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Aktuelles

28.04.2017

Geflüchtete engagieren sich

 „Geflüchtete wollen sich einbringen, etwas zurückgeben und an unserer Gesellschaft positiv mitgestalten. Ich habe entdeckt, dass Ehrenamt sogar etwas mit Menschenwürde zu tun hat. Es hat etwas mit Würde und Menschsein zu tun, aus der Opferrolle heraustreten und etwas bewegen zu dürfen.“ – Carolin Reifenberg (Stabstelle Ehrenamt der Berliner Stadtmission)

Projektvorstellung „Ehrenamt für Perspektive“

Gestern wurde das Projekt „Ehrenamt für Perspektive“ im Refugio der Berliner Stadtmission vorgestellt. Dazu kamen alle zusammen – Projektinitiatorinnen und Koordinatorinnen, Einrichtungsleiter, die Ehrenämter anbieten, Interessierte, Pressevertreter, und viele Geflüchtete.
Dabei wurde das Projekt beschrieben, und auch schon eine erste Bilanz der Startphase innerhalb der Stadtmission gezogen. Abschließend gab es viel Raum für Gespräche und gutes syrisches Essen.

Projektvorstellung im Sharhaus Refugio.

Was verbirgt sich hinter „Ehrenamt für Perspektive“?

Das integrative Projekt Ehrenamt für Perspektive fördert Flüchtlinge, die sich ehrenamtlich engagieren und auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereiten wollen. Ehrenamtliches Engagement ermöglicht Begegnungen, begünstigt die gesellschaftliche Teilnahme, hilft beim Spracherwerb und gibt eine sinnstiftende Aufgabe.

Flyer von Perspektive für Ehrenamt.

Die Teilnehmenden sind 4 Monate lang, rund 8 bis 13 Stunden pro Woche im Einsatz. Um Perspektiven zu entwickeln werden die Teilnehmenden in ihrer Zeit intensiv begleitet. Mit Workshops zu Themen rund um die Arbeitsmarktintegration wird das Wissen der Teilnehmenden erweitert und ein Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet. Geflüchtete können sowohl ihr Deutsch verbessern, als auch soziale Kontakte pflegen, die Arbeitskultur in Deutschland kennenlernen, anderen helfen, die Gesellschaft aktiv mitgestalten und ihre Integration in den Arbeitsmarkt vorbereiten.

Valerian und Reda berichteten von ihren Erfahrungen.Valerian und Reda berichteten von ihren Erfahrungen. Rechts Projektkoordinatorin Annika Meyer.

Bilanz der Startphase

Seit nun schon sieben Monaten läuft das Projekt, mit überwältigender Resonanz. Zwei der Teilnehmenden - Valerian und Reda erzählten am gestrigen Abend von ihren bisherigen Erfahrungen und gaben rührend Einblicke in ihr Ehrenamt, das sie ausüben.
Reda aus Syrien ist zum Beispiel Ehrenamtlicher in der Evangelischen Oberschule Neukölln. Er selber sagt: "Ich habe vor meiner Flucht fünf Jahre als Französischlehrer gearbeitet. Durch mein Ehrenamt lerne ich die Unterschiede zwischen deutschen und syrischen Schulen kennen."
Auch Nour aus Syrien ist dankbar über die Möglichkeit, die Ehrenamt für Perspektive ihr gibt: "Auch wenn ich als Mutter nur wenig Zeit habe, freue ich mich, die Chance zu bekommen, wieder in meinem früheren Arbeitsbereich aktiv zu sein." Sie arbeitet sechs Stunden in der Woche ehrenamtlich in der Finanzbuchhaltung der Berliner Stadtmission.

Es konnten seit Start des Projekts bereits 27 Geflüchtete erfolgreich in ein geeignetes Ehrenamt vermittelt werden. Die Ehrenamtlichen leisten ihren Dienst in der Obdachlosenhilfe, in Senioren- und Flüchtlingseinrichtungen, in Begegnungsstätten für Kinder und Jugendliche und anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Die Männer und Frauen kommen u.a. aus Syrien, Somalia, Gambia, Afghanistan und dem Iran.

Mitmachen gewünscht

Gemeinnützige Einrichtungen und Geflüchtete, die sich für „Ehrenamt für Perspektive“ interessieren, können sich an die Projektkoordinatorin Annika Meyer wenden: Telefon 0175-29 75 713 – Email:
Mehr Informationen gibt es auch auf berliner-stadtmission.de/ehrenamt-fuer-perspektive.