexibel und unbürokratisch auf aktuelle Notlagen einzugehen. Dabei ist es für uns selbstverständlich, die uns anvertrauten Ressourcen verantwortungsbewusst und effizient einzusetzen. Geldspenden per Dauerauftrag oder die Einrichtung eines SEPA-Lastschriftmandats reduzieren Verwaltungskosten und ermöglichen uns eine langfristige Planung.

Bei Fragen melden Sie sich gern bei uns:
Tel.: 030 69033-404 oder

Telefonieren für Wohnungslose

goood ist ein sozialer Mobilfunkanbieter, der automatisch einen Teil der monatlichen Beiträge an ein persönlich ausgewähltes Projekt spendet. Bei Vertragsabschluss bis Jahresende legt goood für unser Projekt „Hilfe für Wohnungslose“ mit Angabe des Aktionscodes waermespenden einmalig 5 € oben drauf: goood.de/projekt/p/2287

Spendenkonto

Verein für Berliner Stadtmission
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN    DE63 1002 0500 0003 1555 00
BIC      BFSWDE33BER

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Kältebus aus Kältehilfe-Film

Herzliche Einladung zum Gottesdienst im Berliner Hauptbahnhof
(Eingang Süd/Kanzleramt)
Heiligabend, 24. Dezember um 22 Uhr mit Stadtmissionsdirektor Pfarrer Joachim Lenz

Fotos: Filmmanufaktur Potsdam, Jon Adrie Hoekstra, Bettina Kopps, Jan-Erik Nord, Emanuel Sahamivand, Ortrud Wohlwend, Thommy Weiss, Pixelio, Charles Yunck