Zwischen Lama und Christkind - Vielfalt im Advent
Advent ist die Zeit des Wartens auf die Ankunft Jesu in der Welt, die Christ:innen zu Weihnachten feiern. Weltweit haben sich vielfältige Bräuche entwickelt, um diese Zeit zu gestalten.
Hier eine kleine Auswahl:
In Deutschland gehört der Adventskranz dazu, der im 19. Jh. in einem Waisenhaus in Hamburg erfunden wurde. Auch der Nikolaustag am 6.12. wird gefeiert. Im Gedenken an Nikolaus, einen besonders großzügigen Bischof aus Myra, bekommen Kinder bis heute Geschenke.
Statt eines Nikolausfestes wird in Kolumbien am 07.12 die "Noche de las Velitas" gefeiert, die Nacht der Kerzen. Familien treffen sich und zünden in und um das Haus herum unzählige Kerzen und Lampions an. Diese Lichter weisen Maria, der Mutter von Jesus, den Weg zu ihrem Haus. Am Tag darauf wird sie besonders geehrt. Die Menschen feiern in einem Kerzenmeer bis in den Morgen hinein.
In Ecuador werden kurz vor Weihnachten Lamas aufwendig schön hergerichtet. Ein Großteil der Bevölkerung Ecuadors sind Kleinbauern. Viele arbeiten auf Feldern in den Hochebenen. Am Abend vor Weihnachten werden Maultiere und Lamas mit bunten Blumen oder Stoffbällen geschmückt. Essen und Habseligkeiten werden auf die Tiere geladen. Dann ziehen die Bäuerinnen und Bauern mit den Tieren zur nächsten Krippe oder Kirche und feiern mit ihren Familien Weihnachten.
Streng genommen kein Adventsbrauch mehr, aber auch interessant: Die Hexe Befana.
In Italien hielt sich lange Zeit der Brauch, Kinder erst am 6. Januar zu beschenken. Der 6. Januar ist Epiphanias, das Fest der Erscheinung Gottes in der Welt. Man erinnert sich darum auch an die Sterndeuter aus dem Morgenland, die dem Jesuskind Geschenke bringen. Ausgerechnet die Hexe Befana ist es nun, die der Sage nach Kinder in Italien am 6.1. beschenkt. Dazu fliegt sie auf einem Besen von Haus zu Haus. Sie wollte dem Stern von Betlehem zur Krippe folgen, wie die Sterndeuter aus dem Morgenland. Da sie aber zu spät aufbrach, verpasste sie den Stern. Nun verteilt sie eben Geschenke an alle Kinder. Sie gilt in erster Linie als gute Hexe. Auch in Italien setzte es sich aber mehr und mehr durch, dass es Heiligabend Geschenke gibt.
In Australien wiederum ist es im Dezember oft über 30 Grad Celsius heiß. Das bedeutet: Hochsommer, T-Shirts und Strandleben. Trotzdem sieht man überall Weihnachtsbeleuchtung, grüne Tannenbäume sowie zahlreiche Santa Claus Puppen an aufwendig dekorierten Häusern.
Die Bräuche überall auf der Welt sind sehr unterschiedlich. Auf je eigene Art nehmen sie auf die Geschichte der Geburt Jesu Bezug. Wie auch immer Sie/Ihr die Zeit begeht:
Ihnen und euch allen einen frohen Advent!
Dr. Andrea Völkner, Theol. Referentin