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Aktuelles

16.09.2019

Kleine Wunder in der Bahnhofsmission

Der Begriff „Bahnhofsmission“ ist in Berlin stark geprägt von der Bahnhofsmission am Zoo in der Jebensstraße. Von dort erreichen uns regelmäßig neue Nachrichten, spannende Geschichten und bewegende Bilder. Doch es gibt noch eine Bahnhofsmission in Berlin, die Menschen auf ihrer Reise unterstützt, jedem einen Kaffee oder Tee anbietet und vor allem gibt es engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für jeden Gast ein offenes Ohr haben.
Ferdinand Jeutner, ein FSJler der Stadtmission, arbeitet hauptsächlich in der Bahnhofsmission am Zoo. Nach einem Besuch am Hauptbahnhof teilt er seine Eindrücke:

„Die Arbeit in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof ist sehr vielseitig und unterscheidet sich stark von der Bahnhofsmission am Zoo. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir stolz berichtet wurde, dass sogar schon ein Kind in der ‚BaMi‘ zur Welt kam. Natürlich gibt es auch hier die eine oder andere unangenehme Situation in der Menschen, die sich in einer schwierigen Situation befinden, ausfällig werden.

Nichtsdestotrotz berichten die Mitarbeiter vor allem von guten Erfahrungen. Dabei bewegt mich besonders die Geschichte eines verwirrten Herrn.

Der Mann war aufgebracht und psychisch wie körperlich stark belastet, als er die Räume der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof betrat. Woanders verscheucht, wurde er in der Bahnhofsmission als ein Gast begrüßt und in seiner Situation aufgefangen. Die Mitarbeitenden gaben ihm Tee, geschmierte Brote und schenkten ihm ein offenes Ohr. Die Kälte an diesem Wintertag und seine privaten Umstände kombiniert mit Unregelmäßigkeiten im Zugverkehr hatten den älteren Herrn stark belastet. In der Bahnhofsmission fand er Ruhe und konnte dann aufgewärmt und etwas gefestigter wieder seinen Wegen nachgehen. Drei Jahre danach stand er wieder vor der Tür und überreichte eine großzügige Spende und seinen herzlichen Dank.

Mitarbeiterin hilft Mann einzusteigen

Ähnlich ging es einer jungen Frau, die auf dem Weg in eine Reha-Klinik war. Sie hatte Angst vor ihrer Zukunft und fühlte sich machtlos. Doch in der Bahnhofsmission konnte sie durchatmen. Die Mitarbeitenden konnten ihr gut zu reden und ihr ein Anker sein im Sturm und der Geschwindigkeit unserer Zeit, die man gerade am Hauptbahnhof deutlich spürt. Wenige Wochen danach schrieb sie eine herzerwärmende Dankeskarte, von ihrer Reha an der Nordsee.

Ich denke, es passieren täglich Wunder, doch oft hetzten wir an ihnen vorbei und verschließen unseren Blick. Hastig wollen wir noch tausend Dinge erledigen. Die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof haben genug Zeit, viel Geduld und ein offenes Herz für jeden, der Unterstützung oder Ruhe braucht. Sie können die Schnelligkeit unseres Lebens entschleunigen und uns, in einer Welt voller Angst und Frust, die Augen für Wunder öffnen.“