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Aktuelles

03.12.2018

Konzept „Junges Wohnen“

Eingangstür zum jungen Wohnen

Kaum ein Gelände jener beschaulichen Größe, wie das der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße unweit des Hauptbahnhofes, beherbergt wohl solch‘ viele unterschiedlichen und vielseitigen Projekte, Einrichtungen,  Häuser und damit Menschen an nur einem Ort. Praktisch Tür an Tür, aber mindestens Balkon an Balkon, arbeiten, studieren, leben und begegnen sich sowohl Mitarbeitende des Werkes, als auch Geflüchtete, (ehemals) Wohnungslose, Reisende, Freiwillige, sowie etwa dreißig Studenten und Studentinnen verschiedener Herkunft und Studienrichtung.

Für genau jene zuletzt genannte Gruppe gibt es seit April ein neues Konzept, welches den Namen „Junges Wohnen“ trägt. Idee dahinter besteht darin ein bewusstes Angebot für mehr Gemeinschaft, Begegnung und lebendigen Glauben im Alltag der jungen Bewohner und Bewohnerinnen zu schaffen und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen den vorhandenen Wohnraum bzw. die bisherige Wohnqualität nach ihren eigenen Ideen und Wünschen zu reflektieren und in Interaktion neu zu gestalten. Weg von der Anonymität den Musikgeschmack seiner angrenzenden Zimmernachbarn höchstens durch die Wände hindurch zu erraten, hin zum gemeinsamen Jammen und Singen beim monatlichen Gemeinschaftsabend. Ebenso alle vier Wochen lädt ein Samstagsfrühstück die Bewohnenden zum Zusammenkommen und Austauschen ein und verspricht dadurch einen lebhaften und gemeinschaftlichen Start ins Wochenende, begleitet von allerhand Leckereien.

Zwei Studentinnen vor dem Eingang des Jungen Wohnens

Um dem christlichen Leitbild der Berliner Stadtmission und den vielfältigen Glaubensformen gerecht zu werden, veranstalten und gestalten die Studierenden außerdem jeden Dienstag eine Abendandacht, welche zu Diskussions-und Gesprächsrunden einlädt: Voneinander mehr erfahren und lernen, sich inspirieren, herausfordern und berühren lassen, stehen hier im Fokus.  Regelmäßig wird die Andacht durch weitere Gemeinschaftsaktivitäten verlängert, ob es nun um die kreative Verschönerung des Außenbereichs vor dem Studierendenwohnheim geht oder um Unternehmungen in der Hauptstadt.

Begleitet wird das Projekt „Junges Wohnen“ durch die Mentorin und theologische Mitarbeiterin des Zentrums am Hauptbahnhof Viktoria de Fallois, welche den Studierenden in allen Prozessen und Angelegenheiten stets mit offenen Ohr und Herzen, sowie in Rat und Tat zur Seite steht. Denn alle Entscheidungen obliegen in erster Linie den Bewohnenden selbst, von denen in jedem der drei Stockwerke nach demokratischer Wahl zwei „Bewohnendenratsmitglieder“ ernannt wurden. Dieser „Bewohnendenrat“ sammelt wiederum alle Belange, Wünsche und Anliegen der kompletten Bewohnerschaft, setzt sich bei regelmäßigen Treffen mit Veränderungspotenzialen auseinander, und übernimmt dadurch die Sprachrohrfunktion zwischen Studierendenwohnheim und der Verwaltung der Stadtmission.

Zwei Studentinnen werfen Blätter

Was nun das Besondere im Vergleich zu anderen Studierendenwohnheimen sei, darauf erhielt ich viele unterschiedliche Antworten. Dass es mit nur dreißig Plätzen klein und familiär sei und damit ein Ort zum Ankommen und Wohlfühlen. Dass das regelmäßige Miteinander und die Lebens-, sowie Glaubensvielfalt ungemein bereichern würde. Dass das lebhafte und enge Gemeinschaftskonzept das Gefühl vermittle in einer so großen Stadt gut aufgehoben zu sein und nicht anonym zu bleiben. Dass die lokale, sowie inhaltliche Nähe und Verbundenheit zur Stadtmission die Möglichkeit biete, sich sozial zu engagieren, herausgefordert zu werden, Erfahrungen und Begegnungen zu sammeln, sowie Vielfalt durch ein  respektvolles Miteinander kennen und leben zu lernen. Dass das „Junge Wohnen“ in jeglicher Hinsicht eine prägende Etappe im jungen Leben der Bewohnenden sein würde.

Lissy Kraft