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25 Jahre Notübernachtung Franklinstraße am 28. März

25 Jahre ganzjährige Notübernachtung Franklinstraße

Ort:
Notübernachtung Franklinstraße, Franklinstr. 27, 10587 Berlin
Zeit: Mittwoch, 28. März von 12 -14 Uhr

Fahrverbindungen:
U-Bahnlinie U 2 bis Ernst-Reuter-Platz
Bus 245 bis Haltestelle Franklinstraße
S-Bahnhof Tiergarten

Die Berliner Stadtmission lädt am 28. März herzlich ein zum 25. Jubiläum der Notübernachtung Franklinstraße. Die gemeinsame Trägerschaft der Berliner Stadtmission und dem Caritasverband hat sich für die Notübernachtung Franklinstraße bewährt. So konnten in den Jahren Tausende Menschen ohne Obdach berherbergt und weiter vermittelt werden. Aus Anlaß des Jubiläums halten Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker und Dompropst Dr. Stefan Dybowski um 12 Uhr eine ökumenische Andacht im Aufenthaltsraum der Notübernachtung. Dort, wo sonst gestrandete Touristen, Obdachlose oder auch ganze Familien in einer Notsituation ihr Abendessen oder Frühstück einnehmen, wird all derer gedacht und Gott für alle Bewahrung gedankt.

Die Notübernachtung Franklinstraße ist eine ganzjährige Übernachtungsmöglichkeit, die seit 1986 täglich von 18 Uhr bis 8 Uhr geöffnet hat. Insgesamt 17 Mitarbeiter arbeiten in der Franklinstraße. Sie sind zuständig für die Nachtdienste, in der Küche, im Büro, für das Putzen, Betten und Räume für die Übernachtung vorbereiten, für die soziale Erstberatung oder sind behilflich bei der Suche nach geeigneten Wohnformen. Im Jahr 2011 zählte das Haus insgesamt 23.145 Übernachtungen, was einer Auslastung von ca. 87% entspricht. Da jeder Gast Abendessen und Frühstück erhält, wurden knapp 50.000 Mahlzeiten vorbereitet und ausgegeben. Die Gäste sind zwischen einer oder bis zu sechs Nächten im Haus. Viele Gäste der Notübernachtung Franklinstraße kamen direkt von Krankenhäusern, über die Bezirksämter, durch die Polizei, z.B. wenn häusliche Gewalt eine Rolle spielte, durch den Kältebus und etliche Obdachlose kommen aus eigenem Antrieb. Im Jahr 2011 waren Menschen aus 90 verschiedenenen Nationen in der Franklinstraße. Viele von ihnen Touristen, denen das Geld ausgegangen ist, deren Pässe oder Tickets verloren oder geklaut wurden und nun nicht mehr wissen wohin. Deswegen gibt es einen regen Kontakt zu den Botschaften in Berlin. Oft fragen diese für ihre Staatsbürger nach einem Übernachtungsplatz an. Seit 10 Jahren werden die Gäste aus dem Ausland gezählt. In den letzten Jahren waren es immer 70, nun gab es einen Anstieg um gleich 20 weitere Nationalitäten. Laut Jürgen Mark, dem Leiter der Notübernachtung ist die Franklinstraße ein Art Mikrokosmos der Kriege und Konflikte der Welt. Bricht irgendwo das Chaos aus, braucht es nur wenige Tage bis die ersten Flüchtlinge in der Notübernachtung auftauchen. Sie ist quasi ein Spiegel des Weltgeschehens mitten in Berlin.

Ablauf am 28. März 2012:
12.00 -12.30 Uhr Ökumische Andacht, Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker und Dompropst Stefan Dybowski
12.30 -12.45 Uhr Grußworte von Martin Zwick, Berliner Stadtmission und Regina Lux-Hahn, Caritasverband
12.45 Uhr Kulturbeitrag: klassische Gitarre, Autorin Sabine Blumensath liest aus ihrem Buch "Geschichten von Mausepaul"
Anschließend Einladung zum Imbiss und Getränken, Möglichkeiten zur Hausbesichtigung

Geschichte der Franklinstraße 27
Das Gebäude Franklinstraße 27 wird als Teil eines aus vier Häusern bestehenden Komplexes Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Auftraggeber ist die Fa. Siemens, die das Haus nach der Jahrhundertwende an die Fa. Osram verkauft. Bis zum zweiten Weltkrieg wurden hier dann u.a. Glühlampen hergestellt. Während des Krieges wurde das Haus massiv beschädigt; zwei von vier Obergeschossen gingen verloren und es wurde daraufhin nur ein flaches Notdach aufgesetzt. Als Fabrik war das Haus nicht mehr interessant und so wurden die Kirchen angefragt, ob sie Verwendung dafür hätten. Von 1954 bis 1986 fungierte das Haus als Übernachtungseinrichtung für die Berliner Bahnhofsmission. Weil es nicht mehr zeitgemäß war, z.B. gab es Schlafräume mit bis zu 16 Betten, wurde es aufgegeben. Zu dieser Zeit gab es in Berlin eine starke Lobby, die sich für die Belange der Obdachlosen einsetzte und so beschloss der Senat von Berlin, das Haus als Notübernachtung für Wohnungslose weiter zu nutzen. Das Personal der Bahnhofsmission, ergänzt durch zwei Sozialarbeiter, übernahm diese Aufgabe.

Am 1. Juli 1986 eröffnete die Notübernachtung Franklinstraße mit einer Kapazität von 73 Betten. Der Zustand des Hauses war marode und bei einer Überprüfung durch Gutachter im Jahr 1991 wurde festgestellt, daß es an Sicherheitsstandards fehlte und die Bausubstanz schadhaft sei. Ein kompletter Umbau wurde beschlossen, der von Oktober 1993 bis November 1994 dauerte. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde eines der Obergeschosse wieder aufgesetzt und das Gebäude erhielt ein neues Dach, die Zimmer wurden verkleinert, so daß seither die Menschen zu dritt oder viert in einem Raum übernachten. Während der Umbauphase stand ein Ausweichobjekt in der Fasanenstraße zur Verfügung. Eine Schließung konnte so vermieden werden, mit Ausnahme der Umzugstage, was jeweils zwei Tage in Anspruch genommen hat. Im Mai 1997 wechselte die Trägerschaft; das Diakonische Werk zog sich zurück und gab seinen Part an die Berliner Stadtmission, die seitdem gemeinsam mit dem Caritasverband die Trägerschaft übernommen hat.

www.notuebernachtung-berlin.de

Weitere Infos:
Andrea Kuper
Leiterin Abt. Kommunikation & Fundraising
Zentrum am Hauptbahnhof
Lehrter Str. 68, 10557 Berlin
Tel.: 030-690 33 418
Fax: 030-694 77 85